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ZOMBIE ATTACK! - MUSEUM OF THE DEAD

USA 2002
Regie: James Dudelson
Darsteller: Tanya Vidal, Vivian Lucas, Pepe Pena

DVD, e-m-s, ca. 85 min., FSK ab 18
 

Eigentlich will Jewel (Tanya Vidal) den Halloweenabend in Ruhe daheim verbringen und mal richtig ausspannen - kein Wunder, muß sie doch ansonsten Kickboxgruppen unterrichten. Doch aus der Faulenzerei wird nichts, denn Jewels Freundin Lisa (Vivian Lucas) findet sich - höchst halloweenesk als eine Art Bademeisterin- Miezekatzen-Hybride kostümiert - bei ihr ein und überredet sie zum gemeinsamen Besuch des obskuren Museum of the Dead, welches nur einmal im Jahr seine Pforten öffnet und den Besuchern einen gar schaurigen Aufenthalt verspricht. 

Die beiden machen sich also auf den Weg ins Museum und wandern dort (ebenso wie einige weitere Besucher, deren Daseineszweck sich mir bis zum Schluß nicht so recht erschließen wollte) erst einmal ausgiebig und ziellos durch eine Vielzahl schummrig beleuchteter Gänge. Personal gibt es in dem musealen Labyrinth zwar keines, dafür informiert uns aber eine automatische Ansage über die spärlichen Exponate, die allesamt aus der mexikanischen Frühgeschichte stammen. Und so erfährt man, daß dem hier ausgestellten Schädel des Tolec noch immer eine finstere Macht innewohnen soll.

Besagter Tolec war einst ein grausamer Krieger, der seine Opfer zu verspeisen pflegte und es wird ausgiebig davor gewarnt, dem Knochenköpfchen in die hübschen roten Knopfaugen zu schauen... Natürlich hält sich kein Besucher an diese Warnung und so landet recht bald einer nach dem anderen in einer Pappkulissenlandschaft, die wohl eine Art andere Dimension o. ä. darstellen soll. Hier haust der böse Mr. T. höchstpersönlich und sorgt dafür, daß Eindringlinge sich in Zombies verwandeln, die ihrerseits wiederum andere Zeitgenossen durch Biß zombifizieren können. Auch unsere beiden Damen landen im Pappmaché-Hades und müssen sich dort sogleich gegen eine Rotte Untoter zur Wehr setzen. "Ich geb ihm was zu beißen und das wird nicht mein Hintern sein" bemerkt Kickbox-Jewel angesichts eines torkelnden Statisten und läßt mit ihrer Beinarbeit die Kulissen wackeln.


Dennoch wird Miezen-Lisa schließlich gebissen und verwandelt sich in einen höchst traurig anzusehenden Zombie, was das Ende einer langen Freundschaft bedeutet. Irgendwann stolpern dann auch noch zwei Cops ins Geschehen, von denen sich einer als Officer Law (!!) zu erkennen gibt und die Situation recht präzise mit den Worten "Ich komme mir vor wie an einem Filmset" umreißt. Gemeinsam sucht man nach einem Ausweg, während die Zombiepopulation wächst und das Zählwerk des DVD-Players allmählich dem Abspann zusteuert...

Eigentlich bringt Zombie Attack in seinen Grundzügen die besten Voraussetzungen mit, um Trashfans zu beglücken: Die dünne Story verliert sich nach der ersten halben Stunde in einem Nirvana absoluter Sinnentlehrtheit. Die Kulissen und das amateurfilmmäßige Zombie-Makeup sind geradezu rührend billig, die Dialoge zwerchfellerschütternd dumm und die Darsteller schließlich agieren auf einer Bandbreite, die von dösigem Koma bis zu hysterischem Overacting reicht.
Mit etwas Selbstironie und mehr Mut zum Absurden hätte also ein partytaugliches, hübsch albernes Stück Horror-Trash entstehen können, doch daran mangelt es den Machern leider, bzw. war ihnen vielleicht nicht einmal bewußt, was sie da verzapften.

Irgendwie krankt das Ganze an dem Anspruch, einen "ernsthaften" Horrorfilm zu machen, was hier einfach nur in die Hose geht und letztendlich dazu führt, daß das dürftige Geschehen auf der Stelle tritt. Dies spiegelt sich auch im Look des Films wider: Das sympathisch-trashige Setting wird in viel zu glatten, geleckt wirkenden Bildern präsentiert und der exzessive Einsatz überflüssiger Digitaleffekte, mit denen wohl vom knappen Budget abgelenkt werden soll, tut ein übriges, um den Film optisch zu verwässern. So bleibt Zombie Attack alles in allem leider eine etwas zwiespältige Angelegenheit, die aber wenigstens während der ersten Hälfte durchaus gut unterhält.
 

Zur DVD: Die Bildqualität (Vollbid 4:3) läßt ebenso wie der Ton (deutsch DD 5.1 + 2.0, englisch DD 2.0) nichts zu wünschen übrig. Leider gibt es keinerlei Extras; schade, denn von diesem Film hätte ich wirklich gern ein Making Of gesehen...
 

©Thomas Wagner