DER
MAKLER (TERROR TRACT)
USA
2000
Regie:
Lance W. Dreesen
Darsteller:
John Ritter, Bryan Cranston, Rachel York
DVD,
Universal, ca. 97 min., FSK ab 18
Die
Umsatzerfolge des Immobilienmaklers Bob Carter lassen zu wünschen
übrig. Die von ihm offerierten Objekte sind zwar in allerbestem Zustand,
doch Carter hat die verkaufsschädigende Angewohnheit, die Interessenten
ausführlich über die Schicksale der Vorbesitzer aufzuklären.
So
auch das junge Ehepaar Doyle, dem er nacheinander drei Häuser vorführt:
Im Freemont Estate kam es zu einer Tragödie, als der eifersüchtige
Mr. Freemont seine Frau mit deren Liebhaber erwischte. Der gehörnte
Ehemann wollte die beiden ermorden, doch das Vorhaben mißlang und
er selbst landete schließlich als Leiche in einem See. Doch war er
wirklich tot …? Im Gatley Home begann das Unheil, als die kleine Tochter
der Gatleys eines Tages ein Äffchen im Garten fand. Das possierliche
Tierchen wurde – sehr zum Widerwillen Mr. Gatleys – zum neuen Hausgenossen
und entpuppte sich recht bald als mörderische Miniaturbestie. Und
in der Goodwin Residenz schließlich, trieb der berüchtigte Granny-Killer
sein Unwesen; ein Verrückter mit Großmuttermaske, der sich die
Zeit mit dem Aufschlitzen von Teenagern vertrieb …
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Lance
W. Dreesens schwarze Komödie Der Makler (eigentlich Terror Tract,
die deutsche Titelwahl erscheint hier leicht verunglückt) beweist,
daß das gute alte Episodenfilm-Rezept auch heute noch funktionieren
kann. Zwar sind die hier erzählten Stories keine Geniestreiche – Drehbuchautor
Clint Hutchinson ist halt kein Robert Bloch –, doch in der Kürze liegt
bekanntlich die Würze und so bietet der Film durchgehend makabres
Entertainment ohne große Längen. Besonders gut gelingt dies,
wenn die Grenzen zum Absurden endgültig überschritten werden
und der konventionelle Horror einem blutig-grotesken Slapstick weicht:
So z. B. in der Episode mit dem mörderischen Affen und ganz besonders
im grandiosen, völlig überdrehten Finale des Films, in dem der
Makler Bob Carter zu brachialen Mitteln greift, um endlich seine Häuser
an den Mann zu bringen und sich das ganze Viertel als ein Hort mordlustiger
Irrer entpuppt. Alles in allem also nette Unterhaltung für einen faulen
Abend mit Kartoffelchips, in der auch die Besetzung (vor allem John Ritter
als gestresster Makler sowie der großartige Killer-Affe) nicht entäuscht.
Die
DVD bietet ein sehr gutes Bild (Widescreen 1:1,78), satten Sound in DD
5.1 (deutsch und englisch, Untertitel vorhanden) und auch einige Special
Features (Produktionsnotizen, Biographien, Trailer, PC-Game und das – leider
wirklich überflüssige - Makler-Quiz).
©Thomas
Wagner |