Interview
mit Markus K. Korb, 7.10.2003
"Ein
Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns"
Franz
Kafka
Die
Liebe zur Phantastik beginnt bei vielen ganz früh - in der Kindheit.
Man bekommt Bücher geschenkt oder sieht Filme, die man einfach nicht
vergessen kann. Wie wurde dein Interesse für Phantastik geweckt?
Markus:
Wenn ich in Gedanken ganz weit zurück gehe, kann ich mich an die Ehrfurcht
erinnern, die mich gepackt hielt, wenn ich als Kind den nächtlichen
Sternenhimmel beobachtete. Daraus erwuchs mein Interesse an Weltraumfahrt
und SF. Zunächst konsumierte ich also alles, was ich an Filmen und
Büchern in dieser Richtung unter die Finger kriegen konnte (Sachbuch
und Romane). Und natürlich: ich wollte Astronaut werden.;-)
An
einem Sonntag Nachmittag passierte dann etwas, was mich tief prägen
sollte: es lief ein SF-Film im Fernsehen, dessen Beginn ich spannend, den
weiteren Verlauf aber dröge fand. Enttäuscht, aber voller Zuversicht,
es besser machen zu können, setzte ich mich daraufhin an den Küchentisch
und begann auf einem Schmierblatt mein erstes SF-Epos. Es erreichte den
voluminösen Umfang von 1 Din A 4 Seite.;-)
Kurz,
aber prägnant.:-) Kannst du dich noch erinnern, worum es da ging?
Markus:
Puh, da muss ich einen Moment nachdenken. Hm, soweit ich mich erinnere,
ging es um den Start einer Weltraumrakete. Viel weiter als bis zu dieser
Beschreibung bin ich nicht gekommen. Die Rakete sollte einen Meteor abfangen,
der auf Kollissionskurs mit der Erde war. Soll ich genauer nachsehen? Du
wirst es nicht glauben, aber ich habe die Seite noch – tief in einem Aktenordner
vergraben und von mir gut behütet, dass niemand jemals einen Blick
darauf werfen kann. Ok, nun mal im Ernst: so fängt man an, denke ich.
Ungefähr die ersten hundert Seiten, die ein Autor zu Beginn seiner
Laufbahn schreibt, sind wertlos, denke ich. Erst dann kann man beginnen
sich zu steigern.
Wann
hast du begonnen, selbst zu schreiben? Hast du damals schon phantastische
Geschichten verfaßt oder war dein Stil noch anders?
Markus:
Ich war ungefähr 10, als ich das erste Mal einen fiktiven Text verfasste.
Zunächst blieb ich bei SF, wobei ich Space-Operas schrieb (ein Begriff,
den ich erst viel später kennen lernte), die alles hatten, was ich
damals (und auch heute noch in Abschwächung) liebte: einen charismatischen,
starken Helden, der mit pfeilschnellen Raumschiffen durchs All jagt und
sich Lasergefechte mit finsteren Schurken liefert. Mein Stil war, gelinde
gesagt, grottenschlecht. Wenn ich heute diese Stories lese, muss ich schmunzeln
über die Unbekümmertheit, mit der ich diese Geschichten verfasste.
Aber das ist wohl bei jedem Autoren so. Man entwickelt sich weiter, lässt
Strömungen und Stilrichtungen hinter sich und versucht seinen Weg
zwischen all jenen genialen Vorgängern zu finden, was einen manchmal
zur Verzweiflung bringen kann, wenn man feststellt, wie verdammt gut diese
schrieben!:-)
Mit
ungefähr 12 Jahren entdeckte ich “John Sinclair” für mich. Von
da ab wollte ich Heftromane schreiben und erfand auch einen Helden namens
“Mark Damon”, der in typischer Manier Werwölfe, lebende Vogelscheuchen
und dergleichen jagte. Die unpublizierte Serie wurde mangels Interesse
meinerseits dann eingestellt.;-)
Es
kam ein Ereignis dazwischen, das ich mir heute noch gut in Erinnerung rufen
kann. In der Bibliothek an unserem Gymnasium fand ich als ich 14 Jahre
alt war in der Abteilung für Erwachsene, die ich zum ersten Mal genauer
in Anschein nahm, ein Buch mit Geschichten von Edgar Allan Poe. Völlig
unbedarft – ich kannte nur seine “Goldkäfer” Story aus einem Jugendbuch
– setzte ich mich auf einen Sessel und las die erste Geschichte des Bandes:
“Das verräterische Herz”. Ich war geschockt und fasziniert gleichermaßen.
