ROAD
KILL
USA
1999
Regie:
Matthew Leutwyler
Darsteller:
Jennifer Rubin, Erik Palladino, Billy Jayne
DVD,
e-m-s, ca. 92 min., FSK ab 18
Der
Filmstudent Alex, der am liebsten mißglückte Jackie Chan-Hommagen
fabriziert, hat einige Probleme: Um seinen College-Abschluß zu bekommen,
soll er endlich ein ambitioniertes Filmprojekt vorlegen. Zugleich droht
der Kredithai Mr. Z mit drastischen Maßnahmen, wenn er ihm nicht
innerhalb kurzer Zeit das geliehene Geld samt Zinsen zurückzahlt.
Als Alex schließlich erfährt, daß seine neue Nachbarin
Blue als Auftragskiller arbeitet, hat er die rettende Idee: Er will einen
Dokumentarfilm über ihren Arbeitsalltag drehen und sie zu diesem Zweck
zu ihrem nächsten Auftrag nach Miami begeleiten. Blue, die ein begeisterter
Filmfan ist, stimmt zu und gemeinsam mit Alex‘ Mitbewohner, dem neurotischen
Kunststudenten Lars, machen sie sich auf die Reise …
Der
1999 in der Regie von Matthew Leutwyler entstandene Road Kill ist eine
billige kleine Produktion abseits des Hollywood- Einheitsbreis, in der
Satire, Drama und Roadmovie eine recht gelungene Symbiose eingehen. Zwar
agiert Ron Altomare als Alex etwas farblos, dafür überzeugt aber
der Rest der Besetzung, allen voran Jennifer Rubin mit ihrer einfühlsamen
und sympathischen Darstellung Blues sowie Billy Jayne als tuntiger Kunststudent
Lars, der alle Welt permanent mit seiner Lactoseallergie nervt. |
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Seine
Stärken entfaltet der Film vor allem in den grotesk-schwarzhumorigen
Szenen und ruft hier fast schon Erinnerungen an Quentin Tarantino wach:
So läßt z. B. Mr. Z zur Abschreckung Lars die Nase aufschlitzen,
zeigt sich im Anschluß aber aufrichtig erschüttert über
ein versehentlich demoliertes Regal in der Wohnung. Später begegnet
man einem Barbesitzer, der abgetrennte Zehen sammelt, um damit einmalige
Cocktails zu mixen und schließlich erschießt Alex – als er
entsetzt bemerkt, daß die Filmrolle in seiner Kamera voll war, bevor
Blue ihren Job erledigte - eine Leiche gleich noch ein zweites Mal. Im
Kontrast dazu stehen die ernsteren Handlungsstränge: Natürlich
hat Blue eigentlich keinen Spaß an ihrem Job und erzählt schließlich,
daß sie als Kind von ihrem Stiefvater mißbraucht wurde.
Anfangs
wirkt dies auf den Zuschauer eine etwas verunglückte Rechtfertigung
für das eigentliche Thema des Films und nimmt der Story einiges von
ihrer satirischen Schärfe. Doch als Blue schließlich ihren Stiefvater
aufsucht, um sich an ihm zu rächen, zieht für kurze Zeit eine
wirklich ungemütliche Stimmung in den Film ein. Blues Rache endet
in einem Fiasko, sie verstümmelt ihr Opfer mit einer Schere und erleidet
einen Nervenzusammenbruch. Völlig unpassend und all zu gefällig
geraten erscheint dann jedoch das allgemeine Happy End: Alex bekommt seinen
Abschluß, Lars hat seine erste eigene Ausstellung und Blue kann endlich
ein normales Leben führen. Dieser banale Schluß ist leider ein
arger Wermutstropfen in dem ansonsten überwiegend gelungenen Film.
Die
DVD präsentiert Road Kill in Vollbild 4:3 und DD 2.0 (englisch und
deutsch), an Extras gibt es leider nur den Trailer. Schade, etwas mehr
Bonusmaterial hätte dieser Film eigentlich schon verdient …
©Thomas
Wagner |