| REMBRANDT
7 ANTWORTET NICHT
Deutschland/Italien/Spanien
1966
Regie:
Giancarlo Romitellis
Darsteller:
Lang Jeffries, Joachim Hansen, Mitsouko, Christiane Maybach
DVD,
e-m-s, ca. 85 min., FSK ab 16
Der
Wissenschaftler Professor Liebrich entwickelt in Südamerika eine sensationelle
neue Waffe, mit der es möglich ist, die Sonnenernergie zu speichern
und gezielt zur Destruktion von Leben und Materie einzusetzen. Kein Wunder
also, daß dieser "Todesstrahl" den Appetit der Großmächte
weckt, die ihn nur all zu gern in ihre Massenvernichtungswaffenarsenale
aufnehmen würden.
So
läßt die CIA schon seit einiger Zeit den Professor überwachen,
was eine Bande fieser Finsterlinge unter der Führung von Liebrichs
abtrünnigem Assistenten Kosky jedoch nicht davon abhält, den
Erfinder samt Erfindung zu kidnappen. Dahinter steckt ein chinesischer
Spionagering, der die Wunderwaffe gern ins Reich der Mitte schaffen möchte,
doch daraus wird vorerst nichts: Kosky dreht seinen Auftraggebern eine
unvollständige Formel an und plant offensichtlich, das große
Geschäft mit einer anderen östlichen Supermacht abzuwickeln.
Höchste Zeit also, daß die CIA ihren Topagenten Mark Donen (Lang
Jeffries) alias Agent R7 auf die erwähnten Kidnapper und Spione ansetzt.
Der verbündet sich zum Schein erstmal mit der chinesischen Spionin
Seyna (Mitsouko) und schließlich führt die Spur nach Tanger,
wo es zu einem harten Kampf zwischen CIA-Agenten, Chinesen und Koskys Bande
kommt...
"Rembrandt
7 antwortet nicht" ist innerhalb der e-m-s-Reihe "Filmpalast" erschienen,
die sich liebevoll aufgemacht den deutschen Kinoklassikern der 50er und
60er Jahre widmet. Der Film wurde 1966 als deutsch-italienisch- spanische
Coproduktion gedreht und ist ein typischer Vertreter der damaligen Agentenfilmwelle,
die im Fahrwasser der überaus erfolgreichen britischen James Bond-Produktionen
entstand. Den Part des smarten Superagenten Donen spielt der Kanadier Lang
Jeffries, der zuvor in Italien schon in diversen Sandalenfilmen mitgewirkt
hatte und für die Regie zeichnete Giancarlo Romitelli verantwortlich,
dessen Karriere nach nur fünf Filmen schon Mitte der 70er Jahre wieder
ein Ende fand. |
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Nun
ist Lang Jeffries nicht Sean Connery, das hier verbratene Budget dürfte
auch recht bescheiden gewesen sein und Giancarlo Romitellis Regie strotzt
nicht gerade vor künstlerischem Esprit - wer also unbedingt hollywoodkompatibles
Hochglanzkino sehen will, kann jetzt getrost mit dem Lesen aufhören.
Betrachtet man "Rembrandt 7" jedoch unter B-Movie-/ Trashgesichtspunkten,
birgt der Film durchaus ein nettes Entertainment- potential: Die Charaktere
besitzen den heiter flachen Tiefgang von Comicstripfiguren, die Dialoge
bestehen aus geradlinigen Einzeilern, die Chinesen sehen (bis auf die eurasische
Schauspielerin Mistouko) kein bißchen chinesisch aus, die spärlichen
Spezialeffekte (Stichwort Todesstrahl) sind rührend billig und die
Agenten bedienen sich höchst geschickt getarnter Funkgeräte (so
finden sich drahtlose Kommunikationsmittel z. B. in einem Feldstecher,
in einem Zigarettenetui und - mein persönlicher Favorit - in einem
arabischen Fladenbrot). Drumherum gibt es dann diverse Verfolgungsjagden,
Schießereien und Explosionen und irgendwo noch eine Story, deren
Faden man jedoch recht schnell verliert, was aber auch nicht weiter stört.
Wer also ein Herz für Sixties-Eurotrash hat, wird hier alles in allem
doch recht gut unterhalten.
Zur
DVD-Umsetzung:
Die
Bild- (Widescreen 16:9) und Tonqualität (DD 2.0 Mono) sind für
das Alter des Films recht ordentlich ausgefallen. Allerdings wird der Film
hier leider nicht im ganz korrekten Bildformat präsentiert, d. h.
an den Seiten links und rechts fehlt jeweils ein Stück vom Bild, was
besonders beim Vorspann deutlich wird. Als Extras gibt es drei nostalgische
Werbespots und die "Filmpalast"-Musik-Box (hier kann man zwischen diversen
musikalischen Einlagen aus verschiedenen "Filmpalast"-Titeln wählen).
Ferner liegen auch noch ein 12seitiges Booklet mit Infos zum Film, Darsteller-Bios
etc. sowie ein Reprint des damaligen Original-Filmprogramms ("Illustrierte
Film-Bühne" Nr. 7340) bei.
Abschließend
noch eine Anmerkung zur Laufzeit des Films: Ursprüngliche betrug diese
wohl runde 120 Minuten, für den internationalen Vetrieb wurde "Rembrandt
7" jedoch verschieden zurechtgeschnitten und während z. B. die italienische
Version noch 100 Minuten läuft, wurde die deutsche Fassung auf 85
Minuten gekürzt, wodurch die Handlung oftmals sehr gerafft erscheint.
Dies erklärt auch diverse Logiklöcher in der Handlung - aber
wie schon oben erwähnt, schmälern diese keinesfalls den Unterhaltungswert...
©Thomas
Wagner |