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The Devil Rides Out
Der Herzog de Richleau (Christopher Lee), ein Experte auf dem Gebiet des Okkultismus, ist entsetzt, als er entdeckt, daß sein Freund Simon (Patrick Mower) der satanischen Sekte des sinistren Mocata (Charles Gray) beigetreten ist. 
Gemeinsam mit dem skeptischen Rex van Ryn (Leon Greene) entführt er Simon, doch dieser steht schon längst unter dem hypnotischen Einfluß Mocatas und flüchtet zurück in die Obhut des satanischen Zirkels. 

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THE CARD PLAYER
(IL CARTAIO)

Italien 2004
Regie: Dario Argento
Darsteller: Stefania Rocca, Liam Cunningham, Silvio Muccino, Fiore Argento

DVD, Koch Media, ca. 100 min., FSK ab 16

Rom wird von einem irren Serienkiller mit ausgeprägtem Spieltrieb terrorisiert: Er entführt junge Frauen, hockt diese vor eine Webcam und fordert die Polizei zu interaktiven Pokerspielen heraus. Die Regeln sind einfach: Für jede Runde, die der Killer gewinnt, schneidet er dem Opfer ein Körperteil ab, gewinnt er das ganze Spiel, findet sich tags darauf die Leiche der betreffenden Dame. Den ermittelnden Beamten bleibt das Glück im Spiel versagt und so beschließt die Polizistin Anna Mari gemeinsam mit dem irischen Austauschbeamten John Brennan, zu einer List zu greifen: Sie ziehen den jugendlichen Pokerprofi Remo hinzu, der sich nach anfänglichem Zögern schließlich bereit erklärt, seine Fähigkeiten in den Dienst der Polizei zu stellen. Tatsächlich kann er den mörderischen Anonymus auch bei der folgenden Pokerpartie besiegen - doch dieser versteht wenig Spaß und so muß bald auch Remo um sein Leben fürchten... 

"The Card Player" entstand 2004 in der Regie des italienischen Horrormeisters Dario Argento, der mit Filmen wie z. B. "Profondo Rosso" (1976), "Suspiria" (1977) oder "Inferno" (1980) einst Meilensteine des Genres gedreht hatte und u. a. auch als Coproduzent von George Romeros Zombieklassiker "Dawn of the Dead" Filmgeschichte schrieb. Der Film sorgte schon lange vor den ersten DVD-Veröffentlichungen für sehr gemischte Reaktionen, was in Argentos Fall keinesfalls ungewöhnlich anmutet. Kontroversen unter seinen Fans und Kritikern hatte der Regisseur schon vor etlichen Jahren verursacht, so ernteten beispielsweise seine Thriller "Trauma" und "The Stendhal Syndrome" reichlich Verrisse, weil sie nicht den Erwartungen des Gore-hungrigen Splatterpublikums entsprachen und sich stattdessen mehr auf die psychologische Seite ihrer Story konzentrierten. Diese Form der Kritik ist zweifelsohne lächerlich und haltlos, zumal sich Dario Argentos stilistische Qualitäten kaum auf ein Übermaß an Kunstblut reduzieren lassen: Seine Filme hoben sich in ihrer eleganten Inszenierung, mit ausschweifenden, raffinierten Kamerafahrten und einer clever eingesetzten Farb- und Lichtsprache stets von der schlampig produzierten Dutzendware ab, wie sie z. B. Lucio Fulci in den ausgehenden 80er Jahren fabrizierte. 

"The Card Player" wirkt in diesem Zusammenhang jedoch erschreckend ernüchternd. Man muß sich zwar gewiß nicht dem Chor polemischer Verrisse anschließen, doch mit diesem unausgegorenem, seltsam steril und uninspiriert erscheinden Cyber-Thriller-Mischmasch legte Dario Argento seinen bislang mit Abstand schlechtesten Film vor. Die erzählte Geschichte ist wenig überzeugend und strotzt vor Ungereimtheiten (allein die Tatsache, daß die Polizei sich eines spielsüchtigen Teenagers bedient, um die Opfer freipokern zu lassen ist wenig glaubwürdig und auch in puncto Technik wird hier reichlich Quatsch verzapft). 


