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Slash
Der junge Mac (James O`Shea) ist Leadsänger der Rockband Slash, die mehr schlecht als recht versucht, mit ihrer Musik Erfolg zu haben. Als eines Tages seine Tante stirbt, beschließt er widerstre- bend nach Jahren wieder die Farm seiner Familie zu besuchen, um an der Beisetzung teilzunehmen. Natürlich begleitet ihn der Rest der Band dorthin, denn die Jungs und Mädels scheinen eh nichts besseres zu tun zu haben. Vater MacDonald (Steve Railsback) stellt sich als recht merkwür- diger Kauz heraus, der die Teenierocker mit kruden Witzen und sinistren Andeutungen verwirrt, und es dauert natürlich nicht lange, bis - buh!! - ein sensenbewehrter Bi-Ba- Butzemann die Runde macht, um den fröhlichen Bodycount einzuläuten...

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SHERLOCK HOLMES
(THE ADVENTURES OF SHERLOCK HOLMES)

GB 1984
Regie: Paul Annett u. a.
Darsteller: Jeremy Brett, David Burke, Rosalie Williams, Eric Porter

4-DVD-Box, Koch Media, ca. 664 min., FSK ab 12

Es ist wohl müßig, ihn näher vorzustellen: Sherlock Holmes, den in der Londoner Baker Street 221B residierenden, berühmten Meisterdetektiv, der - unterstützt von seinem getreuen Freund Dr. Watson - mittels präziser Logik und scharfsinniger Kombinationsgabe selbst die rätselhaftesten Kriminalfälle löst. Der Autor Sir Arthur Conan Doyle (1859-1930) ließ diesen Charakter erstmals 1887 in dem Roman "A Study in Scarlet" ermitteln, damals wohl kaum ahnend, daß er damit eine der berühmtesten Figuren der Literaturgeschichte ins Leben rief, die darüber hinaus auch bald zum Archetyp des kriminalwissenschaftlich vorgehenden Detektivs werden sollte. 

Bereits um 1900 trat Sherlock Holmes erstmals in einem Film auf, seitdem folgten bis heute knapp 170 filmische Adaptionen, darunter auch zahlreiche Bearbeitungen fürs Fernsehen. Die Verfilmungen unterscheiden sich in ihrer Qualität ebenso wie in ihrer werkgetreuen Umsetzung, wobei das eine natürlich nicht zwangsläufig das andere bedingen muß. Doch ein Sherlock Holmes-Film steht und fällt natürlich in erster Linie mit seinem Hauptdarsteller. Viele Mimen haben sich im Lauf der Filmgeschichte an dieser Rolle versucht, den meisten von ihnen wollte es nicht gelingen, sich als glaubhafte Verkörperung des Meisterdetektivs ins Gedächtnis des Publikums einzuprägen, doch einige wurden in dieser Rolle legendär: So z. B. Basil Rathbone, der von 1939-46 insgesamt vierzehnmal als Holmes vor der Kamera stand. Oder auch Peter Cushing, der den großen Detektiv erstmals 1959 in der Hammerproduktion "The Hound of the Baskervilles", dann von 1964-68 in der BBC-Serie "Sherlock Holmes" und ein letztes Mal noch 1984 in "Masks of Death" darstellte. Auch Horroraltmeister Christopher Lee schlüpfte in diese Rolle, ebenso auch Roger Moore, John Neville, Christopher Plummer, Stewart Granger und Ian Richardson, um nur einige Namen zu nennen. 

Die 1984 von dem britischen Fernsehsender Granada TV produzierte Serie "The Adventures of Sherlock Holmes" gehört nun zweifelsohne zu den allerbesten filmischen Umsetzungen von Conan Doyles Erzählungen. Mit viel Aufwand und Liebe zum Detail ließ man auf einem ehemaligen Eisenbahngelände in Manchester das viktorianische London lebendig werden. Ausstattung und Kostüme zeichneten sich durch ein Höchstmaß an Authentizität aus und auch die Drehbuchautoren ließen große Sorgfalt walten, um Conan Doyles Erzählungen so weit wie möglich gerecht zu werden. 
Für die Titelrolle wurde der renommierte britische Schauspieler Jeremy Brett (1933-95) engagiert, der u. a. 1978 in der BBC-Adaption von Daphne Du Mauriers "Rebecca" in der Rolle des Maxime de Winter überzeugt und sich vor allem auch auch auf der Theaterbühne einen Namen gemacht hatte. Dessen Darstellung des Meisterdetektivs war gänzlich anders, als alles, was zuvor auf diesem Sektor geboten wurde, denn während die meisten seiner Schauspielerkollegen Holmes nur als einen unterkühlten, von purer Ratio bestimmten Charakter darstellten, der vor allem durch seine Ermittlungsmethoden interessant war, wurde nun in Bretts Verkörperung Sherlock Holmes als Mensch lebendig: Ein durchaus temperamentvoller Zeitgenosse, überdurchschnittlich intelligent und mit einer brillanten Kombinationsgabe gesegnet, dabei aber auch nicht frei von Manierismen und Eitelkeit, und auch mit einer dunklen, grüblerisch-depressiven Seite versehen. Und sogar Holmes' unseliger Hang zum Kokain (dem er vorzugsweise immer dann nachgibt, wenn er sich langweilt) wird hier - im Gegensatz zu den meisten anderen Verfilmungen - nicht unter den Tisch gekehrt, sondern fließt vorlagengetreu in die Handlung mit ein.


