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Aufgehender Mond

Georg von der Uring
 

Die Sterne schwinden aus der Bahn, 
Es hebt der Mond zu schweben an, 
Die weiße Scheibe flugbereit. 
Wie einsam ist die Zeit! 
Viel andre Zeiten unterm Mond 
Verschwanden schon, die hier gewohnt. 
Die Menschen blühn und welken ab. 
Wie einsam ist ein Grab! 
Es glüht der Mond auf Gräber hin. 
Mir schläft schon mancher Freund darin. 
Sie sind so fern wie Mond und Stern. 
Oh, ewig ist so fern! 
Sie schlafen lang, sie lebten kaum. 
Wie schön hing einst der Mond im Raum! 
Sie lebten froh, sie schlafen bang. 
Oh, ewig ist so lang!