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Killer Barbys vs. Dracula
Ein Vergnügungspark in Torremolinos an der sonnigen Costa del Sol: Während die Band Killer Barbies sich auf ihren Auftritt vorbereitet, trifft ein Leichenwagen ein, dem Genossin Irina (Lina Romay) entsteigt. Besagte Dame leitet das transsylvanische Tourismusbüro und will zu Marketingzwecken die größte Attraktion ihres Landes im Park ausstellen, nämlich - ja was wohl? - den guten alten Grafen Dracula höchstpersönlich. 

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KEIZOKU - UNGELÖSTE MORDE
(KEIZOKU - THE MOVIE)
Japan 2000
Regie: Yukihiko Tsutsumi
Darsteller: Miki Nakatani, Atsuro Watabe, Nanako Ookochi
DVD, Anolis/e-m-s, ca. 114 min., FSK ab 16

Die Spezialeinheit Keizoku ist bei der japanischen Polizei für rätselhafte, ungelöste Fälle zuständig. Eines Tages werden die Ermittler gebeten, eine Gruppe von sieben Leuten auf eine abgelegene Insel zu begleiten, wohin diese von der geheimnisvollen Nanami eingeladen wurden. Auf der Insel eröffnet die mysteriöse Gastgeberin ihren Besuchern, daß sie die Tochter der einzigen beiden Opfer eines Fährunglücks ist und offenbart ihre wahren Pläne: Auch ihre sieben Gäste waren bei dem Unglück zugegen, doch niemand tat etwas, um Nanamis Eltern zu retten - jetzt sollen sie dafür mit ihrem Leben bezahlen...

Keizoku ist der Spielfilm zu einer gleichnamigen, in Japan sehr erfolgreichen Fernsehserie, die sich wohl am ehesten als eine fernöstliche Variante der X-Files bezeichnen läßt. Der Film bietet in der ersten Hälfte ein solide inszeniertes Krimirätsel mit übernatürlichem Einschlag, grotesken Humoreinlagen und einigen visuell sehr beeindruckenden Szenen. Der Handlungsschauplatz - ein leerstehendes Hotel, das architektonisch an ein kitschiges, disneysches Märchenschloß erinnert, mit Zimmern, die plötzlich verschwinden; all dies befindlich auf einer Insel, die selbst alle paar Jahre verschwindet und wieder auftaucht - besitzt unbestreitbar Originalität und ein vielversprechendes Potential für ein surreal-verrücktes Filmvergnügen. Doch leider kann der abendländische Zuschauer ohne (Vor-)Kenntnis der dazugehörigen TV-Serie dieses Vergnügen nur eingeschränkt empfinden und wird recht bald in ein schwarzes Loch hoffnungsloser Verwirrung gestürzt, das definitiv nicht gewollten Stilmitteln zuzuschreiben ist. 


Im Verlauf der zweiten Häfte des Films - es stellt sich irgendwann heraus, daß das mysteriöse Eiland eine Art Schnittstelle zwischen Dies- und Jenseits bildet - kapiert man schließlich definitiv nichts mehr. Umschmeichelt von schönen Bildern und einem netten Soundtrack registriert man mit wachsendem Unverständnis ständig aufs neue auftauchende, unbekannte Personen, die niemand zuordnen kann; dies ist natürlich nicht verwunderlich, handelt es sich hier doch um Charaktere, die im Verlauf der uns unbekannten TV-Serie das Zeitliche gesegnet haben. Der japanischen Keizoku-Fanbasis dürfte dies auch von vornherein klar sein, dem ratlosen Rezensenten im Langnasenland jedoch nicht, denn die Bezugnahmen auf vorangegangene Ereignisse lassen sich ohne entsprechene Vorkenntnis nun einmal nicht nachvollziehen. Als Fazit bleibt festzustellen, daß die Veröffentlichung von Keizoku ohne die dazugehörige Serie (auf die im übrigen noch nicht einmal auf dem Cover hingewiesen wird) ziemlicher Unfug und diesem Film gegenüber auch unfair ist, denn Unverständnis führt nun einmal oft zu Verrissen. Von einem Label wie Anolis Entertainment ist man eigentlich eine sorgfältigere Vorgehensweise gewöhnt, aber vielleicht plant man dort ja tatsächlich noch eine Veröffentlichung der Serie? Falls dies in absehbarer Zeit passieren sollte, nehme ich alle bösen Unkenrufe zurück, denn vielversprechend wirkt Keizoku allemal.

Abschließend noch kurz zur DVD: Das Bild (1:1,78) ist schön kontrastreich und wird der experimentierfreudigen Optik von Keizoku gerecht. Der Ton erfreut mit einem satten Sound und liegt in Deutsch (DD 5.1) und Japanisch (DD 2.0) vor, deutsche Untertitel lassen sich einblenden. Der Bonusteil umfaßt Trailer, Interview, Bildergalerie sowie das Making Of, das man sich unbedingt VOR dem Film ansehen sollte, denn hier erfährt man den Serienhintergrund von Keizoku.
 
 

©Thomas Wagner