Derart filigran und detailliert hatte sich noch niemand in die Psyche eines
Verrückten eingedacht. Dass die Story in der Ich-Form erzählt
wurde, war ein Kunstgriff, den ich in dieser Totalität noch nicht
kannte und der mich zwang, mich mit dem Protagonisten zu identifizieren,
obwohl ich mehr und mehr im Verlauf der Story spürte, dass dieser
irre war. Es war eine beängstigende Erfahrung. Von Anfang an konsequent
auf das Ende hin geschrieben, war die Geschichte kompakt und in sich derart
schlüssig, dass ich genau wusste: diese Story ist perfekt. Besser
hätte man sie nicht schreiben können. Dieses Wissen hatte ich
vorher noch nie gehabt und es sollten Jahre vergehen, bis es sich z.B.
bei der Lektüre von Lovecrafts “Der Außenseiter” wieder einstellte.
Von da ab, begann ich alles von Poe zu verschlingen, was ich in die Finger
kriegen konnte. Von Erzählung zu Erzählung wuchs mein tiefer
Respekt vor diesem Mann.
Parallel
dazu las ich schon immer gerne Spukgeschichten. Durch einen Schullandheimaufenthalt,
während dessen unser Lehrer die Story “Die Turmstube” von E.F. Benson
in der Nacht vorlas, wurde mein Interesse an der unheimlichen Phantastik
weiter entfacht. Geistergeschichten finde ich – sofern sie gut geschrieben
sind – immer noch erschreckender als jeglicher Splatter- oder Vampirroman.
So
war es denn um mich geschehen. Die unheimliche Phantastik hielt und hält
mich immer noch fest in ihren Klauen.;-)
John
Sinclair haben wir wahrscheinlich alle verschlungen.;-) Mich interessiert
ja, ob Jason Dark wirklich alle Stories selbst geschrieben hat. Glaubst
du, daß jemand die Härte hat, sich jahrelang täglich hinzusetzen
und eine Story nach der anderen herunterzuklopfen? Könntest du das?
Markus:
Ich denke, das es prinzipiell möglich ist. Es braucht eine Unmenge
an Disziplin und kreativer Energie und den Mut, sich zu wiederholen, was
Plot, Aufbau und solche Dinge betrifft. Ich denke aber, dass ich nicht
dafür geboren bin. Ich traue mir zu, dass ich es eine Zeit lang schaffen
würde, aber irgendwann würde ich die Lust und den Spaß
an der Sache verlieren. Mich reizt die Abwechslung an Charakteren, Stilmitteln
u.s.w. Nichts gegen die Heftromane, die will ich gar nicht schlecht machen,
aber bei einer Serie fühle ich mich zu sehr eingeschränkt. Es
kommt natürlich immer darauf an, wo man seinen schreiberischen Schwerpunkt
setzt. Meiner liegt woanders, da bin ich mir ziemlich sicher.
Wann
wurde deine erste Geschichte veröffentlicht?
Markus:
Das war noch zu Schulzeiten. In der Schülerzeitung druckte man eine
Doppelgängerstory von mir ab: “Der Andere”. Ich fand sie damals ziemlich
neuartig: Der Schatten eines Mannes macht sich selbstständig und bedroht
ihn. Später las ich dann “Peter Schlemihl” von einem Romantiker namens
Adalbert von Chamisso, der einen ähnlichen Gedanken schon rund Hundert
Jahre vor mir hatte. Pech.:-)
Gibt
es Autoren, deren Stil du magst? Eventuell Vorbilder?
Markus:
Oh, eine ganze Menge. Soll ich alle aufzählen? Gut, ich versuche mal
eine Liste zusammen zu tragen, aber ohne Gewähr auf Vollständigkeit:
E.A.Poe (klar), H.P. Lovecraft, Thomas Ligotti, Eddie M. Angerhuber, Gottfried
Benn, Franz Kafka, Alexander M. Frey, Gustav Meyrink, Oscar A.H. Schmitz,
Hanns Heinz Ewers (nicht alles ist gut, aber doch einiges), Bram Stoker,
M.R. James, E.F. Benson, Oscar Wilde (seine Ironie liebe ich sehr), Thomas
Wagner, Boris Koch, Leo Perutz, Philipp K. Dick ...
