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Singele
este viatsa mea
Rhiannon
Brunner
Wie
vertraut mir alles hier erscheint. Beinahe, als würde seltsame Klarheit
mich durchfluten, die niemals zuvor ich gekannt oder auch nur erahnt hatte.
Doch
auch Frieden ist in mir, wie nie zuvor ich ihn erfahren durfte, gepaart
mit einer Art von Geborgenheit, die mir nicht unbekannt ist. Obwohl dies
alles hier mir so seltsam vertraut erscheint, als gehörte ich hierher,
so frage ich mich doch, weshalb der Weg mich an diesen Ort führte.
Ich
wollte, ich wüßte es, doch jetzt sind meine Gedanken im Nebel
verschwunden, ohne, daß ich sie zu erkennen vermag. Wie ein satter
Schleier liegt Vergessen über meiner Entscheidung. Dennoch bin
ich nun hier. Langsam nur höre ich auf mir die Frage nach dem Warum
zu stellen, sondern akzeptiere einfach nur, den Ort, an dem ich mich befinde.
Geblendet
bin ich schier vom strahlenden Licht Dutzender Kerzenflammen. Sie hüllen
den Raum in einen eigenartigen, seltsam samtigen Schimmern, das Flackern
schenkt den Schatten ein Eigenleben, das mich leicht zu verwirren droht.
Das
Sofa, auf dem ich sitze ist in dunklen Tönen gehalten, ein seltsames
Rot, das mich an Blut erinnert. Mein weites, elegantes Kleid habe ich um
mich herum ausgebreitet. Ich lasse ein wenig den Blick schweifen.
Obwohl
nur wenig hier drinnen ist, wirkt der Raum heimelig: ein Schrank mit Büchern,
Bilder mit blutigen Szenen, wobei jedes einzelne von ihnen Schreckensszenen
zeigt, wie die Künstler immer wieder versucht haben die Hölle
darzustellen, an deren wahren Schrecken sie aber, trotz aller Phantasie,
niemals herankamen.
Neben
dem Sofa stehen noch ein altmodischer Tisch und zwei Hocker. Eine barocke
Tapete, auf deren blutroter Farbe goldene Maserungen zu sehen sind. Die
Kerzen werfen darauf Schatten, komplettieren alles.
Der
ganze Raum strahlt seltsam, morbide zerstörerische Erotik aus, deren
Romantik aber auch gleichzusetzen ist mit den schönen Schrecken des
Todes.
Lange
Zeit bleibt mein Blick an den Bildern hängen, bis endlich die Tür
aufgeht und mein Gastgeber eintritt. In seinen Händen hält er
eine Flasche und zwei hochstielige Gläser.
Ein
langer, wallender Umhang fließt von seinen Schultern, hin und wieder
blitzt das rote Innenfutter hervor. Darunter trägt er ein schwarzes
Gilet, das sein weißes, spitzenbesetztes Rüschenhemd umschließt.
Das
flammendrote, schulterlange Haar bildet dazu einen seltsamen Kontrast.
Ansonsten geschlossen, fließt das Haar nun offen herab, was ihm ungemein
gut steht. Doch am ärgsten sind seine Augen. Sie glitzern in einer
Intensität, die ich nicht zu deuten vermag, fesseln mich, nehmen mich
schier gefangen. Uralte Weisheit scheint aus ihnen zu sprechen Kummer und
Schmerz gemischt mit Wut und Jahrtausende alte Weisheit und Wissen ergeben
eine Mischung, die voll Faszination ist, zugleich aber auch Schrecken in
sich birgt, die ein Mensch kaum zu ertragen vermag. Myriaden von Sternen
zucken darin wie in einer seltsamen Art von Eigenleben.
Wie
eine Schlange das Kaninchen, so sieht er mich an für einen Augenblick.
Er
stellt die Gläser auf den Tisch und füllt etwas dickliches Rotes
ein - Wein?
"Das
ist Fruchtsaft, kein Wein, wie es Euch wohl erscheinen mag."
Der
Akzent, der seine Worte begleitet, ist mir wohl vertraut, er gibt seiner
Stimme etwas Sanftes, Beruhigendes, das einen beherrschen kann, wenn er
es möchte.
