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Medusas Spiegelbild - Barbara Steele in "La Maschera del Demonio"

"Entering the cool, dark set was like entering a medieval cathedral on a midsummer afternoon. Echoes of an ancient civilization that has been dormant for centuries. This odd silence descended upon us, this hushed, suspended world ... The whole film was so monochromatic that nobody, not even a crew member, wore a single color on the set - hypnotically beautiful ..." 
Barbara Steele über die Dreharbeiten zu LA MASCHERA DEL DEMONIO 

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1961 heiratete Lee das dänische Fotomodell Birgit Kroencke. Es folgten zahlreiche weitere Filmrollen: Abenteuerfilme, Thriller und – natürlich –- Horror; vieles davon im heimatlichen England, seit dem Beginn der 60er Jahre aber auch verstärkt auf dem europäischen Kontinent. Damals florierte die europäische Filmindustrie und internationale Coproduktionen waren an der Tagesordnung. Lees umfassende Sprachkenntnisse (so beherrscht er acht Sprachen, darunter deutsch, italienisch und französisch) waren ihm in dieser Zeit enorm von Vorteil. 
 
Er drehte ab 1961 in Deutschland eine Reihe von Edgar Wallace-Verfilmungen und begann im gleichen Jahr auch verstärkt in Italien zu arbeiten, wo zuvor Mario Bavas grandioses Regiedebüt La maschera del demonio eine ganze Welle von Gothic-Horror- Produktionen in Gang gesetzt hatte. In der Regie Mario Bavas stand Lee bei Ercole al centro della terra vor der Kamera, einem märchenhaft inszenierten Fantasystreifen, der Elemente des Sandalenfilms mit atmosphärischem Horror und beeindruckenden Spezialeffekten verknüpfte. Zu einer weiteren Zusammenarbeit mit Bava kam es 1963 in La frusta e il corpo, einem Film, der aufgrund seiner offensichtlichen SM-Thematik damals für Furore sorgte und den Produzenten sogar die Klage eines empörten Kinobesuchers einbrachte.
Lee spielt hier den moralisch verkommenen Sohn eines Aristokraten, der seiner masochistisch veranlagten Schwägerin (dargestellt von Daliah Lavi) nachstellt und von dieser schließlich ermordet wird – doch kurz darauf beginnt sein Geist sie Nacht für Nacht in ihrem Schlafzimmer heimzusuchen. Dem Horrorästheten Bava gelang hier ein verstörend schön gefilmtes, schwarzromantisches Meisterwerk mit komplexen psychologischen Untertönen und La frusta e il corpo kann heute zu Lees besten Filmen gezählt werden. 
 
1965 machte The Face of Fu Manchu den Auftakt zu einer Reihe von insgesamt fünf filmischen Abenteuern um den gleichnamigen chinesischen Superschurken. Diese Verfilmungen haben zwar herzlich wenig gemein mit den Romanvorlagen von Sax Rohmer und kommen auch kaum über den Status belangloser Unterhaltung hinaus, doch Lees sardonische Darstellung der Titelfigur macht sie dennoch sehenswert. 
Es folgte noch im gleichen Jahr ein erneuter Auftritt in seiner nach wie vor berühmtesten Rolle: In den Hammer-Studios entstand Dracula, Prince of Darkness, ein sehr hübscher Film, in dem Graf Dracula jedoch seltsamerweise kein einziges Wort sagt.
Dem Vernehmen nach fand Christopher Lee den vorgegebenen Dialog so schlecht, daß er sich weigerte ihn zu sprechen...
Doch trotz der schweigsamen Titelfigur gelang es auch diesem Film, internationale Erfolge zu verbuchen; außerdem wurde durch diesen zweiten Teil der hammerschen Dracula-Saga der Appetit des Publikums auf noch weitere Fortsetzungen geweckt und ein Mechanismus wurde in Gang gesetzt, der im kleinen Rahmen schon fast den Sequel-Wahn vorwegnimmt, der seit den 80er Jahren das Horrorkino beherrscht.
Zeitgleich mit Dracula, Prince of Darkness entstand in den gleichen Kulissen Rasputin the Mad Monk. Lee verkörpert darin den berüchtigten Mönch und Wunderheiler, der am Vorabend des 1. Weltkrieges immensen Einfluß auf die russische Zarenfamilie gewann und schließlich von einer Gruppe Adeliger ermordet wurde. Angetan mit einer strähnigen Langhaarperücke und falschem Bart läßt er in diesem Film eine Figur von einer dämonischen Bosheit lebendig werden, die die der meisten Hammer-Monster bei weitem übertrifft. Rasputin the Mad Monk kam in der Kritik nicht sonderlich gut weg und wurde vor allem wegen der enthaltenen Brutalität verrissen.
Zwar sind diese Szenen durchaus nicht extremer als in anderen Hammer-Produktionen jener Zeit, doch da es sich hier nicht um einen in phantastischen Gefilden angesiedelten Horrorfilm handelte und die ganze Story einen historischen Hintergrund aufweisen konnte, erschien das ganze Geschehen in einem anderen, "realen" Licht. Heutzutage kann dieser Film jedem, der sich für Christopher Lees Arbeit interessiert, unbedingt als faszinierendes Beispiel für eine weitere Facette seines Schauspiels empfohlen werden. 

