Vampyre Planet-Zine

Stories, Gedichte
Fanfiction
Rezensionen: 
Bücher & Comics 
Interviews
Vamporium: Essays
Cinema
Musik
Fin de Siecle 
Mondgedichte
 


 
Straight into Darkness
Der 2. Weltkrieg, irgendwo in Westeuropa: Die amerikanischen Deser- teure Losey (Ryan Francis) und Deming (Scott MacDonald) wurden von der Militärpolizei gefaßt und sollen nun vor ein Militärgericht gestellt werden. Doch auf dem Weg dorthin gerät der Jeep mitten in ein Minen- feld, was ihren Bewachern das Leben kostet. Nur Losey und Deming bleiben wie durch ein Wunder unverletzt und machen sich nun auf die Flucht. 

weiterlesen...


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

SPURLOS
(THE VANISHING)

USA 1993
Regie: Georges Sluizer
Darsteller: Kiefer Sutherland, Jeff Bridges, Nancy Travis
DVD, Twentieth Century Fox, ca. 105 min., FSK ab 16 
 

Der Chemielehrer Barney (Jeff Bridges) ist ein richtig netter Kerl. Er führt ein harmonisches Familienleben, seine Frau und Tochter lieben ihn und eigentlich ist seine Welt rundum in Ordnung. Doch zuviel Glück ist ungesund, bzw. läßt manche Menschen auf merkwürdige Gedanken kommen und so beschließt Barney eines Tages, ein grausames Verbrechen zu begehen... 

Als Jeff (Kiefer Sutherland) und seine Freundin Diane (Sandra Bullock) einen Ausflug zum Mount St. Helens machen, ahnen sie davon noch nichts. Doch bei einem Zwischenstop auf einer Autobahnraststätte beginnt das Drama: Während Jeff im Wagen wartet, will Diane dort nur schnell einige Getränke besorgen – aber sie kehrt nie wieder zurück. Das spurlose Verschwinden seiner Freundin zerstört beinahe Jeffs ganze Existenz. Drei Jahre lang sucht er verzweifelt nach Diane, klebt Plakate und verteilt Flugblätter, doch alle Bemühungen bleiben vergeblich und auch die Polizei hat ihre Nachforschungen längst eingestellt. Eines Tages lernt er Rita (Nancy Travis) kennen und verliebt sich in sie. Als nun endlich ein Neuanfang für Jeff möglich scheint, meldet sich Barney bei ihm und offenbart ihm, daß er der Entführer Dianes ist. Er bietet ihm an, ihm das Geheimnis um Dianes Schicksal zu enthüllen, doch dazu soll Jeff sich in seine Hände begeben und exakt das durchleben, was drei Jahre zuvor Diane widerfuhr. Besessen davon, endlich die Wahrheit zu erfahren, läßt Jeff sich auf den Handel ein...

Georges Sluizer drehte Spurlos 1993 in den USA als ein Remake seines fünf Jahre zuvor in den Niederlanden entstandenen Films Spoorloos und dem Regisseur gelang hier ein exzellenter Thriller, der gleichermaßen durch seine packend erzählte Geschichte, wie auch durch seine hervorragenden Hauptdarsteller fesselt.


Jeffs Obsession vom Verschwinden Dianes, seine jahrelange Suche nach der Wahrheit, die im Lauf der Zeit fast sein Leben ruiniert, erinnert stark an James Stewart in Alfred Hitchcocks Meisterwerk Vertigo. Und wie die Klassiker des britischen Altmeisters besticht auch Spurlos mit sehr guten Dialogen, überzeugenden Charakteren und einem Spannungsbogen, der sich im Verlauf des Films so weit hochschraubt, daß man kaum noch den Blick von der Mattscheibe wenden mag. 

Kiefer Sutherland verkörpert den innerlich zerrissenen Charakter Jeffs mit viel Feingefühl ebenso anrührend wie überzeugend. Ihm zur Seite steht absolut ebenbürtig Nancy Travis als Rita, eine mit beiden Beinen mitten im Leben befindliche Frau, die einen interessanten Kontrast zu dem sensiblen Jeff bildet. Eine überaus faszinierende Figur in dem Film ist jedoch auch Barney, der freundliche Familienvater und Lehrer, der sich aus lauter Langeweile und Überdruß einbildet, nun auch endlich seine dunkle Seite entdecken zu müssen. Jeff Bridges‘ Darstellung dieses Spießbürgers, der zum Gelegenheitskiller wird, ist schlichtweg grandios: Mit seiner bedächtig-ruhigen Art, mit der Pedanterie, mit der er z. B. zum Anfang des Films in einer abgelegenen Blockhütte die Entführung vorbereitet, wirkt er weitaus beängstigender, als jeder stereotype Klischee-Serienkiller. Absolut empfehlenswert!
 

Über die Qualität der DVD-Veröffentlichung läßt sich wenig negatives sagen. Das Bild (16:9 Widescreen) ist kristallklar, die Farbkontraste kommen gut zur Geltung und auch der Ton (Surround 2.0) läßt nichts zu wünschen übrig. An Sprachfassungen existieren die englische Originalversion sowie eine deutsche und spanische Synchronfassung; Untertitel lassen sich einblenden. Einziges Manko ist auch hier einmal wieder die ausgesprochen spartanische Ausstattung an Extra Features, denn außer einem Trailer wird leider nichts geboten.
 

©Thomas Wagner