Vampyre Planet-Zine

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Beyond Re-Animator
Dr. Howard Philips (Jason Barry) verfügt über einen glänzenden Abschluß und allerbeste Referenzen, doch anstatt sich in einer angesehenen Klinik zu bewerben, tritt er ausgerechnet eine Stelle als Arzt in einem Gefängniskomplex an, der von dem sadistischen Direktor Brando (Simón Andreu) mit eiserner Hand geleitet wird. Diese seltsame Arbeitsplatzwahl hat ihren Grund, denn Dr. Philips will dort unbedingt zu einem bestimmten Gefangenen Kontakt aufnehmen, der hier seit dreizehn Jahrenseine Haft verbüßt: Herbert West (Jeffrey Combs), der geniale Wissenschaftler, dem es mittels eines selbstentwickelten Serums gelang, Tote wiederzu- erwecken. 

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BEGIERDE
(THE HUNGER)

USA 1983
Regie: Tony Scott
Darsteller: Catherine Deneuve, David Bowie, Susan Sarandon, Cliff de Young
DVD, Warner, ca. 93 min., FSK ab 18
 

Miriam Blaylock (Catherine Deneuve) lebt zusammen mit ihrem Gatten John (David Bowie) in einem schönen alten Haus mitten im New York City der 80er Jahre. Die Blaylocks sind Schöngeister: Sie umgeben sich mit exquisiten Renaissance-Kunstwerken, pflegen klassische Hausmusik und führen tagsüber ein eher zurückgezogenes Leben. Nachts zieht es sie jedoch hinaus in die Nachtclubs und Discos - hier finden sie ihr Jagdrevier, ihre Beute, denn das Paar benötigt zum Überleben menschliches Blut. Miriam entstammt einem uralten Vampirgeschlecht, dessen Wurzeln bis ins alte Ägypten zurückreichen. Sie ist unsterblich, doch Unsterblichkeit macht einsam und so erwählt sie sich alle paar Jahrhunderte einen neuen Gefährten, der vorübergehend auch in den Genuß einer scheinbar ewigen Jugend kommt.

Aber diese Segnung ist vergänglich; ihre Liebhaber verwandeln sich eines Tages innerhalb von Stunden in Greise und sterben. Als schließlich auch John die ersten Anzeichen für den einsetzenden Alterungsprozess an sich entdeckt, sucht er verzweifelt sucht er die Geriatriespezialistin Sarah Roberts (Susan Sarandon) auf, doch der sich rapide beschleunigende Verfallsprozeß läßt sich nicht mehr aufhalten. Als Sarah später das Haus der Blaylocks aufsucht, ist es für John bereits zu spät. Miriam Blaylock - jetzt wieder erneut auf der Suche nach jemandem, der die kommenden Jahrhunderte mit ihr teilen will - beginnt nun, ein Auge auf die Ärztin zu werfen. Obwohl anfangs irritiert von den Avancen der mysteriösen Miriam, verfällt Sarah doch der Faszination, die von ihr ausgeht und es gelingt der Vampirin, sie zu verführen...


Begierde (The Hunger), 1983 in der Regie Tony Scotts entstanden, ist innerhalb des Genres eine faszinierende Ausnahmeerscheinung. Der Film interpretiert das Vampirthema auf eine neue, von der klassischen Mythologie völlig losgelöste Weise: Nicht einmal das Wort "Vampir" fällt in dieser Geschichte, die sich eigentlich als desillusionierte Allegorie auf Leben und Liebe, Altern und Tod interpretieren läßt. Christliche Symbole und Knoblauch sind beeindrucken diese Jäger im postmodernen Metropolis wenig, und auch die obligatorischen Reißzähne sucht man bei ihnen vergebens. Symbol des uralten Vampirkults ist das Anch, das ägyptische Zeichen für Ewigkeit, und als Anch geformt ist auch die kleine Klinge, mit der die Blaylocks die Halsschlagader ihrer Beute durchtrennen. Die Hauptfiguren werden von der unterkühlt schönen Catherine Deneuve und dem (sich auch in diesem Film wieder irgendwie selbst spielenden) Pop-Genie David Bowie exzellent verkörpert: Sie sind weder Monster, noch neurotische im Selbstmitleid schwelgende Kuschelvampire, sondern vielmehr hochsensible Feingeister, die in der profanen Hektik des modernen New York wie geradezu exotische Anachronismen wirken. Optisch präsentiert sich Begierde in einem coolen, ästhetisiert gestylten Look, der Erinnerungen an manche New Wave-Videoclips der frühen 80er wachwerden läßt. Und so absolviert die Kultband Bauhaus in der Anfangsszene auch einen Gastauftritt mit "Bela Lugosi's Dead", ein Auftakt, wie er passender kaum gewählt sein könnte. Die filmischen Stilmittel wechseln zwischen extrem schnellen Schnittfolgen und langsamen, atmosphärischen Sequenzen, in denen eine melancholisch traumartige Grundstimmung dominiert.

Begierde ist ein Film, der nach wie vor viele Kontroversen hervorrufen dürfte - melancholisch, erotisch, schön und voller Rätsel.

Zur DVD: Bild und Ton (DD 1.0, Deutsch, Englisch etc.) sind sehr gut, an Extras gibt es Trailer, Fotogalerie sowie als informativen Leckerbissen einen Audiokommentar von Tony Scott und Susan Sarandon.
 

©Thomas Wagner