BAD
KARMA
Großbritannien
2001
Regie:
John Hough
Darsteller:
Patsy Kensit, Patrick Muldoon, Amy Locane
DVD,
Universal, ca. 86 min., FSK ab 18
Dr.
Trey Campbell ist Psychiater im Darden State Prison, einer auf Rhode Island
gelegenen Anstalt für geisteskranke Straftäter. Seine Patientin
Maureen Hatcher (Patsy Kensit) ist ein besonders komplizierter Fall: Die
wegen mehrfachen Mordes verurteilte junge Frau nennt sich Agnes Thatcher
und glaubt, die Wiedergeburt der Geliebten Jack The Rippers zu sein. Außerdem
ist sie überzeugt davon, daß Dr. Campbell niemand anders ist,
als ihr ebenfalls reinkarnierter Jack.
Als
Campbell Urlaub nimmt, um mit Frau und Tochter ein paar ruhige Tage auf
einer abgelegenen Insel zu verbringen, nutzt Maureen prompt die Gelegenheit.
Sie becirct seinen Stellvertreter Richard und während dieser noch
ahnungslos an ihrer Bluse nestelt, beißt sie ihm die Zunge ab und
beschert ihm ein äußerst unschönes Ende. Noch zwei weitere
Bedienstete der Anstalt fallen ihr zum Opfer und schließlich gelingt
Maureen (mit dem extrahierten Herzen einer Pflegerin im Gepäck) die
Flucht. In einem gestohlenen Wagen macht sie sich auf die Suche nach ihm
und gabelt sich in einer Lesbendisco ein weiteres Opfer auf. Nachdem sie
die Frau getötet (und ebenfalls um einige Organe erleichtert) hat,
läßt sie die Leiche im Auto über eine Klippe fahren, um
so ihren eigenen Tod vorzutäuschen. Als Dr. Campbell, der inzwischen
in die Anstalt zurückgerufen wurde, dort noch fassungslos die blutigen
Hinterlassenschaften seiner Patientin begutachtet, ahnt er nicht, daß
diese schon auf der Insel eingetroffen ist, wo sie seiner Familie bald
einen "freundschaftlichen" Besuch abstatten wird...
Bad
Karma ist ein filmischer Januskopf: Zum einen kann man diesen 2001
in der Regie von John Hough entstandenen Thriller gewiß schwerlich
als rundum gelungenen Film bezeichnen, dazu sind die vorhandenen Schwächen
zu offensichtlich. Das Drehbuch strotzt vor Ungereimtheiten und scheint
sich nie so ganz entscheiden zu können, ob hier ein Psychothriller,
ein Horrorfilm oder ein simpler Slasherstreifen erzählt werden soll.
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Maureens
Obsession von Dr. Campbell wird schwammig mit einem Reinkarnationswahngebilde
erklärt und später erfahren wir allerdings beiläufig, daß
Maureen als Kind von ihrem Vater vergewaltigt wurde und sich deshalb einbildet
anno 1888 mit Jack The Ripper Londons Straßen unsicher gemacht zu
haben. Nun ja... Gerettet wird Bad Karma allerdings durch Hauptdarstellerin
Patsy Kensit, die sich mit nonchalantem Lächeln durch die höchst
blasse Restbesetzung des Films mordet und ihren drögen männlichen
Gegenpart Patrick Muldoon mühelos an die Wand spielt. Kensit stellt
den Charakter Maureens zugleich mit einer energischen Coolness, aber auch
verletzlichen Sensibilität dar, so daß diese Figur trotz des
miesen Skripts lebendig und recht bald sogar zum "Sympathieträger"
des Films wird. Regisseur John Hough - der übrigens schon ein Veteran
im Filmgeschäft ist und in den 70er Jahren auch für die britischen
Hammer Productions tätig war (man erinnere sich an seinen rasanten
Vampir/Hexenjäger-Verschnitt Twins Of Evil) - erzählt
diesen kruden Stoff routiniert und mit Sinn fürs explizit-blutige
Detail. Kurze Rückblenden ins viktorianische London, bei denen die
Kamera Jack The Ripper und seiner Geliebten auf ihren Streifzügen
folgt, vermischen sich mit den gegenwartsbezogenen Sequenzen, die übrigens
im irischen Galway County gedreht wurden, dessen wilde Küstenlandschaft
eine wunderschöne Kulisse abgibt. Daß dennoch vorgegeben wird,
der Film würde in den USA spielen, gerät allerdings spätestens
dann zum Lacher, wenn im Finale die prächtige Ruine eines mittelalterlichen
Klosters auftaucht (Merken Amerikaner das nicht? Bei der Pisastudie haben
die doch gar nicht so schlecht abgeschnitten...). Als Fazit läßt
sich sagen, daß bei Bad Karma sicherlich viele Chancen verschenkt
wurden, sich hier aber dennoch ein durchaus kurzweiliges B-Picture bietet.
Und derlei ist heutzutage ja selten genug geworden...
Die
Bildqualität der DVD kommt recht ordentlich im Bildformat 4:3 daher,
der Ton (Dolby Surround) läßt nichts zu wünschen übrig.
An Tonfassungen stehen hier die deutsche Fassung sowie die englische Originalversion
zur Auswahl. Bei letzterer sind deutsche Untertitel vorhanden, die sich
allerdings nicht ausblenden lassen; die Extras umfassen Trailer und eine
Fotogalerie. Ich hätte mir noch Interviews mit John Hough und Patsy
Kensit gewünscht, doch man kann nicht alles haben...
©Thomas
Wagner |