Vampyre Planet-Zine

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Blow Out
Jack Terry (John Travolta) verdingt sich als Sound- bastler für billige Horrorfilme. Als er eines Nachts im Park mit einem hochempfindlichen Richt- mikrophon Geräusche aufzeichnet, wird er plötzlich Zeuge eines Unfalls. Ein Wagen kommt von der Straße ab und stürzt über eine Brücke in den Fluß. Jack springt sofort ins Wasser und es gelingt ihm Sally (Nancy Allen) aus dem gesunkenen Auto zu befreien. Im Krankenhaus erfährt er, daß der Präsidentschaftskandidat McRyan mit im Wagen war und bei dem Unfall ums Leben gekommen ist. Ein Regierungsmitarbeiter fordert Jack auf, über den Vorfall Stillschweigen zu bewahren, denn offenbar war Sally die Geliebte des verheirateten McRyan.

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BLOOD & DONUTS

Kanada 1995
Regie: Holly Dale
Darsteller: Gordon Currie, Helena Clarkson, David Cronenberg

DVD, Epix, ca. 85 min., FSK ab 16
 

1969, als der erste Mensch den Mond betrat und die Welt gebannt vor den Fernsehern hing, sagte der Vampir Boya (Gordon Currie) - frustriert von soviel neuzeitlicher Entzauberung - der Welt Adieu und legte sich in seinem Seesack zu einem jahrzehntelangen Nickerchen hin. 25 Jahre später wird er unsanft durch einen Golfball geweckt. 

Verwirrt taumelt Boya zunächst etwas ziellos umher und lernt schließlich den Taxifahrer Earl (Justin Louis) kennen, dem die Schläger des Mafiosos Stephen (David Cronenberg) im Nacken sitzen. Earl liebt Donuts und die souveräne Kellnerin Molly (Helena Clarkson), die in einem 24-Stunden-Donut-Laden arbeitet. Boya, der sich das Trinken von Menschenblut irgendwann abgwöhnt hat und lieber zu Ratten und anderen Kleintieren greift, freundet sich mit den Beiden an, die zunächst noch nichts von seiner wahren Natur ahnen. Es dauert nicht lang und er wird in Earls Probleme mit der örtlichen Mafia verwickelt und zu allem Überfluß taucht auch noch seine ehemalige Geliebte auf, die ihm nie verziehen hat, daß er sie vor 25 Jahren sitzenließ... 

Die kanadische Produktion "Blood & Donuts" entstand 1995 als Spielfilmdebüt der renommierten Dokumentarfilmerin Holly Dale. Wer hier Hochglanz-Vampiraction a la "Blade" & Co., exzessive Splattereien oder klamaukigen Schenkelklopf-Komödienstadl erwartet, sei gewarnt - nichts davon wird geboten. Stattdessen verbindet der Film gekonnt Grusel- und Gangsterfilmelemente mit subtilem, teils auch ins Groteske tendierenden Humor und einer nachdenklichen Melancholie, die sich vor allem in der Person Boyas manifestiert. 


Darsteller Gordon Currie präsentiert diesen anfangs als zombiesk durch die Gegend schlufenden, schweigsamen Zeitgenossen, verleiht der Figur im Verlauf der Story aber immer mehr Persönlichkeit und einen sympathisch-unbeholfenen Charme. Auch der Rest der Besetzung kann (bis in die Nebenrollen hinein) vollends überzeugen; herausragend sind Helena Clarkson mit ihrer glaubhaften Darstellung Mollys und vor allem Kanadas Horrormaestro David Cronenberg, der hier einmal wieder ein Gastspiel als Schauspieler gibt. Daß ihm die Rolle des manirierten Mafiabosses viel Spaß gemacht hat, erscheint offensichtlich und die skurrilen Dialoge, die er mit seinen Handlangern führt (z. B. ein ausufernder Vortrag über das richtige Schuhwerk) gehören zu den Höhepunkten dieses kurweiligen Films.

Aber auch optisch ist der in Toronto gedrehte "Blood & Donuts" sehr ansprechend geraten und überzeugt nicht zuletzt mit einer sehr guten Kameraarbeit. Stilistisch schwankt das Ganze zwischen cooler Düsternis und verspielten Ausleuchtungstricks in den Nacht- und sprödem Realismus in den Tagszenen. Man sieht deutlich, daß hier Leute am Werk waren, die ihr Handwerk verstehen und dankenswerterweise nicht an dem kreativen Vakuum leiden, das viele moderne Horrorproduktionen (vorzugsweise jene made in USA) auszeichnet. Die Macher haben sich sichtlich Mühe gegeben, waren mit Freude und Einfallsreichtum bei der Sache, und das fertige Produkt spricht für sich. "Blood & Donuts" ist ein hübscher kleiner Independentfilm, der das alte Blutsaugerthema mal von einer ganz anderen Seite beleuchtet - zwar gewiß nicht massenkompatibel, aber verdammt sympathisch! 

Zur DVD-Umsetzung: 
Das Bild (4:3) ist recht ordentlich geraten und bringt die kräftigen Farbkontraste gut zur Geltung; auch am Ton in DD 2.0 (Deutsch und Englisch, Untertitel vorhanden) gibt es nichts auszusetzen. Recht mager ausgefallen sind leider die Extras, denn außer Trailern wird hier nichts geboten.
 

©Thomas Wagner