Vampyre Planet-Zine

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Mondbasis Alpha 1
13. September 1999: Auf dem Mond, der der Erde seit Jahren als Endlager für Atommüll dient, kommt es zu einer verheerenden nuklearen Explosion. Durch die ungeheure Energie wird der Mond aus seiner Umlaufbahn geschleudert und fortan saust der einstige Erdtrabant mit den 311 Überlebenden der Alpha-Crew ziellos durch die Tiefen des Weltalls. Recht bald wird den "Alphanern" unter der Führung von Commander John Koenig (Martin Landau) klar, daß es keine Chance zur Rück- kehr auf die Erde gibt. Ihnen bleibt nur die Hoffnung, auf ihrer Reise eines Tages auf einen erdähnlichen Planeten zu stoßen, auf dem sie ein neues Leben beginnen können...

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MIDNIGHT MASS

USA 2003
Regie: Tony Mandile
Darsteller: Douglas Gibson, Pamela Karp, Julia Cornish, St James
DVD, e-m-s, ca. 98 min., FSK ab 18
 
 

Irgendwann in einer nicht all zu fernen Zukunft. Was zuerst für eine neue, rasch um sich greifende Seuche gehalten wurde, kumuliert schließlich zum globalen Armageddon: Vampirismus! Innerhalb kurzer Zeit gelingt es den Blutsaugern, die Strukturen der menschlichen Zivilisationen zu Fall zu bringen und quasi die Weltherrschaft zu übernehmen. Die überlebenden Menschen werden nun von den Untoten terrorisiert.

Da die Vampire natürlich höchst sonnenlichtempfindlich und darum tagsüber inaktiv sind, bedienen sie sich menschlicher Kollaborateure, den sogenannten Vichy (angelehnt an das Vichy-Regime in Frankreich, das während des 2. Weltkriegs mit den deutschen Besatzungstruppen kollaborierte). Diese Normalsterblichen träumen von vampirischer Unsterblichkeit und Macht, und stellen sich bereitwillig in den Dienst der Untoten. Doch nach wie vor gibt es auch einige unbeugsame Widerstands- kämpfer, so z. B. den versoffenen Ex-Priester Cahill (Douglas Gibson) und die militante Atheistin Gwen (Pamela Karp). Gemein- sam macht sich dieses ungleiche Paar daran, gegen die Vampire in Cahills ehemaliger Gemeinde zu kämpfen und gegen deren gefährliches Oberhaupt Vater Palmeri anzutreten...

Midnight Mass basiert auf einer Story von F. Paul Wilson (übrigens ist der Autor selbst auch in einer Nebenrolle im Film vertreten) und zitiert mit seiner apokalyptischen Grundidee zugleich Klassiker wie The Last Man On Earth (bzw. dessen Remake The Omega Man) und Dawn Of The Dead. Das Ergebnis ist ein mit - immerhin handgemachten - Goreeffekten, diversen Genreanleihen, einer Prise Sex und einem Schuß Gothic-Szene aufgepepptes B-Movie, in dem Laiendarsteller ihr bestes geben um die wacklige Storykonstruktion vor dem völligen Einsturz zu bewahren.


Zugegeben: Trotz netter Ideen, einiger recht gelungener Sequenzen und zwei, drei guter Songs im Soundtrack kann man Midnight Mass schwerlich als guten Film im herkömmlichen Sinne bezeichnen, dazu sind seine technischen und darstellerischen Defizite einfach zu offensichtlich. Wenn man das ganze jedoch nicht zu ernst nimmt und ein Herz für Trash hat, kann man bei diesem Film wirklich seinen Spaß haben: So rennt ein Vampir versehentlich gegen einen Ast (welcher deutlich erkennbar am Baum angesteckt wurde und sich sogar farblich davon abhebt!) und pfählt sich selbst, die Dialoge sind über weite Strecken einfach nur grenzdebil und das Schauspiel zwerchfellerschütternd, doch zugleich höchst engagiert (ein gutes Beispiel hierfür ist Pamela Karp als nörgelige Aushilfs-Buffy Gwen, deren unverdrossenes Overacting mir aufrichtigen Respekt abverlangt).

Der Brüller schlechthin sind dann auch noch die zwei Handvoll Grufties, die hier natürlich die vampirhörigen Vichy verkörpern dürfen; offensichtlich hat Regisseur Tony Mandile hier seinen kompletten Bekanntenkreis zur Mitwirkung eingeladen. Man gibt sich höchst cool und verdorben, trägt sein neuestes Szene-Outfit spazieren und darf dann sogar noch ein gar schröcklich blasphemisches SM-Vampir-Happening inklusive Blutopfer inszenieren - that's Entertainment!

Kurz und gut: Fans von Kuschelvampiren und sterilen Hollywoodschmonzetten werden sich bei Midnight Mass entsetzt abwenden. Sollen sie nur... Angesichts einer Welt, in der mit Millionenbudgets Scheußlichkeiten wie Van Helsing fabriziert werden, breche ich jetzt eine Lanze für den Trash und empfehle Midnight Mass als leidlich unterhaltsame Begleitung zu geistigen Getränken, Popcorn und anderen Genußmitteln. Guten Appetit.
 

©Thomas Wagner