Auch die Idee mit dem internetaktiven Psycho ist nicht unbedingt die allerneueste (man denke z. B. nur an Jon Amiels "Copykill" und auch in der TV-Serie "Millennium" drehte sich eine Episode um einen Irren, der im WWW seine eigene kleine Snuff Show präsentiert) und hinzu kommt noch ein Gutteil an unfreiwilliger Komik, der sich in den Dialogen ebenso wie in der Handlung (der Showdown auf einem Schienenstrang ist gelinde lächerlich) niederschlägt, und den Film auch nicht unbedingt besser macht. 

Doch Unglaubwürdigkeit, Logikdefizite etc. wären eigentlich verzeihlich; die Qualität von Argentos Filmen lag noch nie in "realistisch" erzählten Stories oder eiskalt logisch durchkalkulierten Plots. Es ist schlicht und einfach die Absenz jeglichen persönlichen Stils, die "The Card Player" zu einer Entäuschung werden läßt. Die alte Bildermagie, die rasanten Kamerafahrten, die oben schon erwähnte Farbsymbolik - all das, was Argentos frühe Filme kennzeichnete und sogar auch noch bei seiner nostalgischen Retrorevue "Sleepless" zum Zuge kam, sucht man hier vergeblich. Visuell bekommt man die die ganze Zeit über eine saft- und kraftlose TV-Optik präsentiert, es gibt keinerlei beunruhigende Untertöne, hier ist nichts auch nur irgendwo ansatzweise "stylish" geraten, stattdessen gefällt man sich im lauen Allerweltslook der belanglosen Nuller-Jahre. Wenn es Argentos Intention gewesen sein sollte, endlich einmal ein "völlig normal" aussehendes Stück Mainstream zu drehen, ist ihm dies hier zweifelsohne gelungen. 
Um Mißverständnissen vorzubeugen: Es gibt viel, viel schlimmeres, als "The Card Player". Rein handwerklich ist der Film ordentlich inszeniert und - trotz aller Schwächen - gewiß immer noch besser, als der Großteil der neuzeitlichen Horrorproduktionen aus den USA (wenigstens wird man hier nicht mit dümmlichen Teenagern genervt). Ein Regisseur wie Dario Argento muß sich jedoch mit etwas anderen Maßstäben messen lassen und unter diesem Gesichtspunkt gewinnt "The Card Player" leider keinen Blumentopf. 
 

Zur DVD-Umsetzung: 
Die vorliegende DVD von Koch Media präsentiert den Film in einer überzeugenden Bildqualität (Widescreen 1.85:1 anamorph); Schärfe und Kontrast sind dabei sehr gut ausgefallen, lediglich in den dunklen Szenen verschwimmen die Details ein wenig. Auch der Ton (Deutsch in DTS, DD 5.1 und Dolby Surround, Englisch in DD 5.1 und 2.0, deutsche Untertitel einblendbar) ist sehr anständig geraten. Als Extras gibt es Trailer, eine Slideshow, Bio- und Filmographien, ein 12minütiges Behind-the-Scenes-Special mit Interviews sowie ein knapp 9minütiges Promo-Special. Die beiden Specials sind leider arg oberflächlich geraten und viel Hintergrundinformation wird darin nicht geboten. Übrigens ist diese DVD trotz der FSK16-Freigabe ungeschnitten und verfügt über die gleiche Laufzeit wie die überteuerte "Special Uncut Version", die zuvor von dem Label NEW auf den Markt gebracht wurde. Dabei handelte es sich offensichtlich nur um einen Trick, um das Käuferinteresse anzureizen; wer sich für den Film interessiert, sollte also auf alle Fälle zu der günstigen und qualitativ durchweg überzeugenden Veröffentlichung von Koch Media greifen. 
 
 

©Thomas Wagner