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Feuerteufel - Die Rückkehr (Firestarter 2: Rekindled)
Die Studentin Charlene verfügt über eine gefährliche Begabung: Sie hat pyrokinetische Kräfte, d. h. sie kann nur mit der Kraft ihrer Gedanken Feuer entstehen lassen – ein Talent, das sie den Auswirkungen eines Experiments verdankt, dem sich 1979 ihre Eltern unterzogen hatten. Als kleines Kind erlebte sie, wie ihre Eltern dem skrupellosen Konzern, der hinter dem Experiment steckt, zum Opfer fielen. Die folgenden Jahre verbrachte Charlene auf der Flucht und lebt nun unter falschem Namen, doch eines Tages holt die Vergangenheit sie wieder ein.

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EXORZIST: DER ANFANG
(EXORCIST: THE BEGINNING)

USA 2004
Regie: Renny Harlin
Darsteller: Stellan Skarsgård, Izabella Scorupco, James D'Arcy, Julian Wadham 

DVD, Warner Home Video, ca. 109 min., FSK ab 16
 

Durch die Greuel, die er im 2. Weltkrieg miterleben muß, verliert Pater Lankester Merrin (Stellan Skarsgård) seinen Glauben an Gott. Er legt das Priesteramt nieder, verläßt seine Heimat Holland und geht nun seinem ursprünglichen Beruf als Archäologe nach. 1949 wird er gebeten, eine Ausgrabungsstätte in der britischen Kolonie Kenia zu begutachten. Dort wurde in der abgelegenen Turkana-Region eine versunkene christliche Kirche aus der byzantinischen Epoche entdeckt; ein ungewöhnlicher Fund, denn vor runden 1500 Jahren war das Christentum noch lange nicht so weit in den Süden Afrikas vorgedrungen. 

Als Merrin gemeinsam mit dem jungen Priester Francis (James D'Arcy) vor Ort eintrifft, ist er von der Kiche fasziniert: Der Bau zeigt keinerlei Verwitterungsspuren und wurde offensichtlich sofort nach seiner Fertigstellung unter einem Erdhügel begraben. Später entdeckt er in der Kirche einen Einstieg in unterirdische Katakomben, wo sich das Standbild eines heidnischen Dämons befindet. Sollte die darüber errichtete Kirche mit all ihren Symbolen dafür sorgen, daß etwas hier ansässiges nicht an die Oberfläche gelangen konnte...? 
Recht bald häufen sich rund um den Ausgrabungsort unheimliche Vorfälle: Arbeiter verschwinden spurlos, ein Junge wird von Hyänen zerfleischt, dessen kleiner Bruder Joseph (Remy Sweeney) fällt in ein unerklärliches Koma und eine Frau aus dem Turkana-Dorf bringt ein totes, von Maden wimmelndes Baby zur Welt. Die Stimmung unter den Turkana wird immer gereizter, sie machen die weißen Archäologen für das Geschehen verantwortlich und sind überzeugt davon, daß Joseph - der sich im Hospital der Ärztin Sarah (Izabella Scorupco) befindet - von einem bösen Geist besessen ist. Schließlich rückt eine Abteilung britischer Soldaten unter dem Kommando Major Granvilles (Julian Wadham) an, um die Lage unter Kontrolle zu halten. Doch das Gegenteil geschieht: Als kurz darauf ein Engländer ermordet und verstümmelt in der Kirche aufgefunden wird, eskaliert die Situation in einem Ausbruch sinnloser Gewalt. Das sprichwörtliche Böse scheint die Menschen zu infizieren und Lankester Merrin steigt schließlich nochmals in die Katakomben hinab, um sich dem Dämon zu stellen... 

Exorzist: Der Anfang ist als Prequel zu William Friedkins Horrorklassiker The Exorcist angelegt und schildert die Vorgeschichte, in der Pater Merrin (im Original von Max von Sydow dargestellt) das erste Mal mit dem Dämon Pazuzu konfrontiert wird und durch dieses Ereignis letztendlich zu seinem Glauben zurückfindet. Angesichts der Vielzahl überflüssiger Remakes und Sequels, die Hollywood nun schon zu allen möglichen Filmen ausgespien hat, rechnet man bei einem solchen Prequel wieder einmal mit dem schlimmsten. Doch Regisseur Renny Harlin (der u. a. auch für das spaßige Bruce Willis-Vehikel Die Hard 2 verantwortlich zeichnet) gelang hier ein z. T. visuell recht ansprechender Horrorfilm, der nicht zwanghaft das Original zitiert, bzw. einen schalen Aufguß dessen serviert, sondern mit einer durchaus eigenständigen Geschichte und Erzählstruktur aufwarten kann. Auch wenn Fans von The Exorcist das jetzt als Sakrileg empfinden mögen gebe ich zu, von diesem Konzept recht angetan zu sein - Friedkins 1973 entstandenes Original ist zwar unbestreitbar ein Klassiker und wichtiger Punkt in der Geschichte des Horrorfilms, mit Drehbuch- und Romanautor William Peter Blattys reaktionär katholischer Weltsicht konnte ich allerdings schon immer wenig anfangen (als lohnende Alternative zum Thema dämonische Besessenheit empfehle ich an dieser Stelle Alberto de Martinos exzellenten und sträflich unterbewerteten Film L'Antichristo, der eigentlich eine separate Besprechung lohnen würde).


