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Die Farben der Nacht
(Tutti I Colori del Buio)
Mit der Ehe der jungen Jane (Edwige Fenech) steht es nicht zum besten: Durch die Unacht- samkeit ihres Mannes Richard (George Hilton) kam es zu einem schweren Autounfall, bei dem sie ihr ungeborenes Kind verlor. Seit diesem traumatischen Erlebnis wird sie von bizarren Alpträumen geplagt, in denen sie die Ermordung ihrer Mutter miterlebt und sich auch selbst als Mordopfer sieht.

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DIE DREI GESICHTER DER FURCHT (I TRE VOLTI DELLA PAURA)Italien/Frankreich 1963
Regie: Mario Bava
Darsteller: Boris Karloff, Michele Mercier, Susy Andersen, Jacqueline PierreuxDVD, Anolis Entertainment, ca. 88 min., FSK ab 16
 

Mario Bava, Großmeister des klassischen Italohorrors, inszenierte Die drei Gesichter der Furcht 1963 als Episodenfilm, in dem drei Geschichten (recht frei auf Vorlagen von Maupassant, Tolstoi und Tschechow basierend) sich auf unerschiedliche Art des Themas Angst annehmen. Der Film führt perfekt die ganze stilistische Bandbreite Bavas vor Augen und kann allein schon deswegen Filmfreunden, die das Oeuvre des Regisseurs erst noch entdecken wollen, als perfekter Einstieg empfohlen werden:

Nach einer einleitenden Begrüßung durch Horrorlegende Boris Karloff, beginnt der makabre Reigen mit der Episode Das Telefon: Das Callgirl Rosy (Michele Mercier) wird von einem anonymen Anrufer terrorisiert, der ihr androht, sie noch in der gleichen Nacht zu töten. Verzweifelt ruft sie ihre Freundin Mary zu Hilfe, doch dann eskalieren die Ereignisse... 
Das Telefon ist ein böses kleines Kammerspiel, in dem mit simpelsten Mitteln Spannung und eine beängstigende Atmosphäre erzeugt wird. Ein gelungener Thriller en miniature, der bereits einen Vorgeschmack auf Bavas spätere, durchgestylte Arbeiten in diesem Genre bietet.

Es folgt die Episode Wurdelak: Die Geschichte entführt uns ins frühe 19. Jahrhundert, in die unwirtliche Landschaft der Karpaten. Als der alte Gorca (Boris Karloff) nach der Jagd auf einen türkischen Räuber auf seinen Hof heimkehrt, ist er nicht mehr derselbe und schon bald werden die Befürchtungen seiner Familie schreckliche Gewißheit: Er ist zu einem Vampir, einem Wurdelak, geworden... 
Wurdelak präsentiert sich als als klassischer, gotischer Horror; ein märchenhafter Nachtmahr in schwelgendem Technicolor, in dem der damals bereits 75jährige Boris Karloff den wohl unheimlichsten Auftritt seiner späten Jahre hatte.

Der Kreis des Grauens schließt sich mit Der Wassertropfen, der letzten und wohl besten Episode: Die Krankenschwester Helen (Jacqueline Pierreux) stiehlt einer frisch Verstorbenen am Sterbebett einen Diamantring vom Finger. 


Doch noch in der gleichen Nacht wird sie von unheimlichen Ereignissen heimgesucht: Die alltäglichsten Dinge um sie herum wirken plötzlich bedrohlich, unheimliche Geräusche treiben sie an den Rand des Wahnsinns, bis ihr schließlich der Geist der Toten erscheint... 
Der Wassertropfen erscheint wie eine Quintessenz des Bava-typischen Horrors, der seine Wirkung mit subtilen Mitteln und einfallsreichen Kameraperspektiven erreicht. Straßengeräusche, delirierend flackernde Lichter vor den Fenstern, das Summen einer Fliege und das nicht enden wollende Tropfen eines Wassershahns erschaffen hier die enervierende Atmosphäre eines unter die Haut gehenden Grauens.

Erfreulicherweise liegt der Film hier in der ungeschnittenen Urfassung vor, deren groteske Schlußsequenz in der alten amerikanischen und deutschen Fassung fehlt: Bava ließ in dieser Szene Karloff durch die sturmgepeitschte Landschaft davonreiten - ein beeindruckendes Bild, das allerdings in ein gänzlich anderes Licht gerät, wenn die Kamera von ihm wegzoomt und die ganze illusorische Welt des Kinos offenlegt: Scheinwerfer, mit Kabeln hantierende Techniker, eine Windmaschine und Boris Karloff auf einem lebensgroßen Schaukelpferd...

Es ist immer ein Grund zur Freude, wenn Klassiker des Phantastischen Films auch hierzulande endlich zu einer DVD-Veröffentlichung gelangen. Geschieht das dann auch noch in so guter Qualität und liebevoller Aufmachung wie bei Die drei Gesichter der Furcht, bleibt eigentlich kein Wunsch mehr offen. Abermals gelang Anolis ein Augenschmaus, der sich auch hinter den amerikanischen Bava-DVD-Veröffentlichungen nicht zu verstecken braucht: In schönstem Widescreen (1:1,85) kann man hier geradezu dreidimensional in Bavas Farbwelten eintauchen. Der Ton (Mono 1.0) ist sauber und an Sprachfassungen stehen die deutsche sowie die italienische Version zur Auswahl - ich würde hier zur Originalfassung raten, denn in der deutschen Synchronfassung wurden einige Handlungsabläufe etwas verfälscht (deutsche Untertitel lassen sich natürlich einblenden). Das Menü ist, basierend auf den Original-Plakatmotiven, wunderschön gestaltet. Extras gibt es zwar nicht viele, dafür aber etwas wirklich besonderes, nämlich die Dokumentation Mario Bava - Maestro Of The Macabre, die in zahlreichen Filmausschnitten, seltenen Photos, Interviews etc. Leben und Werk des Regisseurs beleuchtet.
 

©Thomas Wagner