RASPUTIN
DER WAHNSINNIGE MÖNCH
(RASPUTIN
THE MAD MONK)
GB
1967
Regie:
Don Sharp
Darsteller:
Christopher Lee, Barbara Shelley, Francis Matthews, Richard Pasco
DVD,
Anolis/e-m-s, ca. 88 min., FSK ab 1
Russland
zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Der Mönch Grigori Rasputin (Christopher
Lee) verfügt über geheimnisvolle Heil- und Hypnosekräfte
und ist in der Lage, Menschen nur durch Handauflegen zu heilen. Allerdings
ist Rasputin dem Wodka und den Frauen weitaus mehr zugetan, als dem mönchischen
Alltag und so wird er schließlich aus seinem Kloster verbannt.
Er
zieht nach St. Petersburg und begegnet dort Sofia (Barbara Shelley), einer
Zofe der Zarin. Recht bald steht Sofia völlig in seinem hypnotischen
Bann und wird gezwungen, den kleinen Sohn der Zarin in einem inszenierten
Unfall verunglücken zu lassen. Das Kind schwebt in Lebensgefahr und
erst Rasputin ist in der Lage, es zu heilen. Aus Dankbarkeit nimmt die
Zarin den vermeintlichen "Heiligen" am Hofe auf, schenkt ihm ein großes
Haus und fortan gewinnt Rasputin immer mehr gefährlichen Einfluß
auf die zaristische Politik...
Die
1965 - zeitgleich und am gleichen Set mit Dracula, Prince Of Darkness
- entstandene Hammerproduktion Rasputin The Mad Monk fällt
im Oeuvre des House Of Horror schon ein wenig aus dem Rahmen: Das
übernatürliche Element - wenngleich in Form von Rasputins Heil-
und Hypnosekräften vorhanden - dominiert hier nicht, statt dessen
läßt sich der Film vielmehr als (ziemlich rasant inszeniertes)
Historiendrama vor einem realen Hintergrund bezeichnen. Grigori Jefimowitsch
Rasputin, ein mittelloser Bauenrnmönch, gelangte Anfang des 20. Jahrhunderts
tatsächlich zu beträchtlichem Einfluß am Zarenhof, da angeblich
nur er den Kronprinzen von seiner Bluterkrankheit heilen konnte. Seine
Heilkräfte wurden ebenso legendär, wie seine Ausschweifungen
und im Jahre 1916 fiel er schließlich einer Verschwörung konservativer
Adeliger zum Opfer. |
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Der
Anführer der Attentäter, Prinz Jussupow, lebte zu der Entstehungzeit
des Films noch und war berüchtigt dafür, in der Vergangenheit
schon gegen diverse Rasputin-Verfilmungen gerichtlich vorgegangen zu sein,
um seinen "noblen" Namen reinzuhalten (und nebenbei die Filmproduzenten
auf beträchtliche Dollarsummen zu verklagen). Da man bei Hammer Productions
wenig Lust verspürte,von seiner Hoheit vor Gericht gezerrt zu werden,
ging man beim Drehbuch zu Rasputin The Mad Monk etliche Kompromisse
ein, so wurden die Attentäter umbenannt und auch ansonsten gibt es
diverse historische Ungenauigkeiten, von zeitlichen Abweichungen einmal
ganz zu schweigen.
Doch
man sollte Rasputin auch keinesfalls als "realistische" Biographie
betrachten, sondern den Film einfach als das werten, was er ist: Ein mit
hervorragenden Schauspielern besetztes Stück Kino, bei dessen Inszenierung
und Ausstattung sich wieder einmal der vertraute hohe Hammer-Standard zeigt.
Ohne Zweifel gehört der Film auch zu den interessantesten Stationen
in Christopher Lees Karriere. Lee vertiefte sich mit großem Enthusiasmus
in die historische Figur des Grigori Rasputin und absolvierte in dieser
Rolle einen seiner eindrucksvollsten und charismatischsten Auftritte; noch
heute gehört dieser Part zu den persönlichen Lieblingsrollen
des Horror-Altmeisters.
Anolis/e-m-s
präsentieren diesen Klassiker als deutsche Erstveröffentlichung
in exzellenter Bild- und Tonqualität (Widescreen 1:2,35, Ton DD 2.0
Mono in Deutsch und Englisch). Die ziemlich lustlos geratene deutsche Synchronfassung
(irgendwann in den 90ern für eine geplante TV-Ausstrahlung angefertigt)
wird der Atmosphäre des Films jedoch überhaupt nicht gerecht
und wartet zu allem Überfluß auch noch mit Abweichungen bei
der Filmmusik auf - ich rate hier wirklich dringend zur englischen Originalfassung,
allein schon wegen Christopher Lees Stimme... Der Bonusteil der DVD umfaßt
Trailer, Bildergalerien, ein Interview mit Francis Matthews sowie den interessanten
und sehr heiteren Audiokommentar von Christopher Lee, Barbara Shelley,
Francis Matthews und Suzan Farmer.
©Thomas
Wagner |