PUMPKINHEAD
USA
1988
Regie:
Stan Winston
Darsteller:
Lance Henriksen, Jeff East, Florence Schauffler
DVD,
e-m-s, ca. 83 min., FSK ab 18
Der
Farmer Ed Harley (Lance Henriksen) lebt nach dem Tod seiner Frau allein
mit seinem kleinen Sohn Billy. Um seine kärglichen Einkünfte
ein wenig aufzubessern, betreibt er am Rand der Landstraße einen
Gemischtwarenladen. Als dort eines Tages eine Gruppe von sechs Teenagern
stoppt, um sich mit ihren Motocrossmaschinen zu vergnügen, kommt es
zu einer Tragödie: Während Harley seinen Sohn kurz allein läßt,
um einen Farmer zu beliefern, wird das Kind durch die Achtlosigkeit eines
der Jugendlichen angefahren und schwer verletzt. Der Schuldige denkt -
anhand seines Vorstrafenregisters - in erster Linie daran, sich aus dem
Staub zu machen und als Harley schließlich zurückkehrt, ist
es für jegliche Hilfe zu spät und Billy stirbt in seinen Armen.
Völlig
verzweifelt sucht er die alte Haggis (Florence Schauffler) auf, die in
einer abgelegenen Hütte lebt und im Umkreis als Hexe verschrien ist.
Von ihr erhofft er sich Hilfe und erhält diese auch - allerdings anders,
als erwartet: Mit dem Blut Harleys und seines toten Kindes erweckt die
Alte in einem schwarzma- gischen Ritual den Pumpkinhead, einen monströsen
Rachedämon, zum Leben und dieser macht sich auf den Weg, um die Kids
gemäß dem alttestamentarischen Grundsatz "Auge um Auge, Zahn
um Zahn" zu bestrafen. Schnell realisiert Harley, was er da ins Leben gerufen
hat, doch das Monster scheint unaufhaltbar. Die Kreatur ist - erweckt durch
sein Blut und seinen Rachedurst - ein Teil von ihm. Und jedesmal wenn der
Pumpkinhead
tötet, sieht Harley das Geschehen durch dessen Augen...
Pumpkinhead
entstand 1988 als Regiedebüt von Stan Winston, der sich vor allem
als Special Effects-Schöpfer in Filmen wie Aliens, Predator
sowie der Terminator-Trilogie einen Namen gemacht hat. |
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Sehr
stimmungsvoll inszeniert bietet sich hier ein B-Picture auf handwerklich
hohem Niveau: Während im Tageslicht die schmuddelige Tristesse eines
nicht im mindesten romantisierten Landlebens in der US-Provinz dominiert,
kontrastieren dazu die Nachtszenen mit einer sehr schönen, einfallsreichen
Ausleuchtung. Die von Winston kreierten Special Effects sind gute alte
Handarbeit und noch völlig frei von jeglichem CGI-Schnickschnack.
Das Monster an sich erinnert in seiner Statur schon ein wenig ans geliebte
Alien-Biest; unvorteilhafte Close Ups halten sich angenehm in Grenzen und
über weite Strecken wird die Kreatur nur als Schemen oder Umriß
gezeigt, was der unheimlichen Atmosphäre nur gut tut. Doch gerade
auch inhaltlich vermag Pumpkinhead zu überzeugen: Bevor das
Geschehen in actionlastige Bahnen schwenkt und eine tödliche Jagd
durch den nächtlichen Wald beginnt, nimmt man sich in der ersten Hälfte
des Films Zeit, um die Geschichte sorgfältig aufzubauen und deren
Hauptfigur Ed Harley vorzustellen - einen höchst ambivalenten Oper-/Täter-
Charakter, der vom Genreveteran Lance Henriksen mit wohltuendem Understatement
und viel Einfühlungsvermögen verkörpert wird und an dessen
Schicksal der Zuschauer wirklich Anteil nimmt. Als Defizit lassen sich
zwar die recht klischeehaft agierenden, nervigen Motocross-Kids erwähnen,
allerdings fallen die gegen die positiven Seiten des Films kaum ins Gewicht
und man kann sich immerhin auf ihr gewaltsames Ableben freuen. Fazit: Pumpkinhead
ist gut gemachtes, gut gespieltes Horrorkino - empfehlenswert auch für
Leute, die (wie der Rezensent) ihre Probleme mit dem gängigen US-Teenie-Gruselquark
haben...
Die
DVD präsentiert den Film ungeschnitten in guter Bildqualität
(1.85:1 anamorph) und bilingualer Tonfassung (DD 2.0 in Deutsch und Englisch);
der Bonusteil enthält Trailer, Originalvorspann sowie Lance Henriksens
Bio- und Filmographie. Noch eine Anmerkung zum Sound: Während die
englische Originalversion keinen Grund zur Klage gibt, klingen in der Synchronfassung
die Dialoge ein wenig verzerrt; allerdings liegt dies noch unter der Schmerzgrenze
und läßt sich bei der ansonsten qualitativ guten DVD durchaus
tolerieren.
©Thomas
Wagner |