NON
HO SONNO aka SLEEPLESS Italien
2000
Regie:
Dario Argento
Darsteller:
Max von Sydow, Stefano Dinisi, Chiara Caselli, Gabriele LaviaItalien: DVD,
Medusa, ca. 113 min.(zu beziehen über www.videodrom.com)
Deutschland:
DVD, e-m-s/Sunfilm Entertainment, ca. 113 min.
Im
Jahre 1983 wird Turin von einer Serie grausamer Morde heimgesucht. Inspektor
Moretti (Max von Sydow) versucht dem Serienkiller auf die Spur zu kommen.
Es wird auch tatsächlich ein Verdächtiger ausgemacht: der zwergwüchsige
Krimiautor Vincenzo De Fabritiis, der hier offensichtlich die Bluttaten
aus seinen Romanen in die Realität umsetzte. Doch kurz darauf verübt
De Fabritiis Selbstmord…
Als
17 Jahre später eine neue Mordserie beginnt, mischt sich der inzwischen
pensionierte Moretti in die polizeilichen Ermittlungen ein und stellt auf
eigene Faust Nachforschungen an. Er findet heraus, daß hier abermals
die Romanmorde De Fabritiis imitiert werden und daß der Autor seinerzeit
von einem grausamen Kinderlied inspiriert wurde, das davon erzählt,
wie ein Bauer sich auf blutige Weise seines Tierbestands entledigt. Der
Killer inszeniert seine Untaten auf exakt diese Weise und hinterläßt
aus Papier ausgeschnittene Tierfiguren am Tatort; ein Zeuge berichtet sogar,
eine zwergenhafte Gestalt am Tatort gesehen zu haben. Ist hier tatsächlich
nur ein Nachahmer am Werk? Oder starb De Fabritiis niemals wirklich? Als
sein Leichnam exhumiert werden soll, zeigt sich, daß der Sarg des
vermutlichen Mörders leer ist…
Non
Ho Sonno - oder Sleepless, wie der Film in Deutschland und England betitel
wurde - ist das jüngste Werk des italienischen Horrorästheten
Dario Argento, der mit seinem durchgestylten Terrorkino längst zur
lebenden Legende im Genre wurde.
»My
next film will be like a knife«, sagte der Regisseur 1997 auf dem
Berliner Fantasy Filmfest, zu dem er von seinen Dreharbeiten zu Das Phantom
der Oper angereist war und tatsächlich hat Non Ho Sonno auch überhaupt
nichts mit der romantischen Bilderschwelgerei besagter Gaston Leroux-Verfilmung
zu tun, bietet jedoch auch keine grundsätzlich neuen Perspektiven,
wie etwa der brillante Stendahl Syndrome es 1995 tat.
Vielmehr
kehrt Argento hier zu düsteren Thrillerwurzeln zurück und streut
augenzwinkernd Selbstzitate und Querverweise auf frühere Werke aus
(Argento-Fans werden hier vor allem Reminiszenzen an Profondo Rosso und
Tenebre erkennen) – allerdings ohne sich im platten Selbstplagiat zu erschöpfen.
Mit offensichtlicher Freude an der Inszenierung erzählt der Regisseur
hier eine, von einem düsteren Goblin-Soundtrack unterlegte, packende
Story mit gut gezeichneten Charakteren (großartig Max von Sydow in
der Rolle des Inspektors), in der seine Lieblings- elemente eine zentrale
Rolle einnehmen: so die Zerstörung familiärer Strukturen, verdrängte
Psychosen und Kindheits-Traumata, zahlreiche Anspielungen auf Kunst und
Literatur, und natürlich auch die Kunst des Mordens. |
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Non
Ho Sonno präsentiert sich als perfekt durchkomponiertes Gesamtkunstwerk
aus Spannungsszenarien in fast schon surrealen Farbfluten, ausgedehnten
subtilen Kamerafahrten und bizarren Morden, welche aufgrund ihrer expliziten
Darstellung hierzulande in der FSK16-Fassung wieder einmal zu einer Verstümmelung
des Films führten.
Die
ungeschnittene italienische Original-DVD zeichnet sich durch eine hervorragende
Bildqualität (16:9 Widescreen) aus und bietet die Originalfassung
(Dolby Digital 5.1 und DTS 5.1) sowie die englische Version (Dolby Digtal
5.1). Im Vergleich fällt auf, daß die italienische Sprachversion
etwas besser abgemischt scheint, während bei der englischen Fassung
der Dialog neben der Musik etwas leise wirkt. Englische Untertitel lassen
sich einblenden, das Menü ist wunderhübsch eigenwillig gestylt;
an Extras finden sich Trailer, ein Making Of sowie Bio-/Filmographien.
Die
deutsche DVD-Veröffentlichung Sleepless steht dem italienischen Original
in punkto technischer Qualität nicht nach: Auch hier kann man sich
an einer exzellenten Bildqualität (16:9) erfreuen und auch der Sound
(DTS 5.1, Dolby Digital 5.1 und 2.0) läßt nichts zu wünschen
übrig. Die Extra-Features umfassen den Trailer sowie das Making Of;
das Menü ist gut bedienbar und nett anzuschauen, wenngleich mir das
Design der italienischen DVD mehr zusagt. An Sprachfassungen stehen die
deutsche und die englische Version zur Auswahl, deutsche Untertitel lassen
sich einblenden. Leider zeichnet sich die deutsche Synchronfassung wieder
einmal durch die mangelnde Sorgfalt aus, die man hierzulande Horrorfilmen
angedeihen läßt: Einige der Sprecher agieren recht hölzern,
diverse italienische Namen werden englisch ausgesprochen und ein Sohn nennt
seinen Vater "Dad" (offensichtlich wurde hier nicht die italienische, sondern
die englische Fassung ins Deutsche übertragen und das ohne viel Sinn
fürs Detail). Wer hier einen ungetrübten Filmgenuß erleben
will, sollte stattdessen gleich die englische Version anschauen, in der
Hauptdarsteller Max von Sydow sich übrigens auch selbst spricht.
Abschließend
sei noch darauf hingewiesen, daß es sich bei der hier vorgestellten
deutschen DVD ebenfalls um die ungeschnittene Fassung mit vollen 113 Minuten
Laufzeit handelt (bislang keine FSK, Vermietung und Verkauf nur an Erwachsene).
Es ist auch eine Fassung mit einer FSK16-Freigabe erhältlich, bei
dieser fielen jedoch 3 Minuten der Zensorenschere zum Opfer. Also: Unbedingt
auf Altersfreigabe und Laufzeit achten!
©Thomas
Wagner |