| THE
PHANTOM OF THE OPERA
USA/Ungarn
1983
Regie:
Robert Markowitz
Darsteller:
Maximilian Schell, Jane Seymour, Michael York, Jeremy Kemp
DVD,
e-m-s, ca. 92 min., FSK ab 16
Budapest,
Anfang des 20. Jahrhunderts: Sandor Korvin (Maximilian Schell) ist der
talentierte und respektierte Dirigent des Budapester Opernorchesters. Seine
Frau, die Sopranistin Elena (Jane Seymour), soll trotz ihrer Unsicherheit
die die Rolle der Marguerite in der Oper "Faust" singen, doch der Auftritt
gerät zu einem Fiasko.
Als
kurz nach der Aufführung eine vernichtende Kritik veröffentlicht
wird, begeht Elena Selbstmord. Für Sandor bricht eine Welt zusammen
und er sucht den verantwortlichen Kritiker auf, um diesen zur Rede zu stellen.
Doch die Situation eskaliert: Der Kritiker kommt ums Leben und Sandors
Gesicht wird bei dem Kampf durch Säure entstellt. Fortan bleibt er
für die Welt verschwunden und führt in den Katakomben unter der
Oper ein phantomhaftes Dasein. Vier Jahre nach dem Unglück soll unter
der Leitung von Michael Hartnell (Michael York) eine neue Inszenierung
von "Faust" aufgeführt werden. Auf der Suche nach der geeigneten Hauptdarstellerin
fällt Hartnells Wahl auf die junge Amerikanerin Maria Gianelli (abermals
Jane Seymour). Doch diese ist der toten Elena Korvin wie aus dem Gesicht
geschnitten, was auch dem Phantom nicht lange verborgen bleibt...
Dutzende
Male ist Gaston Leroux' 1910 entstandener Roman "Das Phantom der Oper"
inzwischen verfilmt worden. Die qualitative Spanne reicht dabei von zeitlosen
Klassikern wie etwa der legendären 1925er Stummfilmversion mit Lon
Chaney über moderne Adaptionen wie z. B. Brian De Palmas "Phantom
of the Paradise" bis hin zu völlig mißglückten Kitschvariationen.
Die 1983 entstandene amerikanisch-ungarische Fernsehproduktion "The Phantom
of the Opera" gehört nun durchaus zu den sehenswerten Verfilmungen
des Stoffes. |
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Drehbuchautor
Sherman Yellen verpflanzte das Geschehen von Paris nach Budapest (wo auch
gedreht wurde) und wandelte die Vorlage auch in weiteren Bereichen ab,
so daß sich hier eine sehr freie Interpretation des Stoffes bietet,
was dem Unterhaltungswert jedoch keinen Abbruch tut. Regisseur Robert Markowitz
gelang hier ein solide inszenierter und gediegen ausgestatteter Horrorfilm
im historischen Ambiente, der in manchen Szenen durchaus Erinnerungen an
die guten alten Tage der Hammer Productions weckt. Dem knappen Fernsehbudget
zum Trotz sind die Kulissen und Kostüme sehr schön gestaltet
und die alte Budapester Architektur bietet einen adäquaten Hintergrund
für die hier erzählte Geschichte. Auch an den Darstellern gibt
es nichts auszusetzen: Maximilian Schell liefert als Phantom eine durchweg
überzeugende schauspielerische Leistung und die weiteren Hauptrollen
sind mit Michael York (der hier einen ziemlich albernen Lockenkopf spazierenträgt)
und Jane Seymour glänzend besetzt. In Nebenparts finden sich u. a.
der britische Veteran Jeremy Kemp ("Die Todeskarten des Dr. Schreck") und
Paul Brooke (der Mann mit dem prägnanten Silberblick, der Horrorfans
als Constable Erny noch aus "Der Biss der Schlangenfrau" in Erinnerung
sein dürfte). Für die Make Up-Effekte zeichnete übrigens
Stan Winston ("Alien", "Terminator") verantwortlich.
Zur
DVD-Umsetzung:
Leider
läßt sich die technische Qualität der DVD nicht so loben
wie der Film. Das Bild (Vollbild 4:3) besitzt zwar gute Farbkontraste,
weist aber Unschärfen und Rauschen auf. Alles in allem läßt
sich hier nur mittlere VHS-Qualität attestieren. Der Ton (DD 2.0,
Deutsch und Englisch) ist in der Originalfassung recht gut geraten, die
deutsche Tonspur kling hingegen etwas dumpf. Von der Tonqualität abgesehen
macht die englische Version übrigens allein schon aufgrund der Stimmen
der Darsteller wesentlich mehr Freude als die leider recht lasch und hölzern
geratene deutsche Synchronfassung. An Extras wird außer einem Trailer
leider nichts geboten.
©Thomas
Wagner |