DAS
BLUT VON DRACULA
(TASTE
THE BLOOD OF DRACULA)
GB
1969
Regie:
Peter Sasdy
Darsteller:
Christopher Lee, Geoffrey Keen, Linda Hayden, Ralph Bates
DVD,
Warner Home Video, ca. 91 min., FSK ab 16
Hargood,
Paxton und Secker sind drei ehrenwehrte viktorianische Gentlemen, die in
ihren Familien viel Wert auf auf einen moralischen Lebenswandel legen und
sich einmal im Monat treffen, um angeblich einen Wohltätigkeitsverein
zu unterstützen. Doch weder ihre Frauen noch Kinder ahnen, daß
das biedere Trio in Wirklichkeit ein Bordell aufsucht und sich dort allen
möglichen Ausschweifungen hingibt.
Hier
begegnen sie eines Abends dem jungen Lord Courtney (Ralph Bates), einem
gerade frisch enterbten Dandy, der für seinen unmoralischen Lebenswandel
ebenso bekannt ist, wie für seinen notorischen Geldmangel. Courtney
verspricht ihnen - gegen angemessene Bezahlung versteht sich - ein Vergnügen
ganz neuer Art: die Beschwörung des Bösen. Er führt das
Trio zu einem Händler, der ihnen die angeblichen Hinterlassenschaften
des berüchtigten Grafen Dracula präsentiert: Ein Cape, eine Kette
und ein Röhrchen mit einem merkwürdigen roten Pulver - das getrocknete
Blut des Vampirs! Obwohl skeptisch, kaufen unsere Gentlemen das obskure
Blutsauger-Set und lassen sich von Courtney zu einer entweihten Kirche
führen. Hier soll der Prinz der Finsternis, Graf Dracula, aus der
Hölle heraufbeschworen werden... |
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Das
Blut von Dracula (Taste The Blood Of Dracula) entstand 1969
als vierter Teil im Dracula-Zyklus der Hammer Productions und schöpft
seine Inspirationen - obwohl im viktorianischen London angesiedelt - nicht
zu knapp aus dem Zeitgeist der End-60er: Der Wunsch nach Veränderung
der verkrusteten Strukturen, politische und sexuelle Revolution, das Mißtrauen
gegenüber dem Establishment... Letzteres wird hier in Gestalt dreier
heuchlerischer Spießbürger vorgeführt, die ihr konservativ-"anständiges"
Weltbild auch ihren Kindern aufzwingen wollen (notfalls auch mit Gewalt,
wie der ehrenwerte Mr. Hargood, der seine Tochter auch gern mal mit dem
Gürtel züchtigt, wenn er ein Glas zuviel getrunken hat).
Allerdings
stecken die Gentlemen selbst bis zum Hals im moralischen Schmutz - vor
allem, nachdem sie während der Beschwörung in Panik Lord Courtney
getötet haben. Der reanimierte Graf Dracula rächt sich an ihnen
für die Ermordung seines Dieners, indem er sich ihrer Kinder bedient
(die Zerstörung der heilen Familienstruktur war schon immer eine der
Lieblingsbeschäftigungen von Vampiren) und so schlägt die unterdrückte
Jugend schließlich mörderisch zurück...
Peter
Sasdys Blut für Dracula kann sich in puncto optischer Inszenierung
zwar nicht mit den kunstvollen Filmen Terence Fishers messen, bietet aber
dennoch schönes Sixties-Horrorvergnügen und mit Christopher Lee
einmal wieder den besten Draculadarsteller aller Zeiten.
Bild
(Widescreen 1.85:1) und Ton der DVD sind sehr gut, allerdings werden bis
auf einen Trailer keinerlei Extras geboten. Erfreulicherweise ist diese
Veröffentlichung ungeschnitten erschienen; in England brachten Warner
Home Video vor einigen Jahren eine grausig verstümmelte VHS-Fassung
auf den Markt.
©Thomas
Wagner |