Zahlreiche weitere Produktionen folgten, die Tage, in denen Lee seinen Rollen hinterherrennen mußte, waren inzwischen lang vorbei. 1968 schlüpfte er für Dracula Has Risen From the Grave einmal wieder in den schwarzen Umhang und stand noch im gleichen Jahr in The Oblong Box erstmals mit Vincent Price vor der Kamera. 
1969 bescherte Lee gleich zehn Filmrollen, darunter abermals den blutsaugenden Grafen in Taste the Blood of Draculasowie einen Kurzauftritt in Joe McGraths irrwitziger Satire The Magic Christian, der deutlich zeigte, daß Lees Draculafigur inzwischen längst ein Bestandteil der zeitgenössischen Popkultur geworden war.

Im selben Jahr kam es auch zu Der Hexentöter von Blackmoor, einer deutsch-italienisch-spanischen Coproduktion in der Regie des Spaniers Jesus Franco Manera, bekannter unter dem Namen Jess Franco.
Franco gilt inzwischen als eine der schillerndsten Figuren der modernen Genrefilmgeschichte und erwarb sich – obwohl von der "etablierten" Kritik stets geschmäht – einen unumstrittenen Kultstatus; bis heute drehte er weit über 160 Filme in einer Qualitätskala, die von künstlerischer Schönheit bis zu absolutem Müll reicht. In dem Historien-Horrorverschnitt Der Hexentöter von Blackmoor spielt Christopher Lee den Part des gewissenlosen Richters Lord Jeffreys, der aus fanatischem Ordnungssinn und machtpolitischem Kalkül Hexenprozesse durchführen läßt, letztendlich jedoch selbst zu einem Opfer der (geänderten) Machtverhältnisse wird.
Lees Darstellung dieser Figur ist überaus beeindruckend und trotz aller gewollten, fast schon comicmäßigen Exploitationelemente und eines Minimalbudgets gelang Regisseur Franco hier ein überaus gut funktionierendes Stück Genrekino. Ebenfalls in der Regie von Jess Franco entstand El Conde Drácula, in dem Christopher Lee natürlich die Titelrolle spielte. El Conde Drácula war ein äußerst ambitioniertes Projekt, mit dem der Regisseur erstmals eine der Vorlage gerecht werdende Verfilmung des Bram Stoker-Romans realisieren wollte.
Das Resultat war ein Film von durchaus gemischter Qualität, allerdings sind die Schwachpunkte in erster Linie auf das niedrige Budget und den Zeitdruck zurückzuführen (und bei der deutschen Fassung vor allem auf die Tatsache, daß der Film um runde 30 Minuten geschnitten wurde). Es gibt einige sehr gelungene atmosphärische Sequenzen – so z. B. die Kutschfahrt Draculas, die stark an F. W. Murnaus Stummfilmklassiker Nosferatu erinnert – und Lee hat erstmals die Möglichkeit, Dracula so zu spielen, wie er es immer wollte. So übersteigt der Umfang seines Dialoges den aller Hammer-Dracula-Verfilmungen bei weitem. Optisch erscheint Lee hier nicht im Cape, sondern als alter schnauzbärtiger Mann im schwarzen Anzug und erstmals verjüngt sich Dracula hier nach jedem Blutgenuß ein wenig mehr; auch dies ein Detail des Stoker-Romans, das in vorherigen Verfilmungen außer acht gelassen wurde. 

