impressionen
von der künstlichen stadt auf den hügeln
Shine
die
landschaft auf den hügeln ist eine durch und durch künstliche.
die erde ist gefroren und morgendunkel, der himmel strahlt, doch der boden
atmet noch die kälte der nacht. eisgrüne gebäude schwimmen
in lichtblau wie schiffe aus opakem glas auf schaumgekrönten himmelsbrechern.
eine brücke spannt sich in weitem schwung, blendend weiss, zwischen
chamäleonartig changierenden fassaden, auf deren glasfronten himmelsblau
in eisgrüne tiefen taucht.
man
erträumt sich kameraaugen für das fotografische tagebuch, doch
wie so oft ist man gezwungen, vergängliches zu akzeptieren. ein, zwei
bilder brennen sich ins gedächtnis, wo sie jahrelang gespeichert bleiben,
um plötzlich, unerwartet, wieder emporzusteigen. ein, zwei bilder
gekoppelt mit starken gefühlen, die jahre später dem erinnernden
scharfe tränen in die augen treiben werden
die
brücke zwischen eisgrün und engelsblau
wie
fröhlich man zwischen alter und neuer kunst zu wandeln vermag...heiter
schimmernde insekten-facettenaugen nehmen schönheit auf, bildchen
für den temporären erinnerungs-ordner, der stetig geleert wird.
was
bleibt von einem spaziergang übrig außer schnell gezeichneten
wort-bildern? nicht viel außer einem unbestimmten gefühl der
fröhlichkeit und ein, zwei bildern von engelhaftem schönheitsschmerz
ein
weiter blick hinunter in die welt im morgenschatten offenbart vertrautes.
inmitten hoher bäume schlummert weit unten der stille garten, der
alte friedhof, auf dem man wandelte, als man dem ruf der müden seele
folgte, die träumen wollte. anders träumen als auf den hügeln
der künstlichen stadt. endgültig, zielgerichtet...die wahrheit
liegt dort unten
im
schattigen hain
tanzen
möcht ich nicht mehr
sprach
das einsame mädchen auf den hügeln
und
wandte seinen schritt
langsam
endgültig
dem
schattigen tale zu
von
eisgrün und engelsblau träum ich nicht mehr,
mir
ist nach tiefem ernstem schwarz
sprach
der totenkopffalter
einst
schillerndes schwirrendes insekt...
und
langsam wurde er fortgetragen
es
war einfach, nur hinabzuschweben
in
das schattige tal
und
er sank hinab
Für
Azrael
©Shine2004 |