LOST
THINGS
Australien
2003
Regie:
Martin Murphy
Darsteller:
Lenka Kripac, Alex Vaughan, Leon Ford, Charlie Garber, Steve Le Marquand
DVD,
Universal, ca. 80 min., FSK ab 18
Die
vier Teenager Gary, Brad, Emily und Tracey fahren gemeinsam zu einem abgelegenen
Strand, um dort das Wochenende zu verbringen. Eigentlich erscheint dort
alles recht harmlos: Man badet, liegt faul in der Sonne, und Gary und Brad
versuchen mit mäßigem Erfolg ihr Glück bei den beiden Mädchen.
Doch als sie auf den verschrobenen Einsiedler Zippo stoßen, ändert
sich die Stimmung: Etwas Bedrohliches geht von ihm aus und bald scheint
mit dem Strand, ja mit der ganzen Situation irgend etwas auf eine nicht
greifbare Art nicht mehr zu stimmen. Schließlich eskalieren die Dinge
und aus dem Wochenendtrip wird ein nicht enden wollender Alptraum...
Ein
Horrorfilm mit Teenagern verheißt gewiß nichts gutes und ich
gebe zu, daß ich das Schlimmste befürchtete, als ich die DVD
in den Player schob: Abstoßende Trendy-Teenie- Mutanten in ebenso
abstoßenden Trendy- Teenie-Klamotten, schläfrige Sexeinlagen,
maskierte Serienkiller, die noch dümmer sind, als die Trendy-Teenie-Mutanten
und die ganze Zeit über dröhnende Scheißmusik... |
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Doch
hin und wieder hat das Schicksal Mitleid mit Rezensenten und so entpuppte
sich das australische B-Movie Lost Things schon im ersten Drittel
als angenehme Ausnahmeproduktion, die nichts mit handelsüblichem Pubertätsgrusel
gemein hat. Das beginnt mit dem Aussehen der Darsteller, die erfreulicherweise
einmal keine Waschbrettbäuche und Silikonkurven spazierentragen, sondern
aussehen wie durchschnittliche Jugendliche, nämlich langweilig und
leidlich unattraktiv. Dafür überzeugen die schauspielerischen
Leistungen dieser juvenilen Dutzendmenschen ebenso wie die Charakterisierungen
und die Geschichte, die sich hier anspinnt, nimmt den Betrachter recht
schnell gefangen. In ebenso schönen wie verstörenden Bildern
erzählt Regisseur Martin Murphy hier eine rätselhafte Story,
in der die Grenzen zwischen Realität und Traum, Dies- und Jenseits
fließend werden und zeitliche Dimensionen kaleidoskopartig ineinandergreifen.
Der idyllische Strand wird zu einer unwirklichen, beklemmenden Kulisse
für ein minimalistisches Horrordrama irgendwo zwischen Blair Witch
Project und den surrealen Phantasien David Lynchs. Lost Things
ist ein faszinierendes Beispiel dafür, was sich auch mit einem geringen
Budget realisieren läßt, wenn nur Talent und Ideen vorhanden
sind. Exzellent!
Die
DVD präsentiert den Film in sehr guter Bild- (Widescreen 1.85:1) und
Tonqualität (Deutsch DD 5.1, Englisch Dolby Stereo SR). Spärlich
sieht es jedoch bei den Extras aus: Außer Textinfos zu den Darstellern
gibt es noch aus dem Off vorgelesene Anmerkungen des Regisseurs und Trailer
zu anderen Universal-DVDs. Lost Things hätte eigentlich eine
Special Edition verdient (im Gegensatz zu so manch anderem Müll...).
©Thomas
Wagner |