Auch 1970 durfte Lee wieder die Zähne fletschen: In der Regie von Roy Ward Baker entstand Scars of Dracula, das mit Abstand mißratenste Kapitel der Hammer-Draculasaga. Vergeblich sucht man in diesem Film die Atmosphäre und Eleganz der Vorgänger, stattdessen sorgt eine übergroße Gummifledermaus für unfreiwillige Komik und die Inneneinrichtung in Draculas Schloß wirkt, als wäre sie aus den Restposten eine Billigmöbelmarkts zusammengestellt. Scars of Dracula strotzt vor handwerklichen Schwächen, und Christopher Lees Präsenz ist mit Sicherheit die einzige Existenzberechtigung, die dieses Werk vorweisen kann. Weitaus gelungener ist z. B. der in der Regie von Stephen Weeks entstandene Horrorfilm I, Monster: Hier spielt Lee den Arzt Dr. Marlowe, der sich nach der Verabreichung einer selbstentwickelten Droge in sein böses Alter Ego Mr. Blake verwandelt. I, Monster überzeugt gleichermaßen in Inszenierung und Ausstattung wie auch durch seine Darsteller. Warum die Hauptcharaktere allerdings Marlowe und Blake genannt wurden und der Film einen solch haarsträubenden Titel bekam, bleibt rätselhaft, denn hier handelt es sich um nichts anderes als eine Adaption von R. L. Stevensons Erzählung The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde. 

1971 folgten u. a. Pánico en el Transiberiano, ein brillanter spanischer Horrorfilm von Eugenio Martin, in dem Lee gemeinsam mit Peter Cushing ein außerirdisches Monster im Transsibirien-Expreß jagen darf sowie der von Alan Gibson gedrehte Dracula A.D. 1972, eine der skurrilsten Dracula-Adaptionen der Hammer Productions. 
Offenbar gewarnt durch den recht mäßigen Anklang, den Scars of Dracula beim Publikum gefunden hatte, ging man bei diesem Film neue Wege und verpflanzte den alten Grafen ins Swinging London der frühen 70er Jahre. Die an sich recht banale Story – Dracula wird von einem gewissen Johnny Alucard (!!) wiedererweckt und verbringt den Großteil des Films damit, schlecht gelaunt in einer verfallenen Kirche herumzuhängen – wird durch eine große Prise zeitgenössischer Hippie-Subkultur sowie einen verstärkten Anteil an Sex und Action aufgepeppt. Gegenspieler des Vampirs ist hier übrigens erstmals seit 1958 wieder Peter Cushing, der den Urenkel van Helsings mimt. 
Trotz des etwas kruden Drehbuchs ist Dracula A.D. 1972 ein eigentlich rundum gelungener und ausgesprochen unterhaltsamer Film, der einerseits durch seine Darsteller, andererseits aber auch als nostalgisches Relikt der britischen 70er Jahre-Popkultur zu überzeugen weiß. Beim Publikum kam diese Mixtur aus typischem Hammer-Horror, Minikleidern und Rock’n’Roll gut an und so entschied man sich, ein Jahr darauf mit The Satanic Rites of Dracula noch ein weiteres Sequel zu drehen. In diesem Film betätigt Graf Dracula sich innerhalb einer Regierungsverschwörung und plant, mit Hilfe neuer Pestviren die Menschheit auszulöschen. 
Offensichtlich hatte der alte Blutsauger genug von dieser Welt, bzw. hatte Christopher Lee zu dieser Zeit auch endgültig von dieser Rolle, denn dies war sein endgültig letzter Dracula-Film für Hammer. 
Ein Abschied, der Lee leichtfiel, denn er hatte mittlerweile größere Ambitionen 

Gemeinsam mit dem früheren Hammer-Produzenten Anthony Nelson Keys gründete er 1972 Charlemagne Productions, ein Unternehmen, mit dem er anspruchsvolle und ungewöhnliche Horrorfilme herstellen wollte. Die erste eigene Produktion, der Okkult-Thriller Nothing But the Night hebt sich in punkto Originalität auch tatsächlich deutlich von vielen anderen damaligen Horrorfilmen ab: In einem schottischen Waisenhaus gehen höchst merkwürdige Dinge vor sich und man stößt schließlich darauf, daß die Betreiber dieser Einrichtung ihre eigenen Persönlichkeiten in die Kinder verpflanzen, um so ihr Leben schier endlos zu verlängern. Die von Regisseur Peter Sasdy realisierte filmische Umsetzung dieser Story vermag visuell jedoch leider nur in wenigen Sequenzen zu überzeugen. Der Film wurde ein katastrophaler Flop und besiegelte das rasche Ende von Charlemagne Productions.  
 
