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Three...Extremes
2002 entstand als koreanisch-chinesisch- thailändische Coproduk- tion der Horror- Episodenfilm "Three... Nightmares", der auf diversen internationalen Filmfestivals Auszeich- nungen erringen konnte. Von diesem Erfolg offensichtlich angespornt, produzierte Peter Chan (bei "Three... Nightmares" mit einer Episode als Regisseur vertreten) 2004 den Nachfolger "Three... Extremes". Auch darin wird wieder eine Kurzfilm- Compilation modernen Fernost-Horrors präsentiert, diesmal aus Hongkong, Südkorea und Japan.

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THE POGUES: LIVE AT THE TOWN AND COUNTRY CLUB LONDON

Großbritannien 1988
Darsteller: The Pogues, Joe Strummer, Kirsty MacColl, The Specials

DVD, e-m-s, ca. 60 min., FSK frei ohne Altersbeschränkung

Es war einmal im London der späten 70er Jahre: Shane MacGowan, ein junger Ire mit einer ausgeprägten Affinität zu geistigen Getränken und anderen Genußmitteln, betätigt sich als Sänger in einer nicht sonderlich erfolgreichen Punkband mit dem schönen Namen The Nipple Erectors. 1981 formieren sich daraus die ebenfalls längst vergessenen The Nips und ein Jahr darauf wird schließlich die Band Pogue Mahone (was auf gut Irisch soviel wie "Küß meinen Arsch" bedeutet) ins Leben gerufen, die nun traditionelle Irish Folk-Elemente mit punkiger Rotzigkeit zu einer bis dahin nie dagewesenen Symbiose verbindet. 

Auf Drängen ihres Plattenlabels ändert die Band ihren Namen in das weniger anrüchige Pogues (= Küsse) und im Jahr 1984 erscheint mit "Red Roses For Me" ihr erstes Album. Der Rest ist Musikgeschichte: Die Pogues feiern internationale Erfolge, treten als Vorgruppe von The Clash und U2 auf und landen sogar Hits in den Charts. Nichtsdestotrotz sollte der ungezügelte Durst ihres charismatischen Frontmanns Shane MacGowan (der nach eigenem Bekunden seit dem 14. Lebensjahr nicht mehr nüchtern war) schließlich das Ende der Band einläuten. Als MacGowan 1990 bei einem Konzert in Tokio zusammenbricht, beschließt die Band seinen Rausschmiß, kann in der Folge jedoch nie wieder an alte Erfolge anknüpfen und löst sich schließlich 1996 auf. Shane MacGowan verfolgte weiterhin eine leidlich erfolgreiche Solokarriere und zu Beginn des neuen Jahrtausends tat man sich dann vorübergehend auch wieder zusammen, um einige Konzerte zu absolvieren, was jedoch nicht darüber hinwegtäuschen sollte, daß die alten Zeiten unwiederbringlich dahin sind. 

Die DVD "Live at the Town and Country Club London" zeigt die Band noch in Bestform und auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. Dem irritierenden Cover-Artwork, das nur halbwegs aktuelle Fotos der Bandmitglieder zeigt, zum Trotz, handelt es sich hier nicht etwa um ein jüngeres Konzert, sondern um den knapp 60minütigen Zusammenschnitt des Londoner St. Patrick's Day Gigs im März 1988. Der Film wurde damals noch im gleichen Jahr als VHS bei Virgin veröffentlicht, erlebte 2004 im UK eine Neuauflage als DVD und im März 2006 sorgte das Label e-m-s schließlich auch für eine deutsche Veröffentlichung (sehr zur Freude des Rezensenten, der nun endlich sein altes Videotape einmotten kann...;-)).
Zum Zeitpunkt des hier gefilmten Auftritts war gerade "Should I Fall From Grace With God" - das bislang erfolgreichste Album der Band - erschienen, von dem auch der Großteil der vertretenen Songs stammt. Shane MacGowan, singender Poet mit großer Seele und schlechten Zähnen, präsentiert sich frischgewaschen und rasiert - aber keinesfalls nüchtern - und die Band zeigt sich in Bestlaune und ausgesprochen spielfreudig. 


Als Special Guests treten The Clash-Kopf Joe Strummer und Kirsty MacColl (beide inzwischen leider viel zu früh verstorben) sowie einige Mitglieder der legendären Skaband The Specials auf. Und so werden neben den bandeigenen Songs auch eine herrlich ruppige Version des Clash-Klassikers "London Calling" (natürlich von Joe Strummer persönlich vorgetragen) und der alte Specials-Hit "Rudi - A Message To You" zum besten gegeben. Der Konzertmitschnitt enthält die folgenden 15 Songs: "Broad Majestic Shannon", "If I Should Fall from Grace with God", "Rainy Night In Soho", "Thousands Are Sailing", "Fairytale Of New York", "Lullaby Of London", "Dirty Old Town", "London Calling", "Turkish Song Of The Damned", "Fiesta", "Irish Rover", "Worms", "Rudi - A Message to You" und "Wild Rover". 

Sicherlich ist die knappe Laufzeit des Films ein arger Nachteil, zumal die Macher des Films fast ausschließlich dem damals aktuellen Songmaterial Platz einräumten und Stücke der vorangegangenen Alben leider kaum Berücksichtigung fanden. Und natürlich hätte man filmisch auch einiges besser machen können, so werden z. B. einige Songs durch Interviews unterbrochen, was den einen oder anderen Zuschauer vielleicht ein wenig stören könnte. Doch letztendlich sind all dies unwichtige Lappalien, die man anhand der gebotenen Show gerne verzeiht. Eine Art ausgelassener Partystimmung herrscht auf der Bühne, greift (natürlich die richtige Laune vorausgesetzt) auch auf den Zuschauer vor der Mattscheibe über und die Livequalitäten der Band waren anno ´88 ohnehin noch über jeden Verdacht erhaben. "Live at the Town and Country Club London" ist einerseits wichtiges Livedokument einer einst grandiosen Band, andererseits (und das vielleicht in allererster Linie) aber auch einfach das optimale Beiprogramm für lauschige Abende in geselliger Malt Whiskey-Seligkeit. Cheerio... 
 

Zur DVD-Umsetzung: 
Wie weiter oben schon erwähnt wurde dieser Konzertmitschnitt schon 1988 als Videotape veröffentlicht; bei der DVD hat man sich offensichtlich nicht die Mühe gemacht, irgendetwas zu remastern oder aufzupolieren. Die Bildqualität (Vollbild 4:3) erreicht mittleres VHS-Niveau und rauscht fröhlich vor sich hin. Der Ton (DD 2.0) stellt zwar kein Klangwunder dar, bringt den ruppigen Sound der Pogues aber adäquat rüber (und alle besserwisserischen DTS-Fanatiker sollen jetzt bitte mal den Mund halten und sich mit ihren Britney Spears-DVDs ins Kinderzimmer verziehen, ok?). Als Extra gibt es die 55minütige Dokumentation "Completely Pogued", die neben Interviews mit den Bandmitgliedern auch Ausschnitte aus Videoclips und Liveauftritten beinhaltet (hierfür sind jedoch ausreichende Englischkenntnisse erforderlich, denn diese Originalfassung ist nicht untertitelt). Die DVD von e-m-s ist übrigens in Qualität, Ausstattung und Artwork absolut identisch mit der britischen Veröffentlichung von Celtic Collections, wird jedoch zu einem weitaus günstigeren Preis angeboten. 
 

©Thomas Wagner