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Long Time Dead
Eine Nacht im modernen London: Nach einer Party und dem damit verbun- denen reichlichen Konsum von Alkohol und anderen lustigen Dingen, ist eine Clique von sieben Studenten auf der Suche nach dem ultimativen Kick. Da aber selbst Tätigkeiten wie Sex an ungewöhnlichen Örtlich- keiten oder Koksen auf Eisenbahngleisen irgend- wann einmal langweilig werden, beschließt man, in einem abbruchreifen Fabrikgebäude eine Seance abzuhalten. 

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LAURIN

Deutschland 1988
Regie: Robert Sigl
Darsteller: Dora Szinetar, Brigitte Karner, Károly Eperjes

DVD, e-m-s, ca. 80 min., FSK ab 16
 

Gibt es den deutschen Phantastischen Film? Nein, eigentlich nicht, bzw. schon lang nicht mehr. Wie er jedoch sein könnte, führt beeindruckend Robert Sigls Laurin vor Augen: In einem kleinen norddeutschen Hafenort lebt Anfang des 20. Jahrhunderts die neunjährige Laurin mit ihrer Familie. Eines Abends kommt Laurins Mutter Flora unter mysteriösen Umständen ums Leben: Nachdem sie ihren Mann Arne, einen Seemann, zum Hafen begleitet hat, stürzt sie auf dem Heimweg von einer Brücke und ertrinkt im eiskalten Wasser des Flusses. In der gleichen Nacht verschwindet ein Zigeunerjunge spurlos … 

Laurin hat seitdem wiederkehrende bizarre Visionen; sie spürt, daß etwas Böses hinter diesen Vorfällen stecken muß. Zwei Jahre später kehrt Herr von Rees, der Sohn des Pastors, von seinem Militärdienst heim und tritt eine Stelle als Dorfschullehrer an. Laurin fühlt sich zunächst zu dem neuen Lehrer hingezogen, der seinerseits ein auffälliges Interesse für ihren Klassenkameraden Stefan zeigt. Erneut beginnen die rätselhaften Visionen Laurin heimzusuchen und schließlich verschwindet auch Stefan spurlos …
 
 
 
 
 

 


Laurin ist das 1988 entstandene Regiedebüt Robert Sigls. Der Regisseur drehte den (vom Südwestfunk coproduzierten) Film aus Kostengründen in Ungarn; auch die Besetzung bestand größtenteils aus ungarischen Schauspielern. Das Ergebnis wurde prompt mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet und der Spiegel schwärmte von einem "Wunderwerk sanften Grauens", und übertrieb damit keinesfalls. Laurin ist eines der wenigen gelungenen Beispiele für modernes deutsches Phantastikkino – wunderschön photographiert, von einer anhaltenden, traumhaften Stimmung und Atmosphäre. Mit märchenhaft-phantastischen Elementen und vielen Symbolismen gespickt, wird hier ein faszinierender und überaus spannender Psychothriller erzählt; ein Stück für Stück mehr Gestalt annehmendes Puzzle, dessen zahlreiche Facetten sich erst beim wiederholten Anschauen entblättern. Filme wie Laurin sind natürlich keine Blockbuster und werden wohl nie die Aufmerksamkeit erlangen, die sie verdienen. Nichtsdestotrotz gelang Sigl hier eine Perle im Ödland deutschen Filmschaffens und die liebevoll gestaltete DVD wird diesem Film vollauf gerecht. Das Bild erfreut in Widescreen 1:1.66, den Ton gibt es in deutscher und englischer Fassung (DD 5.1 und 2.0), der immens unfangreiche Bonusteil umfaßt u. a. ein Interview mit Robert Sigl, das Making Of, entfallene Szenen, Bildergalerie und Photos von Set sowie die komplette Filmmusik von Jacques Zwart und Hans Jansen.
 
 

©Thomas Wagner