Doch widmen wir uns weiter dem Prequel: Optisch wird das Ganze recht hübsch serviert, so z. B. in den beeindruckenden afrikanischen Landschaftsaufnahmen, aber auch in den düster-atmosphärischen Szenen in der byzantinischen Kirche. Unheimliche Stimmung wird hier über weite Teile mit Licht-/Schattenspielereien, geschickten Schnitten und dem Einsatz von Soundeffekten erzeugt; der Gore- und Ekelanteil hält sich in Grenzen, wirkt dafür aber um so effektiver. Lob verdient auch die überzeugende Besetzung, vor allem Hauptdarsteller Stellan Skarsgård, der mit sympathischem Understatement glaubhaft den Part Pater Merrins verkörpert und sich erstaunlicherweise nicht hinter der schauspielerischen Leistung Max von Sydows zu verstecken braucht. 

Die Story an sich ist recht komplex angelegt und bietet viele interessante Elemente und Querverweise (so wird die Ausgrabungsstätte z. B. einmal als "der Ort, an dem Luzifer auf die Erde stürzte" bezeichnet). Und trotz der offenkundigen Präsenz des Übernatürlichen wird uns das Böse hier oft genug als von Menschenhand verursacht präsentiert: Merrin mußte als Priester miterleben, wie Nazis unschuldige Zivilisten ermordeten; Sarah verbrachte die Kriegsjahre in einem KZ; der scheinbar kultvierte, schmetterlingssammelnde Major Granville - für den die Schwarzen "Wilde" sind - wird schließlich unbewußt zu einem Diener des Bösen und provoziert durch die kaltblütige Erschießung des Turkana-Häuptlings einen gewalttätigen Aufstand. Es würde nun gewiß zu weit führen, in diesen (ja doch in erster Linie auf kommerzielle Unterhaltung angelegten) Film gewollte Kommentare zu Kolonialismus, Rassismus oder zum aktuellen Zeitgeschehen hineinzuinterpretieren - wenn jedoch der völlig sinnlose Kampf zwischen britischen Soldaten und Turkana-Kriegern ausbricht, kommen einem schon irgendwie die aktuellen Vorgänge im Irak in den Sinn.

Angesichts des vorangegangenen Filmverlaufs erscheint dann allerdings der Showdown in den Katakomben etwas unbefriedigend, was dem doch recht stereotypen Gebahren des Dämons zuzuschreiben ist: Anstatt bei dieser Gelegenheit einmal etwas interessantes von sich zu geben (z. B. Anekdoten aus dem Krieg zwischen Himmel und Hölle, Erinnerungen aus der Antike oder auch einfach nur Bemerkungen zum allgemeinen Weltgeschehen), ergeht Pazuzu sich grimassierend im sattsam bekannten "Fick mich"-Einzeiler-Repertoire, was nun doch etwas dürftig erscheint (und den recht weltoffenen Merrin kaum noch erschrecken kann). Nicht gerade gelungen sind auch die - erfreulicherweise nur sparsam eingesetzten - CGI-Effekte, so geraten z. B. die digital animierten Hyänen mit ihren ruckelnden Bewegungsabläufen zur unfreiwilligen Lachnummer. 
Von diesen Kritikpunkten abgesehen ist Exorzist: Der Anfang jedoch ein solide inszenierter und größtenteils wirklich spannend unterhaltender Horrorfilm, den man nicht mit dem Original vergleichen kann und sollte. 
 

Die DVD präsentiert den Film in sehr guter Bild- (Widescreen 1.85:1) und Tonqualität (DD 5.1, Deutsch und Englisch, Untertitel einblendbar). Der Bonusteil umfaßt den Trailer, ein ziemlich belangloses Behind The Scenes-Special sowie einen Audiokommentar von Renny Harlin.

Übrigens ist diese mit einer FSK16-Altersfreigabe versehene Veröffentlichung wohl tatsächlich ungeschnitten, was mich anhand einiger doch recht derber Szenen gelinde erstaunt hat. Haben die bundesdeutschen Zensoren da ein Mittagsschläfchen gehalten? Um so besser....:-)
 

©Thomas Wagner