BLOW
OUT
USA
1981
Regie:
Brian De Palma
Darsteller:
John Travolta, Nancy Allen, John Lithgow
DVD,
MGM, ca. 143 min., FSK ab 16
Jack
Terry (John Travolta) verdingt sich als Soundbastler für billige Horrorfilme.
Als er eines Nachts im Park mit einem hochempfindlichen Richtmikrophon
Geräusche aufzeichnet, wird er plötzlich Zeuge eines Unfalls.
Ein Wagen kommt von der Straße ab und stürzt über eine
Brücke in den Fluß. Jack springt sofort ins Wasser und es gelingt
ihm Sally (Nancy Allen) aus dem gesunkenen Auto zu befreien. Im Krankenhaus
erfährt er, daß der Präsidentschaftskandidat McRyan mit
im Wagen war und bei dem Unfall ums Leben gekommen ist. Ein Regierungsmitarbeiter
fordert Jack auf, über den Vorfall Stillschweigen zu bewahren, denn
offenbar war Sally die Geliebte des verheirateten McRyan.
Als
er später seine Tonaufnahmen untersucht, hört Jack deutlich einen
Schuß und das Geräusch eines platzenden Reifens. Überzeugt
davon, daß McRyan einem Attentat zum Opfer gefallen ist, trifft er
sich mit Sally, doch die will über ihre Rolle bei dem Vorfall nicht
reden. Schließlich taucht auch noch ein Mann namens Manny Karp auf,
der der Presse Filmaufnahmen des Unfalls präsentiert. Es stellt sich
heraus, daß Sally mit Karp zusammenarbeitete und McRyan erpreßt
werden sollte; doch es steckt noch weitaus mehr dahinter, als sie anfangs
ahnte. Schließlich beginnt ein Serienkiller sein Unwesen zu treiben,
dessen weibliche Opfer Sally auffallend änlich sehen...
Regisseur
Brian De Palma dürfte jüngeren Jahrgängen vor allem durch
Mission Impossible ein Begriff sein. Weitaus repräsentativer für
das Talent dieses Filmemachers sind jedoch die 70er und 80er Jahre, in
denen er u. a. einige raffiniert inszenierte Thriller drehte, die sich
oftmals wie Hommagen an Klassiker des Kinos ausnahmen. Waren z. B. Filme
wie Dressed To Kill und Body Double brillante Reminiszenzen an Alfred Hitchcock,
so ist der 1981 entstandene Blow Out eine gelungene Variation von Michelangelo
Antonionis Pop Art-Thriller Blow Up. |
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Antonioni
ließ seinen Helden David Hemmings beim Sichten einer Fotoserie einem
Mord auf die Spur kommen, in Blow Out werden für John Travolta Tonbandaufnahmen
der Schlüssel zur Wahrheit. In beiden Filmen wissen die Protagonisten,
daß sie Zeugen eines Verbrechens geworden sind – doch beide scheitern
bei dem Versuch, es zu beweisen. Während sich der 1966 gedrehte Blow
Up jedoch mehr als zynische Studie der hippen Londoner Beatszene gestaltet,
ist Blow Out ein typischer Vertreter des desillusionierten Paranoiakinos,
dessen Wurzeln in Watergate und dem Vietnamkrieg liegen: Die Wahrheit wird
von machtgierigen Politikern mit den schmutzigsten Mitteln unterdrückt
- Informationen werden gefälscht, Beweismittel verschwinden und selbst
vor Mord wird nicht zurückgeschreckt.
Diese
komplexe, fesselnde Story wird in bis ins letzte Detail durchgestylten
Bildern erzählt, die durch eine raffiniert arrangierte Ausleuchtung
und viele einfallsreiche Kameraperspektiven bestechen und den enormen Einfluß,
den Hitchcocks Bildsprache auf De Palma hatte vor Augen führen. Doch
neben der kunstvollen optischen Inszenierung, vermag Blow Out auch durch
seine von John Travolta und Nancy Allen sehr gut dargestellten Hauptcharaktere
zu überzeugen: Jack ist ein aufgeweckter, kritischer Bursche, dem
recht schnell klar ist, daß sich hinter dem angeblichen Unfall mehr
verbirgt. Sally hingegen ist eine naive Kosmetikverkäuferin, die vom
schnellen Geld träumt und für den schmierigen Manny Karp mit
verheirateten Männern ins Bett steigt, um durch diese Erpressungen
ihr kleines Gehalt aufzubessern. Ein Happy End gibt es schließlich
weder für sie noch für Jack...
Die
vorliegende DVD wird diesem Film qualitativ leider nicht so ganz gerecht:
Die Bildqualität (16:9 Widescreen) ist zwar recht ordentlich und bringt
auch die Farbkontraste gut zur Geltung, läßt jedoch ein wenig
die DVD-typische Klarheit und Brillanz vermissen. Ein satter Stereosound
existiert nur in der englischen Originalversion, deutsche Untertitel lassen
sich natürlich einblenden. Bis auf einen Trailer werden keinerlei
Extras geboten – bedauerlich, denn ein bemerkenswerter Film wie Blow Out
hätte mehr verdient, als diese leicht lieblos geratene Veröffentlichung.
©Thomas
Wagner |