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Comtesse des Grauens
(Countess Dracula)
Die Geschichte führt uns ins 16. Jarhundert nach Ungarn. Hier herrscht die alte Gräfin Elisabeth Bathory (Ingrid Pitt) mit harter Hand über ihre Untertanen; unterstützt wird sie dabei von ihrem Getreuen und Geliebten Hauptmann Dobi (Nigel Green). Als sie eines Tages wieder einmal eine ihrer Dienerinnen mißhandelt, kommt sie zufällig mit dem Blut des Mädchens in Berührung. Wenig später stellt sie fasziniert fest, daß ihre Haut sich an dieser Stelle verjüngt hat. 

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CODE 46

GB 2003
Regie: Michael Winterbottom
Darsteller: Tim Robbins, Samantha Morton

DVD, Sunfilm, ca. 89 min., FSK ab 16

Schöne neue Welt in einer nicht all zu fernen Zukunft: Die Weltbevölkerung ist stark reduziert, die Ozonschicht weitgehend zerstört und die Erde strikt in zwei Lebensbereiche unterteilt, was zu einem neuen Kastensystem geführt hat. Während in den abgeriegelten Großstädten Sicherheit und ein sehr hoher, durchtechnisierter Lebenskomfort herrschen, müssen sich die Bewohner von "al fuera" (= die armen, klimakatastrophengeschädigten Außenbezirke) mit Armut, Krankheit und den harten Lebensbedingungen der Wüste herumschlagen. Aus Sicherheitsgründen sind Reisen von einer Stadt in die andere nur mit Visa - sogenannten "Papelles" - erlaubt, die nur nach sehr strengen Kriterien bewilligt werden. Gedruckt werden diese begehrten Visa von dem allmächtig erscheinenden Konzern Sphinx Corporation, doch eines Tages stellt sich heraus, daß irgendein Mitglied des dortigen Personals "Papelles" stiehlt und an Menschen verteilt, denen die Reiseerlaubnis verweigert wurde. Der Ermittler William Geld (Tim Robbins) besucht die betroffene Druckerei in Shanghai und ist auch recht schnell in der Lage, die junge Maria Gonzales (Samantha Morton) als Täterin zu entlarven. Doch anstatt sie zu denunzieren, verliebt er sich in sie... 

Die 2003 entstandene britische Produktion "Code 46" bietet eine durchaus realistisch erscheinende Zukunftsvision: Im Prinzip erscheint fast alles vertraut -Verkehrsmittel, Kleidung, Architektur (gedreht wurde u. a. in Shanghai, dessen Skyline schon futuristisch genug wirkt) -, nur in puncto allgegen- wärtiger Computerisierung und Gentechnologie wurde halt noch ein wenig hinzufabuliert, auch der Wortschatz hat zugelegt und so haben Brocken aus den verschiedensten Sprachen das Englische zu einer Art Esperantoersatz werden lassen. Die Probleme der hier gezeigten Gesellschaft sind eigentlich nichts anderes, als die Folgen dessen, was sich bereits heute abzeichnet bzw. schon existent ist. Globale Auswirkungen der Klimakatastrophe, die Teilung der Welt in eine Haben- und Nichthabenzone (welche hier visuell sehr effektiv mit den drastischen Kontrasten zwischen sprudelndem Metropolenleben und entvölkert erscheinenden Wüstenlandstrichen versinnbildlicht wird), die Gefahren einer sorglosen Anwendung der Gentechnologie, die allumfassende Macht internationaler Konzerne und die staatlich sanktionierte Transparenz des Individuums. 


All dies mag im Prinzip zwar nicht neu erscheinen, zeichnet sich aber durch eine unleugbare Aktualität aus. 
Das politische System in "Code 46" bleibt vage, doch es scheint durchaus eine Fortführung der heutigen westlichen Demokratien mit einem verstärkten Einfluß multinationaler Konzerne zu sein und so präsentiert sich diese Welt keinesfalls als triste Hölle unter der Knute eines faschistoiden Terror-Regimes a la "1984". Big Brother wahrt hier den Schein der Freiheit und der guten Sitten, beschert den guten und nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft ein angenehmes Leben in urbaner Geborgenheit und läßt ihnen auch Raum für Privatsphäre, solange diese nicht zu subversiven, die Stabilität des Systems gefährdenden Tätigkeiten genutzt wird. Und bei Verstößen wartet nicht etwa die Folterkammer der Geheimpolizei auf den Delinquenten, nein, man agiert hier ganz "human" und löscht nur mal eben partiell einige unerwünschte Gedächtnisstrukturen. Unverbesserliche und asoziales bzw. genuntaugliche Zeitgenossen schiebt man schließlich nach "al fuera" ab. 
Rein formal fühlt man sich durch den kühlen Look des Films z. T. stark an Gattaca erinnert, aber auch Philip K. Dick und George Orwell haben hier unübersehbar Pate gestanden. Vor allem ist "Code 46" aber auch eine sehr feinfühlig inszenierte, bittersüße Liebes- geschichte um ein tragisches Paar, das mit seinem Ausbruchsversuch aus den staatlichen Restriktionen einfach scheitern muß. William und Maria treten hier an die Stelle von Orwells Winston und Julia; ein tragisches Paar, das mit seinem Ausbruchsversuch aus den staatlichen Restriktionen einfach scheitern muß. Tim Robbins und Samantha Morton spielen diese Rollen sehr überzeugend und absolut jenseits der gängigen Hollywoodklischees, besonders Morton ist in der Rolle Marias einfach nur großartig. 
Und noch ein kleiner Hinweis am Rande: Der gute alte Mick Jones von The Clash hat einen Gastauftritt und darf in einer Karaokebar "Should I Stay Or Should I Go" singen. 
 

Zur DVD-Umsetzung: 
Bild- (Widescreen 1.85: 1 anamorph) und Tonqualität (Deutsch in DTS und DD 5.1, Englisch in DD 5.1) sind sehr gut ausgefallen. Die Extras umfassen Trailer, Bio- und Filmographien, Deleted Scenes und das Making Of-Special "Inside Code 46". 
 

©Thomas Wagner