Ich
höre jetzt lieber auf, sonst ufert das zu sehr aus. Es gibt einfach
zu viele gute Schriftsteller aus den verschiedensten Bereichen, die ich
verehre.
Psychologischer
Horror wie der von Ligotti ängstigt mich persönlich am meisten.
Dieses Gefühl, sich selbst nicht wirklich zu kennen, ist für
mich ärger als der ‚Feind, der draußen auf der Lauer liegt‘.
Der heimtückischste Feind dürfte in uns selbst lauern, der schlimmste
Horror in uns selbst existieren.
Kannst
du dich noch richtig fürchten? Und wenn ja, wovor?
Markus:
Ich denke, dass ich ähnliche Ängste habe, wie jeder, der offenen
Auges durch die Welt geht und sich nicht abgrenzt: Krieg, Tod, Dunkelheit,
Krankheit, Schmerz. Manchmal habe ich das Gefühl, ich kann mich nicht
mehr ängstigen, bei all dem Horror, den ich schreibe. Aber die Realität
ist weitaus grauenhafter als die Fiktion. Sie kann mich ängstigen.
Was die Fiktion angeht: da muss es schon etwas besonders Herausragendes
sein, ob nun Film oder Literatur. Der Standard Horror-Roman aus der Buchhandlung
jedenfalls ängstigt mich nicht. Poe, Lovecraft oder Ligotti hingegen
– ja. Wenn einem der Boden der Realität unter den Füßen
weggezogen wird, das ist schon ein beängstigendes, aber auch aufregendes
Gefühl.
Magst
du Horrorfilme? Kennst du die Filme von Dario Argento?
Markus:
Ich liebe Horrorfilme. Ich versuche jeden nur möglichen Film in dieser
Sparte zu sehen.
Zu
meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mir aber bislang noch nichts
von Dario Argento angesehen habe, obwohl ich viele gute Rezensionen darüber
gelesen habe.
Ich
schätze die Arbeit von Tim Burton sehr, auch die von Mario Bava, weil
beide hervorragende Stilisten sind/waren.
Zuletzt
fand ich „The Ring“ (amerikanisches Remake) sehr gelungen.
Aber
der unheimlichste Film ist und bleibt wohl für mich „Bis das Blut
gefriert“ – ein S/W Spukhaus Film, der ohne große Effekte auskommt,
aber eine grauenhafte Atmosphäre erzeugt.
Das
Remake hiervon („Das Spukschloss“ von Jan de Bont) war allerdings nur lächerlich.
Dein
neues Buch heißt "Grausame Städte". Es geht, wie ich (vorerst)
dem Klappentext entnehmen konnte, um Berlin und Venedig, Städte mit
einer starken, manchmal auch mystischen Ausstrahlung, der man sich auch
als Besucher nicht entziehen kann. Wie ist das Buch entstanden? Hast du
direkt "vor Ort" die Inspirationen gesammelt und die Geschichten geschrieben?
Markus:
Ich hatte zwei Geschichten geschrieben, welche in Venedig spielten – “Concetta”
und “Carnevale a Venezia”. Danach entstand “Der Schlafgänger” und
“Insomnia”, Geschichten aus Berlin. Diese Stories waren mir zunächst
ohne bewusste Planung für einen Band entstanden. Doch mir fiel auf,
dass mich offenbar diese beiden Städte interessierten, faszinierten.
Ich ging daran, bewusst nach Stoffen Ausschau zu halten, welche in diesen
beiden Städten spielen konnten. Aber das war mir nicht genug. Sammlungen
von Kurzgeschichten gibt es wie Sand am Meer – ich wollte aber etwas Innovatives
erschaffen. Von daher gefiel mir die Idee, zwei Zyklen mit Geschichten
zu erfinden, welche in diesen Städten spielten, aber das ging mir
nicht weit genug. Also überlegte ich mir ein Konzept, in welchem ich
Geschichten bündeln konnte, ohne dass sie lediglich hintereinander
aufgelistet waren, sondern ein enges Geflecht von Beziehungen bildeten.
Daraus formte sich nach und nach der Band “Grausame Städte”.
