DAS
ZWEITE GESICHT
(THE
GOOD SON)
USA
1993
Regie:
Joseph Ruben
Darsteller:
Macaulay Culkin, Elijah Wood, Wendy Crewson
DVD,
Twentieth Century Fox, ca. 83 min., FSK ab 16
Der
kleine Mark (Elijah Wood) hat kaum den Tod seiner Mutter verkraftet, als
sein Vater auch schon für zwei Wochen geschäftlich verreisen
muß und seinen emotionell schwer angeschlagenen Sohn für diese
Zeit bei dessen Onkel und Tante unterbringt. Hier lernt Mark auch seinen
Cousin Henry (Macaulay Culkin) und dessen kleine Schwester Connie kennen.
Anfangs
erscheint es, als würden die Jungen gute Freunde werden, doch Henry
entpuppt sich recht schnell als wenig liebenswerter Zeitgenosse: Erst tötet
er mit einer selbstgebauten Armbrust einen Hund; dann verursacht er durch
von einer Autobahnbrücke geworfenen Puppe einen Auffahrunfall und
schließlich versucht er auch noch seine Schwester umzubringen. Mark
erkennt recht bald, daß sein Cousin eine ernsthafte Bedrohung für
die ganze Familie darstellt, doch niemand glaubt seinen Anschuldigungen.
Als Henrys Mutter schließlich hinter ein schreckliches Geheimnis
ihres Sohnes kommt, schwebt auch sie recht bald in tödlicher Gefahr...
Das
zweite Gesicht (Originaltitel: The Good Son) entstand bereits 1993 und
suchte in den vergangenen Jahren auch schon wiederholt die deutschen Fernsehschirme
heim. Regisseur Joseph Ruben variiert hier auf oberflächliche Art
das alte "Bad Boy"-Thema und setzt in erster Linie auf die Vermarktung
seines Hauptdarstellers Macaulay "Kevin allein zu Haus" Culkin, der dem
Zuschauer hier als diabolischer kindlicher Soziopath präsentiert wird.
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Doch
leider funktioniert dies nur rudimentär: Zwar wirkt Culkin recht unsympathisch,
aber sein Spiel ist viel zu glatt und aufgesetzt, um auch nur ansatzweise
wirklich bedrohlich zu wirken oder die offensichtliche psychische Derangiertheit
Henrys überzeugend darzustellen. Das schauspielerische Talent seines
Gegenparts Elijah Wood, der in jüngster Zeit als Frodo in The Lord
Of The Rings zu größerer Bekanntheit gelangte, weist ebenfalls
starke Defizite auf und erschöpft sich in theatralischem Augenrollen.
Die Geschichte als solche ergeht sich in platten Gemeinplätzen, so
zeugt es deutlich vom begrenzten Horizont der Macher dieses Films, daß
Henrys erster "böser" Akt darin besteht, seinen Cousin Mark zum Rauchen
zu verführen. Wer raucht, der quält auch Tiere und kleine Mädchen,
so viel ist klar... Das oben erwähnte schreckliche Geheimnis Henrys,
dessen Entdeckung schließlich zu einem leidlich dramatischen Showdown
führt, ist leider schon nach der ersten halben Stunde vorhersehbar
und auch optisch wird in diesem konventionell inszenierten Film nichts
bemerkenswertes geboten: Das interessanteste sind hier noch die Aufnahmen
der reizvollen neuenglischen Küstenlandschaft. Für das Abendprogramm
von Pro7 ist Das zweite Gesicht vielleicht akzeptabel, aber eine Veröffentlichung
auf DVD ist dieser Streifen kaum wert.
Auch
die technische Qualität der DVD kommt kaum über das Mittelmaß
hinaus: Zwar präsentiert sich der Film hier als Widescreen-Version,
allerdings ist die Bildqualität für DVD-Verhältnisse nicht
sehr beeindruckend; so gibt es gelegentliches leichtes Bildrauschen und
die Farben wirken ziemlich ausgewaschen. Bei den Tonfassungen (englisch,
deutsch, französisch, italienisch und spanisch) gibt es nur die englische
Originalversion im Surroundsound, der Rest liegt in Stereo 2.0. vor. Deutsche
Untertitel lassen sich bei Bedarf einblenden, Extras werden bis auf einen
Trailer keine geboten und das häßliche Design des Menüs
vermag höchstens beinharte Fans von Culkin und Wood zu begeistern.
©Thomas
Wagner |