LONG
TIME DEAD
Großbritannien
2002
Regie:
Marcus Adams
Darsteller:
Joe Absolom, Lara Belmont, Melanie Gutteridge
DVD,
Universal, ca. 94 min., FSK ab 16
Eine
Nacht im modernen London: Nach einer Party und dem damit verbundenen reichlichen
Konsum von Alkohol und anderen lustigen Dingen, ist eine Clique von sieben
Studenten auf der Suche nach dem ultimativen Kick. Da aber selbst Tätigkeiten
wie Sex an ungewöhnlichen Örtlichkeiten oder Koksen auf Eisenbahngleisen
irgendwann einmal langweilig werden, beschließt man, in einem abbruchreifen
Fabrikgebäude eine Seance abzuhalten.
Doch
das Ergebnis sorgt für schlagartige, allgemeine Ernüchterung,
denn tatsächlich meldet sich eine überirdische Macht und übermittelt
den Freizeitgeisterbeschwörern die sinistre Botschaft "All Die". Noch
in der selben Nacht kommt ein Mädchen aus der Clique unter rätselhaften
Umständen ums Leben und natürlich bleibt es nicht bei diesem
einen Opfer. Es stellt sich heraus, daß bei der Seance ein dämonisches
Wesen heraufbeschworen wurde, daß von einem Mitglied der Gruppe Besitz
ergriffen hat und nun in dessen Gestalt tötet …
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Ein
weiteres witz- und lieblos gefertigtes Stück Teenie-Horror vom Fließband?
Mitnichten, liebe Leser. Auch wenn die Story – das bewährte Zehn kleine
Negerlein-Slasher-Prinzip gemixt mit okkulten Elementen – grundsätzlich
nichts Neues bietet, unterscheidet sich die britische Produktion Long Time
Dead in vielen Dingen wohltuend vom sattsam bekannten, stereotypen Videothekenfutter.
Das beginnt schon mit der Besetzung, denn die hier agierenden Charaktere
werden von Darstellern mit tatsächlich voneinander unterscheidbaren
Physiognomien verkörpert – richtigen Menschen, die nicht in US-Klonlabors
gezüchtet wurden und die noch dazu auch noch in der Lage sind, ihre
Figuren überzeugend und überaus lebendig darzustellen. Filmtechnisch
überrascht Long Time Dead mit einem hohen Maß an Einfallsreichtum:
Regisseur Chris Adams verzichtet auf ein Übermaß an Special
Effects (allerdings sind die vorhandenen sehr gelungen) und setzt vielmehr
auf eine raffinierte, suggestive Kameraführung und rasante Schnitte,
die stellenweise fast an Musikvideos erinnern. Im Zusammenspiel mit dem
sehr guten Sondtrack wird hier effektiv und mitreißend eine anhaltende
Spannung erschaffen; solider, temporeicher Nervenkitzel auf hohem professionellen
Niveau.
Die
DVD präsentiert diesen Film als technisch gelungenes Heimkinovergnügen
in bester Bild- und Tonqualität (Widescreen 1.85:1, DD 5.1 deutsch
und englisch) und mit ein paar netten Extras (2 Kurzfeatures, Hinter den
Kulissen, diverse Trailer).
©Thomas
Wagner |