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Crazies
(The Crazies aka: Code Name: Trixie)
Als ein Flugzeug der US Air Force in der Nähe der Kleinstadt Evans City in Pennsylvania abstürzt, hat dies katastrophale Folgen für die Bevölkerung: An Bord befand sich ein noch in der Entwicklung befindlicher chemischer Kampfstoff mit dem Codenamen "Trixie", der nun in das Grundwasser gerät. Die davon infizierten Menschen sterben entweder oder mutieren zu gewalttätigen Verrückten. 

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COMTESSE DES GRAUENS
(COUNTESS DRACULA)

GB 1970
Regie: Peter Sasdy
Darsteller: Ingrid Pitt, Nigel Green, Maurice Denham, Sandor Eles

DVD, Anolis/e-m-s, ca. 88 min., FSK ab 16

Nachdem Anolis Entertainment 2004 die Fans von Horrorklassikern mit der Hammer Edition beglückt hatte, startetete das Label (wie gewohnt im Vertrieb von e-m-s) im März 2005 die sehr schön aufgemachte Reihe British Horror Classics. Den Auftakt machte dabei die 1970 in der Regie von Peter Sasdy entstandene Hammer- produktion "Comtesse des Grauens" ("Countess Dracula"): 

Die Geschichte führt uns ins 16. Jarhundert nach Ungarn. Hier herrscht die alte Gräfin Elisabeth Bathory (Ingrid Pitt) mit harter Hand über ihre Untertanen; unterstützt wird sie dabei von ihrem Getreuen und Geliebten Hauptmann Dobi (Nigel Green). Als sie eines Tages wieder einmal eine ihrer Dienerinnen mißhandelt, kommt sie zufällig mit dem Blut des Mädchens in Berührung. Wenig später stellt sie fasziniert fest, daß ihre Haut sich an dieser Stelle verjüngt hat. Besessen von der Vorstellung, ihre ursprüngliche Schönheit zurückzugewinnen, läßt sie das Mädchen töten und badet in dessen Blut - die makabre Verjüngungskur funktioniert und Gräfin Bathory verwandelt sich prompt wieder in eine junge Schönheit (ebenfalls von Ingrid Pitt dargestellt). Sie verliebt sich in den jungen Imre Toth (Sandor Elès) und gibt sich ihm gegenüber als ihre eigene Tochter Ilona aus, die derweil in einer abgelegenen Waldhütte gefangen gehalten wird. Vorerst kennen nur der alte Dobi und die treue Dienerin Julie (Patience Collier) das Geheimnis und versorgen, wenngleich auch widerwillig, ihre Herrin mit dem dringend benötigten "Nachschub" an Jungfrauen. Denn das regenerierende Blutbad muß regelmäßig angewendet werden, da die Gräfin sich sonst innerhalb von Minuten wieder in eine Greisin verwandelt - älter und häßlicher als zuvor...

"Comtesse des Grauens" orientiert sich an dem authentischen Fall der ungarischen Gräfin Bathory (1560-1614), die für den Tod von hunderten junger Frauen verantwortlich war und der Legende nach auch in deren Blut gebadet haben soll. Der historische Massenmord der echten "Blutgräfin" wird hier jedoch nicht aufgearbeitet und auch die detaillierte Darstellung von Greueltaten interessiert weniger. 


Statt dessen orientiert sich der Film an der Legende vom Jugend und Schönheit spendenden Jungfrauenblut - daher auch der perfekt ins Konzept der Hammer Productions passende Originaltitel "Countess Dracula" - und erzählt drumherum eine unterhaltsame Historienhorror-Mixtur mit guten Dialogen und einem kräftigen Schuß makabrer Ironie.

Die gebürtige Polin Ingrid Pitt stand hier nach ihrem zuvor entstandenen Hammer-Debüt "The Vampire Lovers" ein zweites Mal vor den Kameras der britischen Horrorproduzenten und verkörpert überzeugend die Gräfin Bathory. Aus der psychopathischen Massenmörderin wurde in diesem Film eine Art weiblicher Jekyll-/Hyde-Figur, die trotz ihrer Verbrechen keinesfalls eindimensional als blutdürstiges Monster dargestellt wird, durchaus auch zu menschlichen Emotionen fähig ist und in ihrer verjüngten Gestalt ein nicht unbeträchtliches Potential an Charme versprüht. Das Ziel ihrer Begierde, Sandor Elès in der Rolle des jungen Helden Imre Toth, erscheint dagegen erstaunlich farblos. Wirklich hervorragend agieren jedoch Nigel Green als permanent genervter Hauptmann Dobi (tragischerweise beging Green nach diesem Film Selbstmord), Patience Collier in der Rolle der überfürsorglichen Dienerin Julie sowie Maurice Denham als kauzig-zerstreuter Gelehrter Fabio. Was die filmtechnische Seite angeht, bietet sich hier die von Hammerfilmen gewohnte solide Qualität. Zwar lassen sich die Filme Peter Sasdys nie mit den farbenprächtigen Gothic Horror-Klassikern Terence Fishers messen, doch auch "Comtesse des Grauens" erfreut das Auge mit einer schönen Ausstattung und einer adäquaten visuellen Umsetzung. 

Zur DVD-Umsetzung:
Die DVD-Veröffentlichung von Anolis bietet einmal wieder Anlaß zum Lob: Das Bild (Widescreen 1:1,66) erfreut mit guter Schärfe und Kontrastreichtum. Auch der Ton (DD 2.0 Mono, Deutsch und Englisch, Untertitel vorhanden) gibt keinen Anlaß zur Klage. An Extras werden Trailer, Bildergalerien, die deutsche Titelsequenz sowie als absolutes Highlight ein Interview mit Ingrid Pitt geboten, in dem die Schauspielerin zahlreiche Anekdoten aus ihrer Karriere erzählt und in auch Bezug auf Regisseur Peter Sasdy und Filmpartner Sandor Elès kein Blatt vor den Mund nimmt. Wer den Charme der Hammer Productions zu schätzen weiß und in Verbindung mit dem Bathory-Mythos nicht zwangsläufig Blutbäder erwartet, wird an diesem gut gespielten und schön inszenierten Film seine Freude haben. 
 

©Thomas Wagner