AVATAR
- WIEDERGEBURT DES BÖSEN
(ETERNITY)
USA
1989
Regie:
Steven Paul
Darsteller:
Jon Voight, Armand Assante, Eileen Davidson; DVD, e-m-s, ca. 100 min.,
FSK ab 12
Der
Film beginnt irgendwo im Mittelalter: der gute, blonde Prinz Edward (öde:
Jon Voight) rettet die junge Zigeunerin Dahlia (banal: Eileen Davidson)
vor den Mißhandlungen seines bösen, schwarzhaarigen Bruders
Romi (schmierig: Armand Assante) und nimmt sie im Anschluß auch zur
Frau, was diese dankbar mit den Worten "Oh Edward, ich bin doch nur
ein Zigeunermädchen, ich bin deiner unwürdig" quittiert.
Erzürnt durch seines Bruders unermeßliche Güte beschließt
der finstere Romi, das Reich in einen Krieg zu treiben. Zu diesem Zweck
läßt er erst einmal Dahlia entführen, die in der Folge
nach einem Sturz vom Pferd in Edwards Armen mit folgenden Sätzen das
Leben aushaucht: "Mein Dasein war so leidvoll, bevor wir einander begegnet
sind. Dich lieben zu dürfen war meine größte Erfüllung".
Im
Anschluß finden wir uns in den modernen USA wieder; genauer gesagt
im Bett des Journalisten James Harris, der jenes Mittelalterdrama gerade
geträumt hat und nun weiß, daß er die Reinkarnation Prinz
Edwards ist. Wie dieser, so ist auch James ein guter Kerl und engagiert
sich bei einem TV-Sender eifrig für seine Mitmenschen. Als eine Pipeline
quer durch Indianerland gebaut werden soll (wann ist endlich Schluß
damit, daß die Native Americans als Deko für solche Scheißfilme
mißbraucht werden??), lernt er bei seinen Recherchen den skrupellosen
Geschätsmann Sean kennen und erkennt in ihm sofort seinen Traumbruder
Romi wieder. |
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Schließlich
taucht in der Gestalt der Schauspielerin Valerie auch noch die Wiedergeburt
Dahlias auf, die nach höchst unmoralischen Techtelmechteln mit dem
bösen Sean letztendlich doch ihre wahre Gutmenschenbestimmung erkennt
und sich in die Arme des wackeren James flüchtet….
Der
1989 entstandene Avatar - Die Wiedergeburt des Bösen (eine
ausgesprochen innovative Übersetzung des O-Titels Eternity...)
ist ein erstaunlich mißratener Film. In drögen Bildern - der
ganze Look des Films strahlt in etwa den optischen Charme einer MacGyver-Episode
aus - wird hier eine idiotische Melange aus abgedroschenem Reinkarnationsmythos,
Love Story und unbeholfener Gesellschaftskritik geboten; es hagelt peinlichste
Dialoge (die Originalfassung steht der Synchro hier übrigens in nichts
nach) und die miese Besetzung des Films ist den stereotypen Klischeecharakteren
angemessen. "Es gibt wichtigeres als den künstlerischen Stellenwert,
nämlich die gute Absicht" meint Held James einmal, doch selbst
unter diesem Aspekt kann man hier keine Nachsicht walten lassen, denn die
scheinheilige Friede-Freude-Eierkuchen-Message in diesem Machwerk vermag
nun wirklich nicht zu überzeugen. Und auch eine "Barbara Salesch"-mäßige
TV-Gerichtsverhandlung, vor der James sich schließlich verantworten
muß, gestaltet sich nur in der ersten Minute als Ansatz einer Mediensatire
und gerät dann zu einer Revue schleimiger Plattitüden, in deren
Folge auch noch für ein sauberes, gewaltfreies Fernsehprogramm plädiert
wird … Aua!
Die
technische Qualität der DVD übertrifft gewiß die künstlerische
dieses Films: das Bild kommt in ordentlichem Widescreen 16:9 daher, der
Ton in Dolby 2.0 und zweisprachig (Stereo allerdings nur in der OF). Die
Extras umfassen nur eine Bio-/Filmographie des Hauptdarstellers Jon Voight
sowie Trailer weiterer e-m-s- Veröffentlichungen. Doch mehr muß
hier auch wirklich nicht sein
©Thomas
Wagner |