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eternity
is too long to be wrong
Shine
eternity
ist too long to be wrong - der junge zwinkerte ungläubig, als
er das schild sah, den schriftzug in kaltem neon, an den rändern schwarz
- neon bleicht zu schwarz, kam ihm in den sinn, und dahinter dürfte
wieder neon sein, wieder so kalt wie zuvor, unnahbare kälte
er
fuhr rechts ran und zündete sich eine zigarette an. zu lange hatte
er das nicht mehr gemacht - am highway einfach rechts ranfahren, in seinen
gedanken versinken, die stadt hinter ihm langsam verblassen lassen, zu
schwarz, bevor er wieder eintauchte in ihre kalten neonfarben, bevor er
wieder das neon hinter dem neon suchte, dazwischen immer wieder schwarze
phasen, wie allflüge auf zu neuen sonnen, die immer dann auftauchten,
wenn man sie gerade nicht erwartet
und
wenn sie einen absolut überfordern
so
auch jetzt
er
war überfordert, überreizt von den lichtern, den farben und stimmen
und
er wünschte sich einen sturz oder freien fall mitten hinauf ins all
wo
tausend sonnen in seine augen stürzen
eternity
is too long
irgendwann
verbrennen deine augen am neon der neuen sonnen
und
die phasen der schwärze geniesst du wie den willkommenen schlaf nach
langer arbeit
irgendwann
fällst du kopfüber und bleibst einfach liegen
vielleicht
neckt dich das licht wieder wer weiss doch du hoffst, dass es nicht so
ist
er
war todmüde und gleichzeitig vom koffein hellwach und schaden konnte
es ja auch wieder nicht,
sich
ein wenig umzusehen, oder?
es
konnte ja nie schaden.
er
starrte noch einmal das schild an und begann, leise in sich hineinzulachen.
wenigstens war es cool. auch wenn irgendeine schmierige kneipe auf ihn
warten würde, eine dieser selten kranken discos mit verrückten
bikern und predigern, die das wort gottes und den fall des menschen bis
hier hinaus in die wüste trugen, mit dem üblichen schleimigen
dealer und hurengesocks, war es den versuch wert, ganz einfach weil es
cool war und unlogisch und unsagbar traurig.
traurig
wie der leichte regen auf frischen gräbern
wenn
konsequenzlose hoffnung einfach alles ist und wenn alles nicht mehr in
deiner hand liegt
es
ist nur irgendeine bar, dachte er, irgendwelche freaks wie du selbst, die
sich hier einen spass machen, oder auf irgendeine art cool erscheinen wollen,
und du machst hier einen auf letzte instanz und dahinter geht die strasse
einfach weiter und es kommen neue neonsonnen in die du stürzen wirst
es
ist nur ein kurzer aufenthalt, 5 minuten auf einer regennassen strasse,
neben einem seltsamen flackernden schild mit zu schwarz ausgebleichtem
neon
aber,
gott, wie ich mir wünschte, zum letzten mal in eine neonsonne zu stürzen
nur
freaks wie du selbst. im besten fall.
also
wenn die dort auch noch eine jukebox haben, die freaks mit ihrem ewigkeits-tick,
dann halte ich es sogar aus, mit bikern bei lauwarmem bier auf den sonnenaufgang
zu warten, owohl das schon die maximale apokalypse wäre.
er
startete den wagen und verliess den highway.
hinter
ihm flackerte das seltsame neonschild noch einmal auf und verlosch.
mit
dem letzten aufflackern von neonpink und violett starb etwas sagenhaft
wichtiges
wie
immer unbemerkt und still und heimlich
und
nur der regen blieb
so
wie es immer war
der
regen als zeuge wichtigster und unwichtigster ereignisse
die
tropfen liefen an dem zu schwarz verbrannten schild herab und vermischten
sich mit metall und neonsonnenasche
irgendwo
am highway flackerte ein neues licht auf und eine neue sonne begann zu
strahlen
wunderschön
wie ein traum aus wave und irrsinn
eine
neue sonne in die jemand stürzen würde,
weil
sehnsucht immer
den
fall bedeutet
tief
tief
bis ins bodenlose
eternity
ist too long to be wrong
höhnte
das schild
das
an den rändern zu schwarz verblich
ein
auto, ein gesicht wie so viele zuvor,
jung,
blass, beinah schon verblichen,
es
war bitter doch unausweichlich
er
blieb stehen....
hope
is the last thing that dies
oh
yeah let's meet somewhere in the outskirts
underneath
a bitter moon
let's
meet and bring along all your dying hopes
someone
is waiting there
underneath
a bitter moon
it's
harvest time for ravaged souls
let's
face the ultimate
waiting
for you
in
the desert far out
underneath
a bitter moon
©Shine2006 |