BEGIERDE
(THE
HUNGER)
USA
1983
Regie:
Tony Scott
Darsteller:
Catherine Deneuve, David Bowie, Susan Sarandon, Cliff de Young
DVD,
Warner, ca. 93 min., FSK ab 18
Miriam
Blaylock (Catherine Deneuve) lebt zusammen mit ihrem Gatten John (David
Bowie) in einem schönen alten Haus mitten im New York City der 80er
Jahre. Die Blaylocks sind Schöngeister: Sie umgeben sich mit exquisiten
Renaissance-Kunstwerken, pflegen klassische Hausmusik und führen tagsüber
ein eher zurückgezogenes Leben. Nachts zieht es sie jedoch hinaus
in die Nachtclubs und Discos - hier finden sie ihr Jagdrevier, ihre Beute,
denn das Paar benötigt zum Überleben menschliches Blut. Miriam
entstammt einem uralten Vampirgeschlecht, dessen Wurzeln bis ins alte Ägypten
zurückreichen. Sie ist unsterblich, doch Unsterblichkeit macht einsam
und so erwählt sie sich alle paar Jahrhunderte einen neuen Gefährten,
der vorübergehend auch in den Genuß einer scheinbar ewigen Jugend
kommt.
Aber
diese Segnung ist vergänglich; ihre Liebhaber verwandeln sich eines
Tages innerhalb von Stunden in Greise und sterben. Als schließlich
auch John die ersten Anzeichen für den einsetzenden Alterungsprozess
an sich entdeckt, sucht er verzweifelt sucht er die Geriatriespezialistin
Sarah Roberts (Susan Sarandon) auf, doch der sich rapide beschleunigende
Verfallsprozeß läßt sich nicht mehr aufhalten. Als Sarah
später das Haus der Blaylocks aufsucht, ist es für John bereits
zu spät. Miriam Blaylock - jetzt wieder erneut auf der Suche nach
jemandem, der die kommenden Jahrhunderte mit ihr teilen will - beginnt
nun, ein Auge auf die Ärztin zu werfen. Obwohl anfangs irritiert von
den Avancen der mysteriösen Miriam, verfällt Sarah doch der Faszination,
die von ihr ausgeht und es gelingt der Vampirin, sie zu verführen... |
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Begierde
(The Hunger), 1983 in der Regie Tony Scotts entstanden, ist innerhalb
des Genres eine faszinierende Ausnahmeerscheinung. Der Film interpretiert
das Vampirthema auf eine neue, von der klassischen Mythologie völlig
losgelöste Weise: Nicht einmal das Wort "Vampir" fällt in dieser
Geschichte, die sich eigentlich als desillusionierte Allegorie auf Leben
und Liebe, Altern und Tod interpretieren läßt. Christliche Symbole
und Knoblauch sind beeindrucken diese Jäger im postmodernen Metropolis
wenig, und auch die obligatorischen Reißzähne sucht man bei
ihnen vergebens. Symbol des uralten Vampirkults ist das Anch, das ägyptische
Zeichen für Ewigkeit, und als Anch geformt ist auch die kleine Klinge,
mit der die Blaylocks die Halsschlagader ihrer Beute durchtrennen. Die
Hauptfiguren werden von der unterkühlt schönen Catherine Deneuve
und dem (sich auch in diesem Film wieder irgendwie selbst spielenden) Pop-Genie
David Bowie exzellent verkörpert: Sie sind weder Monster, noch neurotische
im Selbstmitleid schwelgende Kuschelvampire, sondern vielmehr hochsensible
Feingeister, die in der profanen Hektik des modernen New York wie geradezu
exotische Anachronismen wirken. Optisch präsentiert sich Begierde
in einem coolen, ästhetisiert gestylten Look, der Erinnerungen an
manche New Wave-Videoclips der frühen 80er wachwerden läßt.
Und so absolviert die Kultband Bauhaus in der Anfangsszene auch einen Gastauftritt
mit "Bela Lugosi's Dead", ein Auftakt, wie er passender kaum gewählt
sein könnte. Die filmischen Stilmittel wechseln zwischen extrem schnellen
Schnittfolgen und langsamen, atmosphärischen Sequenzen, in denen eine
melancholisch traumartige Grundstimmung dominiert.
Begierde
ist
ein Film, der nach wie vor viele Kontroversen hervorrufen dürfte -
melancholisch, erotisch, schön und voller Rätsel.
Zur
DVD: Bild und Ton (DD 1.0, Deutsch, Englisch etc.) sind sehr gut, an Extras
gibt es Trailer, Fotogalerie sowie als informativen Leckerbissen einen
Audiokommentar von Tony Scott und Susan Sarandon.
©Thomas
Wagner |