Vampyre Planet-Zine

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Elysium
Irgendwann in der Zukunft: Es ist endlich zu einer Kontaktaufnahme zwischen der Erde und einer außerirdischen Zivilisation, den humanoiden Bewohnern des Planeten Elysium, gekommen. Doch als im Weltall ein Rendezvous mit dem Raumschiff des elysianischen Botschafters stattfinden soll, kommt es zu einer Katastrophe: Als das irdische Schiff plötzlich selbsttätig das Feuer auf die Aliens eröffnet, wird der Botschafter getötet und die Elysianer nehmen diesen Vorfall zum Anlaß, um der Menschheit den totalen Krieg zu erklären. 

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EL DÍA DE LA BESTIA

Spanien 1995
Regie: Alex de la Iglesia
Darsteller: Alex Angulo, Armando de Razza, Santiago Segura

DVD, Anolis Entertainment, ca. 99 min., FSK ab 16
 

Pater Berriartúa (Álex Angulo) studiert seit 25 Jahren die Offenbarung des Johannes und sucht darin nach einer verborgenen höheren Botschaft. Als er eines Tages glaubt, endlich den Text entschlüsselt zu haben, ist die Erkenntnis ist schockierend: der Antichrist persönlich soll am Weihnachtsabend in Madrid zur Welt kommen. 

Um die Welt vor der Apokalypse zu retten, will Berriartúa mit dem Teufel Kontakt aufnehmen und ihn auf irgendeine Art überlisten. Er beschließt fortan eifrigst zu sündigen, denn - so die Überlegungen des Paters - nur so läßt sich das Böse anlocken. Natürlich gehört dazu auch die passende "teuflische" Musik und auf der Suche danach gerät Berriartúa in einen Plattenladen, wo er den gutmütigen Death Metal-Fan José Maria (Santiago Segura) als Mitstreiter für seine Mission gewinnen kann. Schließlich wird der Pater auch noch auf den Scharlatan Cavan (Armando de Razza) aufmerksam, der als Okkultismusexperte und Hellseher in einer TV-Show auftritt. Cavan scheint genau der richtige Mann zu sein, um eine Teufelsbeschwörung durchzuführen …

Regisseur Alex de la Iglesia (Accion Mutante, Perdita Durango) ist ein Vorzeigetalent des neuen spanischen Genrekinos und das, was er seinem Publikum deftig mit Gewalt und Action gewürzt serviert, sind groteske, rabenschwarze Gesellschaftssatiren. So auch in seinem dritten Film, dem 1995 gedrehten El Día de la Bestia, in dem Katholizismus, Milleniumsparanoia, moderne Massenmedien und tumbe Death Metal-Klischees gleichermaßen aufs Korn genommen werden.


Iglesia gelang hier ein rasant inszeniertes Feuerwerk skurril-makabrer Ideen, das an keiner Stelle langweilt und vor absurder Situationskomik nur so strotzt. Dabei driftet er jedoch niemals ein eine platte Slapstick-Nummernrevue ab, sondern erzählt eine Story, die durchaus nicht verrückter ist, als die moderne Mediengesellschaft vor deren Hintergrund sie spielt. Auch die Besetzung des Films ist hervorragend, allen voran der wunderbare Álex Angulo in der Rolle des sündigenden Paters, der im Grunde ja eigentlich nur die Menschheit retten will und zweifelsohne der unschuldigste Mensch in ganz Madrid ist (so hat er z. B. noch nie in seinem Leben ferngesehen und nimmt Cavans Geschwafel sofort für bare Münze, dessen Geliebte hält er sogar für eine Jungfrau und will mit ihrem Blut den Teufel beschwören …). Das Böse schließlich, das sich im Verlauf des Films auch manifestieren wird, ist im Grunde schon längst unter uns: personifiziert hier durch eine Bande Rechtsradikaler, die an "Asozialen" Lynchjustiz verübt. Und wenn diese gutbürgerlichen Teufel am Weihnachtsabend auf offener Straße einen Obdachlosen anzünden, während Autos in aller Seelenruhe die Madrider Bürger in ihren Autos vorbeifahren, bleibt einem, aller Komik zum Trotz, das Lachen im Halse stecken …
 

Anolis Entertainment präsentiert dieses europäische Idependent-Glanzstück in Form einer sorgfältig editierten Doppel-DVD, die kaum Wünsche offen läßt: Die Bildqualität (1:1,85) ist sehr gut, es gibt eine deutsche und spanische Version, beide in optimalem Dolby Surround Sound. Untertitel lassen sich einblenden, so daß man sich auch ohne größere Spanischkenntnisse an der etwas lebhafteren OF erfreuen kann. Die Extras umfassen Trailer und Teaser sowie rund 125 Minuten Bonusmaterial auf der 2. DVD: das Making Of, Interviews, Filmographien, die Preisverleihung beim Fantastic'Arts-Festival sowie Iglesias' Regiedebüt, den überaus grotesken Kurzfilm Mirindas Asesinas.
 

©Thomas Wagner