THE
DEVIL RIDES OUT
GB
1967
Regie:
Terence Fisher
Darsteller:
Christopher Lee, Charles Gray, Nike Arrighi, Leon Greene, Sarah Lawson
DVD,
Anolis/e-m-s, ca. 92 min., FSK ab 16
Der
Herzog de Richleau (Christopher Lee), ein Experte auf dem Gebiet des Okkultismus,
ist entsetzt, als er entdeckt, daß sein Freund Simon (Patrick Mower)
der satanischen Sekte des sinistren Mocata (Charles Gray) beigetreten ist.
Gemeinsam
mit dem skeptischen Rex van Ryn (Leon Greene) entführt er Simon, doch
dieser steht schon längst unter dem hypnotischen Einfluß Mocatas
und flüchtet zurück in die Obhut des satanischen Zirkels. De
Richleau und van Ryn versuchen nun über die junge Tanith Carlisle
(Nike Arrighi) an Simon heranzukommen, doch auch sie kann sich nicht gegen
Mocatas Manipulationen wehren. Van Ryn schafft es jedoch, den geheimen
Treffpunkt der Sekte herauszubekommen. Dort wird eine schwarze Messe zelebriert,
in deren Verlauf Simon und Tanith "getauft" werden sollen, um sich so mit
Leib und Seele dem Bösen zu verschreiben.
Gerade
als sich das leibhaftige Böse in ziegenköpfiger Gestalt als Bock
von Mendes manifestiert, gelingt es dem Herzog und van Ryn, die beiden
aus dem Kreis der in Ekstase verfallenen Teufelsanbeter zu entführen.
Simon und Tanith werden bei de Richleaus Verwandten, den Eatons (Sarah
Lawson und Paul Eddington) versteckt, doch es dauert nicht lang und Mocata
findet sich dort ein. Als seine Überredungskünste fruchtlos bleiben,
versucht er schließlich mit groberen Mitteln, die zwei Abtrünnigen
zurückzubekommen. Schon bald sehen sich de Richleau und seine Freunde
einer Serie mörderischer schwarzmagischer Angriffe ausgesetzt...
Die
Hammerproduktion The Devil Rides Out entstand 1967 auf der Grundlage
eines Romans Dennis Wheatleys (in Deutschland bei Bastei Lübbe unter
dem Titel Diener der Finsternis erschienen). Insgesamt verfilmten
Hammer drei Romane des britischen Bestsellerautors: The Devil Rides
Out, The Lost Continent (beide 1967) und schließlich noch
To
The Devil A Daughter (1976), der das überaus entäuschende
Ende der Hammer Productions darstellte. |
 |
Wheatleys
literarisch eher zweitklassiger und mit reaktionären Untertönen
gespickter Roman The Devil Rides Out wurde von Richard Matheson
(dessen Roman I am Legend die Vorlage für die SciFi-Klassiker
Last
Man On Earth und The Omega Man bildete) zu einem recht passablen
Drehbuch umgewandelt und von Regisseur Terence Fisher in ein atmosphärisches
und äußerst temporeiches Stück Gothic Horror-Kino transformiert.
Wie
in vielen Hammerfilmen läßt die wunderschöne Ausstattung
auch hier wieder vergessen, daß man sich in einem B-Movie befindet;
auch James Bernards mitreißende Musik und die (für 1967 sehr
gut gestalteten) Spezialeffekte muß man lobend erwähnen. Was
The
Devil Rides Out aber vor allem funktionieren läßt, sind
die hervorragenden Hauptdarsteller: Christopher Lee bekam hier einmal mehr
die Chance zu beweisen, daß sich sein schauspielerisches Talent nicht
im draculaescen Zähnefletschen erschöpft und verkörpert
den Part de Richleaus (dies übrigens eine Wunschrolle Lees) mit charismatischer
Souveränität. Ihm gegenüber steht der brillante Charles
Gray in der Rolle des an Aleister Crowley angelehnten Satanspriesters Mocata,
einem überaus gebildeten und kultivierten Finsterling, dessen scheinbare
Liebenswürdigkeit ihn nur um so bedrohlicher wirken läßt.
Anolis/e-m-s
sorgen hier abermals für eine deutsche DVD-Erstveröffentlichung,
die qualitativ (Widescreen 1:1.78, Ton DD 2.0 Mono in Deutsch und DD 2.0
Stereo in Englisch) nichts zu wünschen übrig läßt.
Als Bonus finden sich die Dokumentation World Of Hammer: Christopher
Lee, Trailer, diverse Bildergalerien sowie als besonderer Leckerbissen
ein sehr informativer Audiokommentar von Christopher Lee, Sarah Lawson
und Marcus Hearn (Co-Autor des Buchs The Hammer Story).
In
diesem Kommentar äußert Lee übrigens öfters den Wunsch
nach einem Remake von The Devil Rides Out, da die modernen Spezialeffekte
der Story ganz neue Möglichkeiten verleihen würden. Bei allem
Respekt für den alten Herren hoffe ich doch, daß es dazu niemals
kommen möge. Die alten Tage von Hammer lassen sich nun einmal leider
nicht zurückdrehen und ich kann mir unschwer vorstelln, was für
eine CGI-Effekt-verseuchte Scheußlichkeit heutzutage bei einem Remake
herauskommen würde ...
©Thomas
Wagner |