Rikki
Simons & Tavisha:
SHUTTERBOX
Kategorie:
Fantasy mit sachten Gothic-Anklängen
Story:
Megan ist eine relativ durchschnittliche Person. In der Schule rutscht
sie immer gerade so durch und an der Uni wird es ähnlich laufen. Sie
hat sich auch nicht gerade die Uni ausgesucht, wohin die zukünftigen
Einsteins und Gates gehen.
Ihre
Mom hat es allerdings zu etwas gebracht: Megan kann eine Original-Modelagenturchefin
ihre Mutter nennen, aber sonst dürfte es nicht allzu weit her sein
mit Mom, die zwar stylish, aber als Mutter nicht so recht zu gebrauchen
ist. Mom ist immer busy, ein Vater ist nicht in Sicht, und Megan bleibt
mit ihren Problemen weitgehend allein, wenn man von ihrem Psychiater absieht,
der aber auch keinen rechten Durchblick zu haben scheint.
Megans
Probleme sind nämlich alles anderes als durchschnittlich. Sie führt
eine Art Doppelleben und lebt auch in einem Land, das nur sie in ihren
Träumen sieht.
Das
Land ihrer Träume heisst Merridiah. Es ist ein völlig fremder,
mystischer Ort, an dem Verstorbene leben, die sich im Entwicklungs- stadium
befinden und noch einiges zu lernen haben - also eine Art Bardo- oder Zwischenwelt
mit eigenen Regeln und Gesetzen, die Megan noch überhaupt nicht begreift.
Ausgerechnet sie, die eher unauffällige Schülerin, die immer
gerade noch durchrutscht, wird an die Merridiah-Universität für
spirituelle Studien berufen, und das, obwohl sie bis jetzt noch recht lebendig
ist. Sie soll an einem Studenten- Austauschprogramm namens „Shutterbox“
teilnehmen, um ein Jahr lang als Muse ausgebildet zu werden.
Gleich
nach ihrer Ankunft wird sie von einem mysteriösen jungen Mann in Empfang
genommen, von dem man nicht so recht weiss, ob man ihm vertrauen kann -
er scheint ein Geheimnis zu verbergen... |
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Ausserdem
benimmt er sich Megan gegenüber nicht gerade zuvorkommend, im Gegenteil:
Er behandelt sie spöttisch von oben herab und nimmt sie anscheinend
nicht ein bisschen ernst. Wer dieser Mann ist und was er vor Megan verbirgt,
werden die Folgebände zeigen. Megan wird von ihm mit einer Aufgabe
oder Aufnahmeprüfung betraut, die recht kompliziert zu sein scheint
- beinah unlösbar: Sie muss seinen abgängigen Bruder finden und
ihn mit allen Mitteln überzeugen, an die Universität zurückzukommen.
Der Bruder reisst anscheinend immer wieder von dort aus und treibt sich
in den Weiten von Merridiah herum...Megan nimmt die Herausforderung an
und begibt sich auf die Suche.
Style:
Das Cover verspricht morbide Ästhetik, die einzelnen Bilder sind für
meinen Geschmack zu wenig düster angehaucht (aber ich lasse mich mal
von den Folgebänden überraschen). Gerade diese Story ruft nach
einem romantisch- schaurigen Gothic-Style, der jedoch eher selten gezeichnet
wird. Wenn der Stil des Coverbildes beibehalten worden wäre, wäre
das Buch wohl der Hammer und würde in meinem Regal gleich neben „Model“
stehen.
Aus
dieser Story könnte man ganz viel mehr rausholen, auf jeden Fall noch
mehr Stimmung. Mit Megan verhält es sich ähnlich: Sie ist zwar
süss und niedlich anzusehen (vor allem in dem Gewand, das ihr an der
Universität verpasst wird - dort trägt man einen sehr edlen Gothic-Style),
sie bleibt aber kaum in Erinnerung. Es scheint eine gewisse Distanz des
Zeichners zu seinen Figuren zu bestehen, die sich auf den Leser überträgt.
Trotz
anfänglicher Distanz beginnt man, sich mit einemmal für die Story
zu interessieren, denn es gibt wunderschöne Szenen, die wie Traumbilder
(was sie ja sind...) ganz plötzlich entstehen, Situationen, die überraschen
und ergreifen, wie z.B. die Gedankenwelten der Toten, geheimnisvoll und
von grausamer, morbider Poesie. Dann bekommt man Lust, Merridiah’s Geheimnisse
weiter zu ergründen.
Der
erste Band überzeugt mich noch nicht ganz, aber ich werde mir die
Folgebände auf jeden Fall zulegen - ich denke, diese fantastische
Story ist es wert, gelesen zu werden.
©Shine |