Die hohen künstlerischen Erwartungen, die Lee vergeblich in Nothing But the Night gesetzt hatte, wurden jedoch noch im gleichen Jahr mit der von Robin Hardy gedrehten British Lion-Produktion The Wicker Man erfüllt. Anthony Shaffer, der auch das Drehbuch zu Alfred Hitchcocks Thriller Frenzy geschrieben hatte, entwarf hier eine faszinierende Geschichte um einen heidnischen Kult, der auf einer abgelegenen schottischen Insel residiert und von dem feinsinnigen Lord Summerisle (mitreißend dargestellt von Christopher Lee) geführt wird. Ein Polizist, der vom Festland auf die Insel geschickt wird, um nach einem verschwundenen Mädchen zu suchen, wird immer tiefer in die dortigen Geschehnisse verstrickt und findet sich letztendlich als Brandopfer für einen "wohltätigen" Sonnengott wieder. 
Zum Entsetzen aller Beteiligten wurde der fertige Film für die britischen Kinos jedoch auf 84 Minuten zusammengekürzt, wodurch vieles von der Komplexität der Handlung verlorenging. 
Mittlerweile wurde ein 99minütige Director’s Cut auf DVD veröffentlicht, doch auch diese Fassung ist nicht komplett restauriert, denn einiges von dem gedrehten Material wurde unwiederbringlich zerstört. 

Künstlerisch frustriert wandte Lee sich in den folgenden Jahren wieder vermehrt internationalen Produktionen zu, deren Budget und Gagendimensionen sich inzwischen jedoch kaum noch mit den B-Movies der 60er Jahre vergleichen ließen. So spielte er 1973 in Richard Lesters aufwendigem Kostüm-Abenteuer The Three Musketeers den Erzschurken Rocherfort, eine Rolle, die ihm viel Geld, aber auch viel Vergnügen bei den Dreharbeiten brachte. 1974 stellte er in dem James Bond-Film The Man With the Golden Gun den psychopathischen Killer Scaramanga dar, einen der überzeugendsten Bond-Widersacher in allen Verfilmungen. Mit dem eher mittelmäßigen Streifen To the Devil a Daughter kam es 1975 zu Lees letzter Arbeit für Hammer Productions, deren große Zeit sich inzwischen endgültig dem Ende zuneigte und die sich nun verstärkt TV-Produktionen zuwandten. Ein Jahr darauf wirkte in den USA in dem millionenschweren Starvehikel Airport 77 mit und wurde 1979 in Steven Spielbergs Komödie 1941 als Nazi-Offizier einmal wieder seinem Schurkenimage gerecht. Die 80er Jahre schließlich brachten eine Vielzahl qualitativ mittelmäßiger Produktionen, aber auch noch einige Filme, die eine größere Beachtung verdienen. 

Erwähnenswert wäre hier zuerst einmal Philippe Moras 1981 entstandene Satire The Return of Captain Invincible, eine brillante Parodie auf Superheldenserien und den American Way of Life an sich.
 Lees spielt darin den Überbösewicht Mr. Midnight und kann auch endlich einmal sein Gesangstalent unter Beweis stellen: Zu der Musik der Rocky Horror Picture Show-Komponisten Hartley und O’Brian darf er die Songs "Evil Midnight" und "Name Your Poison" zum besten geben, während bestrapste Tänzerinnen um ihn herum eine Art Fetishvariante von Flash Dance aufführen.
The Return of Captain Invincible ist wohl eine der gelungensten Genreparodien überhaupt und kann nicht nur wegen Lees köstlicher Performance empfohlen werden.