Es ist einfach ein Genuß, diesem Schau- spieler dabei zuzusehen, wie er mittels Gestik, Mimik und geschliffenen Dialogs (es empfiehlt sich übrigens unbedingt, die Episoden in der englischen Originalfassung anzusehen) Sherlock Holmes auf eine unnachahmliche Art lebendig und wirklich unvergeßlich werden läßt. In der Rolle des Dr. Watson - treuer Freund und zugleich Chronist der Fälle - steht ihm David Burke zur Seite, der diesen Part ebenfalls sehr glaubhaft verkörpert und dabei nie den Fehler macht, ihn auf einen komisch-vertrottelten "Sidekick" zu reduzieren, wie es leider nur all zu oft in anderen Verfilmungen der Fall war. 
Die Serie konnte damals in Großbritannien und auch in den USA recht gute Erfolge verbuchen und wurde insgesamt dreimal fortgesetzt: 1986 mit "The Return of Sherlock Holmes", 1990 mit "The Casebook of Sherlock Holmes" und 1994 mit "The Memoirs of Sherlock Holmes", parallel dazu wurden auch insgesamt fünf Spielfilme gedreht. Leider verschlechterte sich Jeremy Bretts Gesundheitszustand im Verlauf der 90er Jahren rapide und 1995 erlag der Schauspieler schließlich seinem schweren Herzleiden. 

Das Label Koch Media, das schon einige Kultserien (so z. B. "Department S", "Die Zwei" oder "Catweazle") in sehr ansprechender Form auf DVD präsentiert hat, veröffentlichte im Dezember 2005 eine 4 DVDs umfassende Box, die sämtliche 13 Episoden der ersten Staffel in ungeschnittener Form beinhaltet: "Ein Skandal in Böhmen", "Die tanzenden Männchen", "Das Marineabkommen", "Die einsame Radfahrerin", "Der verkrüppelte Mann", "Das gefleckte Band", "Der blaue Karfunkel", "Das Haus zu den Blutbuchen", "Der griechische Dolmetscher", "Der Baumeister von Norwood", "Der Dauerpatient", "Die Liga der rothaarigen Männer" und "Sein letzter Fall". Dabei rettet Holmes einen eurpäischen Fürsten vor einem Skandal, dechiffriert mysteriöse Geheim- botschaften, kommt einem Jahrzehnte zurückliegenden Verbrechen in Militärkreisen auf die Spur, verhindert durch die Wiederbeschaffung eines Geheimdokuments eine internationale Krise, klärt unlösbar erscheinende Todesfälle auf, hilft unschuldig Verdächtigten und steht schließlich seinem gefährlichsten Gegner, dem verbrecherischen Genie Professor Moriarty gegenüber. Alle Episoden zeichnen sich in Inszenierung, Ausstattung und Besetzung durch die gleiche hohe Qualität aus und bieten insgesamt 664 Minuten exzellenter Unterhaltung. 

Zur DVD-Umsetzung: 
Bei Bild- (Originalformat 4:3) und Tonqualität (Deutsch und Englisch in DD 2.0, deutsche Untertitel einblendbar) gibt es keinerlei negative Punkte zu beanstanden. Berücksichtigt man, daß es sich hierbei um eine über 20 Jahre alte Fernsehserie handelt, ist das Ergebnis rundum gut ausgefallen. Auf den DVDs an sich finden sich leider keinerlei Extras, was in der Rubrik Ausstattung eigentlich zu einem Punkteabzug führen müßte, wäre da nicht die hervorragende Aufmachung der Box, die geschmackvoll im Buchlook daherkommt und in ihrer Mitte den kompletten Hintergrundbericht des Produzenten Michael Cox beinhaltet. Dieser fast 100 Seiten umfassende Text bietet einen faszinierenden Rückblick, der weitaus mehr Information offeriert, als ein durchschnittliches Making Of es je könnte und zugleich wird darin auch die Entstehungsgeschichte jeder der dreizehn Episoden erläutert. Somit kriegt man hier neben den vier DVDs auch noch ein kleines Buch geboten, was nun die fehlenden DVD-Extras wirklich verschmerzen läßt. 

Mit der ersten Staffel von "Sherlock Holmes" bleibt sich das Label Koch Media seinem hohen Niveau treu und stellt einmal mehr einen sorgfältigen und liebevollen Umgang mit Filmklassikern unter Beweis. Daß man sich dort nun auch dieser hervorragenden und in Deutschland bislang sehr stiefmütterlich behandelten Serie annahm, spricht für den guten Geschmack der Verantwortlichen. Die zweite Box ist bereits für den September 2006 angekündigt, hoffen wir nur, daß auch die anderen Staffeln nicht all zu lange auf sich warten lassen werden. 
 

©Thomas Wagner