Auch,
wenn dies wirklich nur Fruchtsaft sein mag, so ist es ungemein süß
und versetzt mit einem goldigen Geschmack, der mich an Blut erinnert. Jedoch
ist es ein Geschmack, der mir gefällt. Genießerisch leere ich
das Glas.
Erst
jetzt sieht er mir direkt in die Augen. Wieder erkenne ich die Myriaden
von Sternen. Doch jetzt sehe ich darin nicht nur die Weisheit, sondern
auch eine Art von Lüsternheit, von Gier ebenso eine seltsame Sehnsucht,
die er vielleicht selber gar nicht so richtig zu verstehen vermag. Obwohl
diesen Blick ich vielleicht länger ertragen könnte, so senke
ich meine Augen, vor allem, um ihm zu zeigen, daß seinem Willen ich
mich beugen würde.
Bitter
ist das Lächeln, das sich mir entringt.
Kaum
mehr als ein Flüstern ist seine Stimme, durchzogen von unnachgiebiger
Erotik. Sie überrollt mich ebenso wie seine Ausstrahlung, die wie
eine riesige Flutwelle, mich zu vernichten droht, aber dem Auszuweichen
wäre noch sehr viel tödlicher, als ihr zu begegnen..
"Was
ist Euer Begehr?"
Er
sitzt neben mir, zum Greifen nahe. Obwohl ich mich gerne an seine Schulter
lehnen würde, so hält mich doch eine seltsam schwere Sperre davon
ab es zu tun.
"Ihr
wißt sehr wohl, was ich mir von Euch wünsche."
"Natürlich
weiß ich, was Ihr wollt, doch ich möchte, daß Ihr selbst
es mir sagt."
"Den
Kuß möchte ich von Euch haben."
"Und
der Wunsch ist noch immer so stark vorhanden wie früher?"
"Er
ist absolut übermächtig."
Er
sieht mir in die Augen, läßt keine Konsequenz, einfach nichts
erkennen. Ich könnte mich in diesen Tiefen verlieren, möchte
mich einfach nur fallen lassen ohne Rücksicht auf das, was dadurch
dann in die Welt gesetzt werden könnte. Irgend etwas zieht mich zu
ihm hin, das ich nicht so ohne weiteres erklären kann.
"In
Euch kann ich sehr viele Wünsche erkennen, keiner davon betrifft die
materielle Welt. Dennoch, in Euch schlummert ein Wunsch, für den Ihr
wohl sogar Eure Seele verkaufen würdet. Ist es nicht so?"
"Ja,
das trifft es sehr gut."
Kurz
nur ist die Pause, bevor ich fortfahre. Er weiß wohl, was ich ihm
haben möchte, warum nur quält er mich so?
"Was
ich will, das ist der einzige Kuß, der für mich zählt,
nämlich der eines Vampirs. Ich will ihn so sehr, daß es mich
schon beinahe schmerzt, mir innerlich weh tut, mich völlig zerreißt."
"Der
Preis dafür könnte aber höher sein, als Ihr es Euch vielleicht
auch nur vorzustellen in der Lage seid."
"Egal
wie hoch er ist, ich würde ihn bezahlen."
Kommt
es mir nur so vor, oder funkelt es tatsächlich in seinen Augen? Ist
er belustigt? Über mich? Über einen Menschen, der alles geben
würde, nur um sich einen Traum zu erfüllen?
"Ist
es wahrlich dies, was Ihr wollt? Bedenkt, der Preis ist nicht gering."
"Seit
Jahren - seit ich denken kann - hege ich schon diesen einen Wunsch in mir.
Ich will es aus tiefstem Herzen, daß er in Erfüllung geht."
"Und
wenn Ihr dafür Euch selber überwinden müßtet? Etwas
tun müßtet, oder geschehen lassen müßtet, was Ihr
ansonsten nie zu tun wagen würdet?"
"Wie
meint Ihr das?"
"Um
die Ekstase herbeizuführen, ohne die ich den Kuß bisher noch
nie verschenkt habe, wäre es nötig, daß Ihr Euch stimulieren
ließet."
