SWIMMING
POOL
Deutschland
2001
Regie:
Boris von Sychowski
Darsteller:
Kristen Miller, Elena Uhlig, Thorsten Grasshoff
DVD,
Universal, ca. 92 min., FSK ab 18
Eine
internationale Schule irgendwo in Prag: Nach den frisch überstandenen
Abschlußarbeiten betrinken sich lebensfrohe junge Menschen mit frischem,
kühlem Heineken. Alle sehen aus, als wären sie gerade einer Folge
aus Gute Zeiten, schlechte Zeiten entsprungen und klopfen tolle Sprüche
wie "Ab sofort sind wir zu cool für die Schule". Wer so unglaublich
cool ist, muß natürlich auch eine richtig wilde Party feiern
und so beschließt eine Clique von Schülern zu diesem Zweck nachts
in ein Schwimmbad einzubrechen.
Gesagt,
getan. In besagter Örtlichkeit gibt es übrigens nicht nur viel
Wasser, sondern auch eine gut gefüllte Bar (habe ich mir beim Anschauen
des Films auch gewünscht) und natürlich wieder massenhaft frisches,
kühles Heineken. Es folgen ausgelassenes Geplansche, belanglose Dialoge
und ein wenig pubertärer Sex, der uns jedoch auch an den Ernst des
Lebens erinnert (Sie: "Hey, hast du ein Kondom dabei?" Er: "Ja, willst
du, daß ich eins hole?" Sie: "Hol die ganze Packung!"). Ach ja, irgendwann
zwischendurch taucht ein schwarzkostümierter Killer mit einer albernen
Totenkopfmaske a la Scream auf und beginnt mit einer Machete die nervtötenden
Retortenkids zu dezimieren. Selbstverständlich sind alle Türen
verschlossen und es gibt nirgendwo ein Telefon - da hilft dann auch kein
Heineken mehr... |
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Nein,
liebe Leser, es handelt sich hier nicht um eine Bierwerbung und auch nicht
um ein neues Stück Massenware made in Hollywood. Swimming Pool ist
eine deutsche Produktion, die 2001 in der Regie eines jungen Mannes namens
Boris von Sychowski entstand, der sich mit seinem absolut durchschnittlichen
und farblosen Inszenierungsstil redlich Mühe gibt, seine US-Vorbilder
zu erreichen. Doch die schamlosen Anleihen bei Scream machen dieses Fiasko
auch nicht besser: Swimming Pool bietet runde eineinhalb Stunden minderbemitteltes
Schauspiel, seelenlose Bilder (da helfen auch die eingestreuten Postkartenansichten
von Prag nicht weiter) und einen durch und durch vorhersehbaren Plot, wie
er bereits in Dutzenden amerikanischer Slasher-Streifen verbraten wurde.
Zwar wird hier literweise Kunstblut verschüttet, dennoch bleibt der
Film steril und stubenrein, und ist trotz FSK18-Freigabe tauglich fürs
abendliche TV-Programm.
Wer
jetzt noch nicht abgeschreckt ist, der möge sich auf eigene Gefahr
die DVD zulegen, über deren technische Qualität sich nichts negatives
sagen läßt: Sauberes Bild in Widescreen-Format (1,85:1), deutscher
und englischer Ton in DD 5.1 (deutsche Untertitel lassen sich einblenden)
sowie ein Riesenhaufen Extras: u. a. Audiokommentar des Regisseurs, Interviews,
Storyboard, diverse Filmdokumentationen, entfallene Szenen, Auzug aus dem
Drehbuch, Trailer etc., etc. Tonnenweise langweilige Wichtigtuerei, ein
digitalisiertes Denkmal für einen der miesesten Filme meines Rezensentendaseins.
Die
dümmsten Bauern haben halt immer die dicksten Kartoffeln oder wie
war das noch gleich...?
©Thomas
Wagner |