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Dark Descent/
Shark Hunter"
Abwärts geht's: Mit Dark Descent und Shark Hunter präsentiert die B-Movie-Schmiede U.F.O. zwei amerikanisch-bulgarische Coproduktionen, die beide in der Tiefsee angesiedelt sind. Eine gute Idee, denn dieser bislang nur zu einem Bruchteil erforschte Handlungsschauplatz birgt sicherlich jede Menge Filmpotential - doch wie wurde dies genutzt?

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CRAZIES
(THE CRAZIES aka: CODE NAME: TRIXIE)

USA 1973
Regie: George A. Romero
Darsteller: Lane Carroll, W. G. McMillan, Harold Wayne Jones, Lynn Lowry

DVD, Anolis/e-m-s, ca. 98 min., FSK ab 16
 

Als ein Flugzeug der US Air Force in der Nähe der Kleinstadt Evans City in Pennsylvania abstürzt, hat dies katastrophale Folgen für die Bevölkerung: An Bord befand sich ein noch in der Entwicklung befindlicher chemischer Kampfstoff mit dem Codenamen "Trixie", der nun in das Grundwasser gerät. Die davon infizierten Menschen sterben entweder oder mutieren zu gewalttätigen Verrückten. 

Und innerhalb kurzer Zeit brechen in Evans City Chaos und Panik aus. Immer mehr Infektionsfälle treten auf, die Ärzte in dem örtlichen Krankenhaus stehen vor einem Rätsel und schließlich rücken schwerbewaffnete Spezialeinheiten der Armee an. Die Stadt wird abgeriegelt, der Ausnahmezustand wird verhängt und die gesamte Bevölkerung unter Quarantäne gestellt. Während das Militär nun mehr schlecht als recht versucht die Situation unter Kontrolle zu halten, arbeitet eine Gruppe von Wissenschaftlern fieberhaft an der Entwicklung eines Gegenmittels. Eine Gruppe von fünf Einwohnern versucht dem allseits grassierenden Wahnsinn zu entkommen, doch bei der Flucht riskieren sie ihr eigenes Leben: Nicht nur die Gefahr der Infektion und die ziellos umherziehenden Virusopfer stellen eine tödliche Bedrohung dar, sondern auch die Soldaten, die sich - angesichts der eskalierenden Situation selbst immer mehr in Panik geratend - zunehmend schießwütiger verhalten... 

Regisseur George A. Romero inszenierte "Crazies" 1973 und der Film kann stilistisch wie auch thematisch durchaus als eine Art Bindeglied zwischen "Night of the Living Dead" und "Dawn of the Dead" betrachtet werden. Die amoklaufenden Opfer des Kampfstoffes "Trixie" treten hier an die Stelle der Zombies und durch die rasante Ausbreitung der Infektionen droht eine globale Apokalypse. Miltär und Politik versagen bei ihren Bekämpfungsversuchen auf ganzer Linie, werden schließlich selbst zu einer Bedrohung für die Bevölkerung und das menschliche Individuum (hier personifiziert in der fünfköpfigen Flüchtlingsgruppe) gerät zwischen die Fronten und muß verzweifelt um sein Überleben kämpfen. 


Während Romeros Zombiefilme jedoch die damalige US-Gegenwartssituation (Rassenunruhen, Vietnamkrieg etc.) in erster Linie als beklemmendes, surreales Zerrbild reflektieren, wird in Crazies nichts metaphorisch oder phantastisch verkleidet, sondern mit knallharter Nüchternheit präsentiert: Im Zentrum steht die auch heute noch aktuelle Biowaffenthematik; Schuld an der Katastrophe tragen Regierung und Militärs, die mit ihren verantwortungslosen Rüstungsspielen eine Epidemie verursachen, die sich bald jeglicher Kontrolle entzieht. Daß die Mächtigen dabei im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen, zeigt sich recht bald an der brutalen Vorgehensweise der Armee und schließlich diskutiert man sogar die Möglichkeit eines Atomschlags gegen Evans City. Die nur all zu offensichtliche Kritik an Militarismus und politischen Autoritäten bleibt - sowohl im zeitgeschichtlichen Kontext wie auch unter aktuellen Gesichtspunkten - durchweg nachvollziehbar und ist nicht zuletzt auch ein ehrliches politisches Statement George Romeros, der auch hier wieder für das Drehbuch verantwortlich war.

Daß "Crazies" wie alle frühen Filme Romeros eine Low Budget-Produktion war, sieht man dem Film zwar durchaus an (so wurde z. B. bei Szenen mit einem Militärflugzeug auf Archivmaterial zurückgegriffen), dennoch ist das Ganze handwerklich ansprechend und sehr temporeich inszeniert. Romero bediente sich eines recht nüchternen, manchmal auch gewollt quasi-dokumentarischen Stils und verzichtete auf ausgeklügelte Kamerafahrten, wartete jedoch oft mit interessanten Aufnahmeperspektiven auf. Eine extrem rasanten Schnittfolge tut ein übriges, um Spannung zu erzeugen und von einigen budgetbedingten Defiziten abzulenken. Ebenso wie in seiner Zombie-Trilogie gelingt es dem Regisseur auch in "Crazies" mit einer filmisch überzeugenden, apokalyptischen Story zu fesseln, die in diesem Fall auch gerade durch ihren Realitätsbezug eine nachhaltige Beklemmung beim Zuschauer verursacht. 

Zur DVD-Umsetzung: 
Anolis Entertainment präsentiert (im Vertrieb von e-m-s) den Film in einer sehr ansprechenden Bildqualität im Format 1:1,66, auch der Ton (Deutsch und Englisch in DD 2.0 Mono, deutsche Untertitel einblendbar) kann trotz einiger altersbedingter Abstriche durchaus überzeugen, wobei die deutsche Synchronfassung noch etwas klarer ausfällt. Die Extras umfassen leider nur zwei Trailer und eine Bildergalerie mit Aushang- und Szenenfotos, hier hätte durchaus mehr geboten werden können. Allerdings gab es von Anolis die Ankündigung einer aufwendiger gestalteten Special Edition inklusive eines Audiokommentars von Darstellerin Lynn Lowry; wann diese jedoch erscheinen soll, ist nach wie vor unklar. 
 

©Thomas Wagner