"Ihr
könntet den Kuß mir geben, das weiß ich wohl. Ansonsten
begebe ich mich völlig in Eure Hand. Wohl mag es sein, daß in
gewissen Dingen ich unerfahren bin oder eine Scheu davor mich bezwingt.
Doch auch, wenn für mich dies schwer wäre, wenn es Eure Forderung
ist, so will ich diese zahlen."
"Es
könnte Euch süchtig machen."
"Vielleicht
will ich es so. Kam Euch das bisher nicht in den Sinn?"
"Ihr
überlegtet es Euch wohl gut."
Ruhig
wird seine Stimme, stiller als zuvor, durchmengt sich mit einer Traurigkeit,
die niemals zuvor an ihm ich wahrnahm.
"Seit
ich mich zu erinnern vermag, ist dies mein sehnlichster Wunsch. Wollt Ihr
es mir verwehren?"
"Ja,
das tue ich. Ich gebe Euch den Kuß nicht."
"Nein."
Mir
verschlägt es völlig die Sprache. Warum nur? Entsetzen flackert
in mir auf. Dabei sehne ich mich doch so sehr danach.
Ruckartig
stehe ich auf, mit dem Rücken zu ihm gewandt. Mein Haupt sinkt herab,
ich schließe meine Augen. Hände und Schultern hängen kraftlos
herab. Wieder zurückgekehrt ist der Schmerz, der mich verzehrt. Kann
ich ihn denn gar nicht überzeugen?
"Genügt
Euch die Macht, die Ihr über mich habt nicht? Wie oft kommt es denn
schon vor, daß sich Euer Opfer aus eigenem Wunsch zu Euch begibt?
Ist Euch der Preis zu gering? Was soll ich zahlen? Sagt es mir doch! Kein
Preis wäre mir zu hoch und wenn es die ewige Verdammnis wäre,
die darauf folgt, es wäre mir gleich."
Eine
einzelne Träne rollt aus meinem Auge. Wieder drehe ich mich zu ihm
um, sinke vor ihm in die Knie. Noch wage ich es nicht zu ihm aufzusehen.
Er weiß, daß ich alles tun würde und welche Macht er deswegen
über mich sein Eigen nennen darf. Schweigen bricht sich in diesem
Moment. Dann jedoch wage ich es endlich zu sprechen.
"Habt
Ihr selbst diesen Schmerz nie kennengelernt? Gebt ihn mir doch! Diesen
süßen Schmerz, der doch bitter ist. Laßt ihn mich fühlen,
jenen Zustand, in dem Süße und Bitterkeit einen ewigen Kampf
miteinander ausfechten. Gebt mir das Prickeln, das einen um den Verstand
zu bringen in der Lage ist! Beherrscht mich mit dieser Empfindung, vereinnahmt
mich damit, laßt mich nur noch aus diesem einen Schmerz bestehen!
Gebt mir den Kuß des Todes! Saugt das Leben aus mir heraus, ich verspreche
Euch, nein, ich schwöre Euch, gehorsam will ich Euch sein. Schenkt
mir nur diese Momente, in denen ich glauben kann, in dieser bitteren Süße
mein Verlangen stillen zu können."
"Beinahe
wie ein Vampir sprecht Ihr, so, als hättet Ihr es schon einmal erlebt."
"Möglicherweise
erkenne ich intuitiv, wie dieses Gefühl ist. Vielleicht sind es auch
nur Traumfragmente, die ich so zu benennen in der Lage bin. Ich könnte
es Euch noch besser beschreiben, wenn Ihr wünscht."
"Das
ist nicht nötig."
Nachdenklich
sieht er mich an. Ich erhebe mich ein wenig, bis meine Lippen seinem Ohr
nahe sind.
"Tut
es einfach, ich zahle den Preis, den Ihr fordert. Werdet mein Vater, mein
Herr und Meister! Ich wünsche es mir so sehr."
"Ihr
müßtet lernen Euch zu beherrschen. Ihr würdet eine andere
werden."
"Es
stört mich nicht. Was danach kommt, entscheidet ohnedies Ihr. Tötet
mich, wenn Ihr wollt, lehrt mich, macht mich zu Eurer Tochter oder Sklavin.
