Vampyre Planet-Zine

Stories, Gedichte
Fanfiction
Rezensionen: 
Bücher & Comics 
Interviews
Vamporium: Essays
Cinema
Musik
Fin de Siecle 
Mondgedichte
 


 
Malastrana
Gregory Moore (Jean Sorel), amerikanischer Auslandskorrespondent, wird in Prag tot aufgefunden. Eine Todesursache ist auf Anhieb nicht erkennbar und auch die Leichenstarre will sich nicht in der üblichen Zeitspanne einstellen. Doch während die Mediziner ebenso wie Moores Freunde und Kollegen noch am Rätseln sind, ahnt niemand, daß der vermeintliche Tote in Wirklichkeit noch lebendig und bei Bewußtsein ist.

weiterlesen...


 
 
 
 

 

LOST THINGS

Australien 2003
Regie: Martin Murphy
Darsteller: Lenka Kripac, Alex Vaughan, Leon Ford, Charlie Garber, Steve Le Marquand
DVD, Universal, ca. 80 min., FSK ab 18
 

Die vier Teenager Gary, Brad, Emily und Tracey fahren gemeinsam zu einem abgelegenen Strand, um dort das Wochenende zu verbringen. Eigentlich erscheint dort alles recht harmlos: Man badet, liegt faul in der Sonne, und Gary und Brad versuchen mit mäßigem Erfolg ihr Glück bei den beiden Mädchen. Doch als sie auf den verschrobenen Einsiedler Zippo stoßen, ändert sich die Stimmung: Etwas Bedrohliches geht von ihm aus und bald scheint mit dem Strand, ja mit der ganzen Situation irgend etwas auf eine nicht greifbare Art nicht mehr zu stimmen. Schließlich eskalieren die Dinge und aus dem Wochenendtrip wird ein nicht enden wollender Alptraum...

Ein Horrorfilm mit Teenagern verheißt gewiß nichts gutes und ich gebe zu, daß ich das Schlimmste befürchtete, als ich die DVD in den Player schob: Abstoßende Trendy-Teenie- Mutanten in ebenso abstoßenden Trendy- Teenie-Klamotten, schläfrige Sexeinlagen, maskierte Serienkiller, die noch dümmer sind, als die Trendy-Teenie-Mutanten und die ganze Zeit über dröhnende Scheißmusik... 


Doch hin und wieder hat das Schicksal Mitleid mit Rezensenten und so entpuppte sich das australische B-Movie Lost Things schon im ersten Drittel als angenehme Ausnahmeproduktion, die nichts mit handelsüblichem Pubertätsgrusel gemein hat. Das beginnt mit dem Aussehen der Darsteller, die erfreulicherweise einmal keine Waschbrettbäuche und Silikonkurven spazierentragen, sondern aussehen wie durchschnittliche Jugendliche, nämlich langweilig und leidlich unattraktiv. Dafür überzeugen die schauspielerischen Leistungen dieser juvenilen Dutzendmenschen ebenso wie die Charakterisierungen und die Geschichte, die sich hier anspinnt, nimmt den Betrachter recht schnell gefangen. In ebenso schönen wie verstörenden Bildern erzählt Regisseur Martin Murphy hier eine rätselhafte Story, in der die Grenzen zwischen Realität und Traum, Dies- und Jenseits fließend werden und zeitliche Dimensionen kaleidoskopartig ineinandergreifen. Der idyllische Strand wird zu einer unwirklichen, beklemmenden Kulisse für ein minimalistisches Horrordrama irgendwo zwischen Blair Witch Project und den surrealen Phantasien David Lynchs. Lost Things ist ein faszinierendes Beispiel dafür, was sich auch mit einem geringen Budget realisieren läßt, wenn nur Talent und Ideen vorhanden sind. Exzellent!

Die DVD präsentiert den Film in sehr guter Bild- (Widescreen 1.85:1) und Tonqualität (Deutsch DD 5.1, Englisch Dolby Stereo SR). Spärlich sieht es jedoch bei den Extras aus: Außer Textinfos zu den Darstellern gibt es noch aus dem Off vorgelesene Anmerkungen des Regisseurs und Trailer zu anderen Universal-DVDs. Lost Things hätte eigentlich eine Special Edition verdient (im Gegensatz zu so manch anderem Müll...).

©Thomas Wagner