Berlin
habe ich zweimal besucht – einmal vor und einmal nach dem Mauerfall. Doch
ich war niemals in Venedig. Hierfür habe ich Stadtpläne studiert
(Bei “Carnevale a Venezia” ist das besonders auffällig. Wenn der Leser
möchte, kann er den Weg des Protagonisten durch Venedig in natura
verfolgen; alle Straßennamen sind real), Reiseführer und Bildbände
zu Venedig gekauft, gelesen und betrachtet. Ich versuchte, die Atmosphäre
dieser Stadt zu atmen und in den Geschichten einzufangen. Ich hoffe, dass
mir das gelungen ist.
Städte
wie Venedig oder Prag wirken auf mich wie in sich selbst abgeschlossene
Inseln mit einer ureigenen Kultur, ja Wahrnehmung der Dinge, einer eigenen
Ästhetik. Die Atmosphäre ist dort unglaublich dicht. Sie sind
"phantastische Städte", in denen einfach alles möglich zu sein
scheint. Welche Eindrücke hat Venedig bei dir hinterlassen?
Markus:
Venedig ist für mich eine melancholische, traurige Stadt, welche ihrer
einstigen Macht und Größe nachweint. In ihrer ständigen
Bedrohung durch das Meer ist sie eine leidende Schöne – verdammt zum
langsamen Verfall, der unabwendbar ist. Dennoch versucht sie zu lächeln,
aber es ist ein Lächeln, das sich der Vergänglichkeit bewusst
ist.
Es
gibt mehrere Möglichkeiten, deine Stories zu lesen. Ich beziehe mich
auf die Stellen im Text, die du ‚Anker‘ nennst. Was genau bedeutet der
‚Anker‘ in deinen Texten? Du scheinst den Leser damit direkt anzusprechen...
Markus:
Ich möchte den Leser auf vielerlei Arten ansprechen. Zum einen kann
er den Text rein als Unterhaltungsfiktion lesen. Da ist nichts Schlechtes
dabei, das ist ok so. Wer aber diese – ich nenne sie „Anker“ – in der Erzählung
findet und sich einen eigenen Reim auf das Geschehen macht, wird eine tiefere
Ebene entdecken können. Es mag hochtrabend klingen, aber diese „Anker“
beziehen sich auf philosophische Grundfragen, Ideen, Werte und dergleichen.
Du
betreust die Serie “Edgar Allan Poes Phantastische Bibliothek” redaktionell
und dein Buch “Grausame Städte” ist als erster Band in der Serie erschienen.
Die Serie widmet sich dem literarischen Andenken Poes. Also zurück
zu den Wurzeln der Gothic Horror Story?
Markus:
Nicht ganz. Es geht mir bei der Poe-Reihe mehr um die Grundhaltung, welche
ich in Poe sehe – eine Literatur der Angst zu schaffen, die weit mehr ist,
als das ständige Wiederholen von Klischees. Edgar Allan Poe hat damals
mit der Schauerromantik gebrochen, die vor allem aus Deutschland kam (ihm
wurde sogar der Plagiatvorwurf gemacht, wogegen er sich heftig wehrte –
daher stammt übrigens Poes vielzitierter Ausspruch: „Terror is not
of Germany – it is of the soul!“), indem er das Grauen aus der Seele seiner
verstörten Protagonisten erwachsen ließ. Demnach sollten die
Texte, die in der Poe-Reihe veröffentlicht werden, weitgehend innovativ
sein oder dem Andenken von Poe verhaftet sein. Also beides ist möglich
– eher dem gotischen Horror nahe stehend, oder davon völlig abweichend.
Aber bitte keinen Mainstream, wie ihn die großen Verlage (und oft
auch kleinere Verlage) auf den Markt werfen. „Mut zum literarischen Anspruch“,
nenne ich als Motto. Das mag hochtrabend klingen, ist aber nicht so gemeint.
Für mich gehört literarischer Anspruch einfach zum Genuss von
Phantastik dazu.
Wie
wird es mit der Serie weitergehen? Kannst du schon vorwegnehmen, welche
Bücher in der Folge veröffentlicht werden?
