FRANKENSTEIN
SCHUF EIN WEIB (FRANKENSTEIN CREATED WOMAN)
Großbritannien
1967
Regie:
Terence Fisher
Darsteller:
Peter Cushing, Susan Denberg, Thorley Walters
DVD,
Anolis Entertainment, ca. 88 min., FSK ab 16
Als
Kind wird Hans Zeuge, wie sein Vater auf der Guillotine hingerichtet wird.
Jahre später wird er Assistent des alten Arztes Dr. Hertz (Thorley
Walters), bei dem niemand anders als der berüchtigte Baron Frankenstein
(Peter Cushing) Unterschlupf gefunden hat.
Doch
das Stigma, der Sohn eines verurteilten Mörders zu sein, verfolgt
Hans noch immer und als der Vater seiner Geliebten Christina (Susan Denberg)
- einem schüchternen, verkrüppelten Mädchen – ermordet aufgefunden
wird, fällt der Verdacht sofort auf ihn. Die wirklichen Mörder,
drei reiche Taugenichtse mit einflußreichen Vätern, sagen gegen
ihn aus und er wird unschuldig zum Tode verurteilt. Hans wird hingerichtet,
Christina begeht aus Verzweiflung Selbstmord. Doch Baron Frankenstein (dem
es gerade gelungen ist, die Seele vom Körper getrennt zu konservieren)
bemächtigt sich der Leichen und macht sich an ein gewagtes Experiment:
Er befreit Christina operativ von allen Gebrechen, verpflanzt Hans‘ Seele
in ihren Körper und erweckt sie wieder zum Leben …
Der
1967 entstandene Frankenstein schuf ein Weib ist das vierte Kapitel der
siebenteiligen Hammer-Frankenstein-Saga und zugleich auch eine der ungewöhnlichsten
und interessantesten Variationen des Stoffes:
So
verzichtet der gute Baron hier erstmnals auf sein übliches Leichenteil-Flickwerk
und bedient sich stattdessen einer quasi metaphysischen Form der Chirurgie,
indem er die Seele eines Menschen in dem Körper eines anderen ansiedelt.
Die
konventionellen physischen Eingriffe, die er seinem neuen Geschöpf
vornimmt, sind lediglich schönheitsoperativer Natur - so verwandelt
er die hinkende und von einem Feuermal entstellte brünette Christina
kurzerhand in einen blonden Vamp. |
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Doch
Frankenstein ist (ebenso wie alle seine Kreationen) vom Pech verfolgt und
aus der Seelenverschmelzung der beiden einstigen Geliebten resultiert recht
bald ein schizophrener Zustand, der die neugeborene Christina in einen
mörderischen Racheengel verwandelt.
Regisseur
Terence Fisher (Dracula, Curse Of Frankenstein), der mit seinen Filmen
das britische Gothic Horror-Kino entscheidend prägte, erschuf hier
ein weiteres Mal ein stimmungsvolles, schwarzromantisches Horrormärchen
in schaurig-schönen Bildern und liebevoller Ausstattung. Auch die
Besetzung ist bis in die kleinsten Nebenrollen perfekt, allen voran natürlich
Peter Cushing, der der Figur Victor Frankensteins in den Hammer-Produktionen
eine völlig neue Persönlichkeit verlieh. Einmal mehr spielt er
diesen Charakter mit großer Überzeugungskraft und Dynamik: Sein
Frankenstein ist ein hochgebildeter Rationalist, der die ungebildeten Dörfler
verachtet und in seinem grenzenlosen Wissensdurst auch vor Selbstversuchen
nicht zurückschreckt (so läßt er sich z. B. einfrieren
und durch Elektroschocks wiederbeleben). Die menschliche Physis hält
für ihn längst keine Geheimnisse mehr versteckt und so widmet
er sich stattdessen dem "Allerheiligsten", nämlich der unsterblichen
Seele. Sein schönes "Monster" Christina wurde von dem Ex-Playmate
Susan Denberg dargestellt, die hier den wohl schönsten Auftritt ihrer
kurzen Karriere hatte.
Frankenstein
schuf ein Weib ist der Auftakt der Hammer Edition von Anolis Entertainment,
die die Rechte für insgesamt 20 Horrorklassiker der legendären
britischen Hammer Productions erworben haben. Die DVD präsentiert
diesen Klassiker als rundum gelungene Heimkino-Delikatesse, die sowohl
in Bild- (16:9 bzw. 1:1.66) wie Tonqualität (deutsch und englisch
DD 2.0, deutsche Untertitel einblendbar) keinen Wunsch offenläßt.
Das Bonusmaterial umfaßt mehrere Trailer, eine Fotogalerie sowie
die von Oliver Reed präsentierte Dokumentation World Of Hammer: Frankenstein.
©Thomas
Wagner |