Ihr entscheidet. Ich erbitte nur den Kuß von Euch, nichts anderes."
"Und
wenn ich nicht will? Wenn mir die Verantwortung für neues vampirisches
Leben zu hoch ist? Was dann?"
"Dann
tötet mich doch, wenn Ihr mein Blut getrunken habt! Ist dies die einzige
Sorge, die Euch beschäftigt? Ihr braucht doch Blut, um weiter leben
zu können. Warum nehmt Ihr nicht das meine?"
"Weil
niemals zuvor ich solch ein Angebot erhielt ohne der Forderung denjenigen
zu meinesgleichen zu machen. Keinem von ihnen schenkte ich das, was sie
wollten, im Gegenteil, ich zerstörte sie, ohne es zu wollen. Blut
nehme ich nicht von jungen kräftigen Menschen, die ihr ganzes Leben
noch vor sich haben, nur von Alten oder denen, deren Lebensfaden ohnehin
zerstört wurde, aber auch von Verbrechern und Mördern. Nicht
jedoch von Leuten wie Euch."
"Ihr
nehmt junges blühendes Leben nicht an?"
Verbittert
erklingt mein Lachen. Ob ihn dies wohl trifft?
Wieder
stehe ich auf, wende mich ab von ihm.
"Mein
Leben nehmt Ihr so oder so. Entweder sterbe ich durch Euch oder durch meine
eigene Hand. Verwehrt Ihr mir, was ich mir wünsche, so wähle
ich den Freitod. Und sollte ich wieder Erwarten doch am Leben bleiben,
so wäre ich nichts anderes mehr als eine Marionette, die keinen Sinn
im Leben mehr findet und nur noch dahinvegetiert. Ist es wahrlich das,
was Ihr mir schenken wollt? Daß mein Leben ich einfach wegwerfen
würde? Denn bedeuten würde es mir nichts mehr."
Still
stehe ich einfach nur da, hänge meinen Gedanken nach, Trauer überkommt
mich. Eine Antwort von ihm erfolgt nicht, still ist es rings um mich her.
Ohne,
daß es mir wirklich bewußt geworden war, steht er auf einmal
hinter mir. Ich fühle seine Hand an meiner Schulter, wie sie den Umhang
öffnet und er zu Boden gleitet.
Warmer
Atem streift die nackte Schulter, läßt mich erschauern. Dicht
an meinem linken Ohr höre ich ein Flüstern.
"Seid
Ihr sicher, daß Ihr es noch immer wünscht? Ihr müßtet
all Eure Moralvorstellungen über Bord werfen und so manches andere
auch noch dazu."
"Ich
stehe zu meinem Versprechen."
"Dann
laßt Euch fallen! Genießt, was ich Euch gebe, bevor ich Euch
den Kuß schenke."
Er
löst die Knöpfe, die mein Kleid halten, auch dieses fällt,
nur noch ein linnenes, weißes Unterkleid mit Spitzen verziehrt bedeckt
mich nun.
Sanft
streichen seine schmalen Hände mein Haar zur Seite, folgen den Konturen
meines Körpers bis zur Hüfte hinab. Flach geht sein Atem.
Ich
genieße seine zärtlichen Berührungen, die den ganzen Körper
streicheln ihn liebkosen. Charme und Wissen vermengen sich zu einem gefährlichen,
wenngleich auch sehr schönen Cocktail.
Keinen
Zweifel lassen seine Hände noch übrig. Seine Ausstrahlung, die
ich mit allen Sinnen erfasse, treibt mich schier in den Wahnsinn, beinahe
kommt es mir so vor, als würde ich den Verstand verlieren. Bald schon
vermeine ich zu explodieren. Rasch hebt er mich hoch zu seinem Bett,
entschwindet kurz, ist aber sofort wieder an meiner Seite.
Er
sitzt neben mir, läßt seine Hände über meinen bloßen
Leib wandern, berührt meine Haut und schenkt mir wohliges Kribbeln.
Bis er schließlich seinen Kopf herabsenkt zu mir. Wieder fühle
ich seinen Atem, der mich streift und erschauern läßt, doch
dieses Mal vor Ungeduld und Vorfreude. Dann endlich spüre ich etwas
Spitzes, das sich in das Fleisch meiner Schultern bohrt.