Heiter weiter ging es auch 1982 mit Pete Walkers House of the Long Shadows, einer Komödie, die vor allem wegen des darin vertretenen Aufgebots an legendären Horror-Altstars interessant ist. So tummeln sich hier neben Christopher Lee auch Vincent Price, Peter Cushing und John Carradine, und die Anwesenheit dieser Herrschaften tröstet durchaus über den belanglosen Rest der Besetzung hinweg. 1984 wirkte Lee in Howling II, dem ersten Sequel zu Joe Dantes grandiosem Werwolfsstreifen The Howling, mit. Howling II hat qualitativ mit seinem Vorgänger nichts gemein, stattdessen bietet sich hier haarsträubendster Trash, der seine Defizite einerseits mit Christopher Lees Präsenz, andererseits mit der ausgiebig präsentierten Oberweite der Hauptdarstellerin Sybil Danning zu kompensieren versucht. Nun, immerhin ist dieser Streifen außerordentlich unterhaltsam (so kann man sich z. B. an Werwolfsorgien erfreuen, deren Teilnehmer aussehen wie mutierte Orang Utangs) und so schlecht, daß er schon fast wieder gut ist … 

Im Verlauf der 80er Jahre wurde Lee zusehends desillusionierter, was den Zustand der modernen Filmindustrie betrifft. "Die Filme von heute scheinen sich in zwei Extreme aufzuteilen", erzählte er in einem Interview. "Da gibt es Special Effect-Filme, die Unsummen von Geld kosten – und mit denen einige Leute Unsummen verdienen –, in denen man, weil es eigentlich auch gar nicht benötigt wird, das Schauspiel vergißt. Und es gibt Teenagerfilme." Auch gesundheitliche Probleme stellten sich ein: 1985 wurde bei ihm ein lebensgefährlicher Herzklappenfehler diagnostiziert, der jedoch erfolgreich operativ behoben werden konnte.

1986 spielte er in der Astrid Lindgren-Verfilmung Mio, min Mio die Rolle des König Kato, 1988 konnte er in The Return of the Musketeers noch einmal als Rocherfort den Degen schwingen und 1989 stand er in Joe Dantes Horrorparodie Gremlins 2 vor der Kamera. Die 90er Jahre sind vor allem aufgrund diverser aufwendiger TV-Produktionen interessant – so spielte Lee z. B. den Part des Sherlock Holmes in Sherlock Holmes and the Leading Lady und Incident at Victoria Falls, führte durch alle Folgen der südafrikanischen Serie Edgar Allen Poe’s Tales of Mystery and Imagination und wirkte bei internationalen Coproduktionen wie Die Bibel und The Odyssey mit. Hollywoods Enfant terrible Tim Burton verschaffte ihm 1999 einen kleinen Auftritt in Sleepy Hollow, im selben Jahr kam es auch zu der BBC-Verfilmung von Mervyn Peakes Fantasy-Epos Gormenghast. Pünktlich zum neuen Millenium folgte schließlich der Part des Saruman in Peter Jacksons dreiteiliger Verfilmung von J.R.R. Tolkiens The Lord of the Rings sowie die Rolle des Count Dooku in George Lucas‘ Star Wars: Episode II. 2001 schließlich wurde er für seine schauspielerischen Verdienste von der Queen zum Commander of the British Empire (CBE) ernannt. Produktionen wie die letztgenannten beiden Filme sind Vertreter jenes neuen, überteuerten Special Effects-Kinos, dem Lee eigentlich eher mit gemischten Gefühlen gegenübersteht. Doch nach über einem halben Jahrhundert vor der Kamera sieht der Veteran des phantastischen Kinos dies inzwischen gelassen, erfreut sich an der Magie des Kinos, die er auch in diesen Filmen zu entdecken glaubt, und nicht zuletzt auch an Gagen, die in ihrer Höhe alle vorherigen bei weitem übertreffen. Immer noch glücklich verheiratet mit Ehefrau Birgit residiert er in einem Haus im noblen Londoner Stadtteil Belgravia und verbringt seine Freizeit u. a. mit seiner umfangreichen Bibliothek. Doch an Ruhestand denkt der große alte Mann des Horrorfilms noch lange nicht. 

"Man kann nicht lernen, ein Schauspieler zu sein, man muß lernen, wie man spielt", sagte er einmal und Künstler von diesem Format sind leider selten geworden. 
 
 

©Thomas Wagner