Markus:
Einen kleinen Vorgeschmack kann ich geben. Als nächstes Buch erscheint
von Thomas Ligotti: „Das Alptraum Netzwerk“. Ein ziemlich ungewöhnliches
Buch, dessen größte Novelle bereits den International Horror
Guild Award und den berühmten Bram Stoker Award erhalten hat. Danach
will ich einen älteren deutschen Autoren aus der Versenkung holen
– aber das ist noch eine Überraschung.:-)
Kannst
du dir vorstellen, mal eine Horror-Serie zu schreiben?
Markus:
Du meinst eine Heftroman-Serie? Ich denke momentan nicht über Derartiges
nach. Falls mir ein interessantes Konzept abseits der bestehenden Serien
einfiele, könnte ich mir es aber dennoch vorstellen. Die Frage ist
nur, ob die Leser dieser Literaturform so etwas akzeptieren würden?
Wie
findest du die deutschsprachige Fanzine-Szene? Welche Fanzines gefallen
dir am besten?
Markus:
Leider ist die Landschaft der Fanzines deutlich ausgedünnt. Viele
haben auf das Internet gewechselt, was ich sehr schade finde, da ich als
Büchernarr die Druckform liebe. „Arcana“ vom Lindenstruth-Verlag schließt
eine Lücke zwischen Story-Fanzine und Hintergrundinformationen, was
ich für sehr gelungen halte. „Quarber Merkur“ von Franz Rottensteiner
(Hg.) liefert weitgehend germanistische Untersuchungen – ein tolles Magazin,
sehr engagiert und bewusst anspruchsvoll.
Die
deutsche Phantastikszene ist ja ein eher kleiner, überschaubarer Kreis
(mein persönlicher Eindruck – sag es mir, wenn ich mich täusche).
Gibt es ab und zu gemeinsame Projekte wie Lesungen? Trifft man sich, um
sich auszutauschen oder ist hier jeder für sich? Mit welchen Autoren
hast du Kontakt?
Markus:
Ja, die gemeinsamen Treffen gibt es. Ich mag die Buchmesseconvention sehr
gerne, da ich dort viele Autoren und Fans wieder mal in persona sehen kann.
Zu der NACHTGESCHICHTEN Lesung in Schweinfurt (Ufr.) sehe ich Tobias Bachmann.
Diese jährlich statt findenden Lesung ist fast schon Tradition geworden.
Das meiste läuft aber über Email- oder Brief-Kontakte. Hier gibt
es viele Autoren, denen ich schreibe, darunter Eddie M. Angerhuber und
Thomas Wagner, welche mir besonders liebe Freunde geworden sind. Des weiteren
stehe ich in Kontakt mit Jörg Bartscher-Kleudgen, Boris Koch, Malte
S. Sembten, Michael Siefener, Christian von Aster, Sören Prescher
und noch einigen anderen, die jetzt sicher böse auf mich sind, weil
ich vergessen habe, sie zu erwähnen.;-)
Die
Lesungen beim Wave-Gothic-Treffen in Leipzig dürften sehr beliebt
sein, sowohl bei den Autoren als auch bei den Zuhörern. Hast du dort
schon mal gelesen bzw. hast du es vor?
Markus:
Nein, dort habe ich noch nicht gelesen, aber ich könnte mir durchaus
vorstellen, dass ich dort mal anfragen werde. Leider habe ich noch keine
Kontakte zu den Veranstaltern des Leipzig-Treffens geknüpft.
Eine
eher persönliche Frage: Kannst du vom Schreiben leben?
Markus:
Nein. Möchte ich auch nicht unbedingt – so wie es momentan mein Leben
zulässt, bin ich beim Schreiben im Kopf frei und muss nicht auf bestimme
Leserschichten oder gar Genrekonventionen achten.
Wie
sehen deine Pläne für die Zukunft aus? Gibt es neue Projekte?
Schreibst du eventuell schon an einem neuen Buch?
Markus:
„Nach dem Buch ist vor dem Buch“, sage ich immer.;-)
Ich
schreibe ständig neue Geschichten und versuche sie bei Anthologien
oder als eigenständiges Buch unterzubrigen. Momentan laufen Verhandlungen
mit einem Verlag, der ein Buch von mir im nächsten Herbst herausbringen
möchte.
***
Die
Paperback-Ausgabe von "Grausame Städte" ist nun für 9.90 Euro
erhältlich und kann über die Homepage des BLITZ-Verlages, www.blitz-verlag.de,
bezogen werden.
7.10.2003
©Vampyre
Planet |