Eine
tobende Schmerzwelle rast durch meinen Körper, läßt mich
zittern und erschauern, doch vermengt es sich mit meiner Lust zu etwas
völlig Undefinierbarem, während ich mich festkralle am Stoff
der Laken. Dies ist der Schmerz, den ich beschrieb, den ich haben wollte
und noch so viel mehr, daß ich es eigentlich gar nicht mehr zu erfassen
vermag. Es ist mir völlig unmöglich vernünftige Gedanken
zu denken nur noch Gefühl ist in mir, berührt und verzaubert
mich wie nichts zuvor es das tat. Ich fühle den Schmerz nicht nur,
nein - ich bin der Schmerz, der mich durchzuckt.
Fest
packen meine Hände seinen Kopf, drücken ihn an die Wunde, aus
der bereits Blut fließt, das er trinkt. Mein Leben nimmt er in sich
auf. Ich fühle mich so begehrenswert wie noch nie zuvor.
Diese
Gefühle verwirren mich, lassen mich nahe am Abgrund des Wahnsinns
schreiten. Nahe am Wahnsinn der Begierde, in der ich mich zu verlieren
beginne. Und über allem liegt der Schmerz, der mich völlig beherrscht,
mich alles andere vergessen läßt.
Mehr
als einmal versucht er den Kopf zu heben, doch drücke ich ihn wieder
zurück, er soll weitersaugen, weiter mein Leben nehmen, mir diese
Ekstase nicht vorenthalten.
Ich
wünschte, es würde nie enden. Seltsame Schwäche legt sich
über mich, doch es ist so schön.
"Laß
es niemals enden! NIEMALS!"
Nur
noch ein Flüstern ist meine Stimme, er jedoch versteht, was ich meine.
Kurz
lächelt er, drückt mir dann aber mit seinen blutverschmierten
Lippen einen Kuß auf die Stirn. Keines meiner Gliedmaßen habe
ich noch unter Kontrolle, zitternd und bebend liege ich unter ihm, erspüre,
wie er mir das schenkt, wonach so lange ich mich so sehr verzehrt. Schließlich
jedoch schwinden meine Sinne. In seinen Armen verliere ich mein Bewußtsein.
Erst
wage gar nicht ich meine Augen zu öffnen, als ich wieder erwache.
Dumpf pocht der Schmerz der Wunde noch immer, ob sie bereits verkrustet
und verschwunden ist, bis auf die zwei kleinen Male?
Genießerisch
kuschele ich mich noch unter die Decke, die auf mir liegt. Ober er sie
über mich gebreitet hat?
Noch
jetzt fühle ich die Lust des Schmerzes, der geendet hat. Begierde
liegt noch in mir, verspricht die Erfüllung von etwas, das ich kosten
durfte. Er hat kaum Blut getrunken, sonst wäre ich nun schwächer,
noch bin ich Mensch, doch der Vorgeschmack, den er mir geschenkt....
Endlich
wage ich die Augen zu öffnen, doch was ich sehe enttäuscht mich.
Es ist nicht sein Zimmer, in das er mich gebettet, sondern mein eigenes.
Das Bildnis eines Vampirs lächelt mich von der Wand her an, doch ist
nicht er es, sondern ein anderer.
War
dies alles denn nicht mehr als nur ein Traum? Wohl möglich, erscheint
es zugleich mir aber auch wieder so real, was zurücklassen ich mußte,
daß mir dies, wo ich nun wieder erwache mehr der Traum ist.
Auch
an meinem Hals kann nichts mehr erkennen. Nur zwei Dinge sind es, die mich
berühren und mich noch im träumerischen Zustand halten:
Noch
immer spüre ich den Kuß, den er mir gab, ebenso wie sein Antlitz
vor meinem inneren Auge erstrahlt und seine Stimme....
Sie
erklingt in meinem Ohr, verabschiedet sich ganz leise von mir wie in einem
wehenden Hauch die Stimme eines Geistes, der nicht länger verweilen
darf.
©Rhiannon
Brunner |