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American Nightmare
(American Nightmare - A Celebration of Films from Hollywood's Golden Age of Fright )"
Der Originaltitel dieser Dokumentation lautet etwas mißverständlich "American Nightmare - A Celebration of Films from Hollywood's Golden Age of Fright". Doch es sind nicht etwa die alten Klassiker der Universal Studios und ihre durchaus liebens- werten Monster, die hier im Mittelpunkt stehen. Das besagte "goldene Zeitalter" reicht hier von den 60er bis 80er Jahren und repräsentiert alles andere, als heimeligen Gothic-Grusel. Regisseur Adam Simon widmete sich in "American Nightmare" sieben berühmten Kollegen, die in dieser Zeitspanne das Horror- genre im nordameri- kanischen Raum neu geprägt haben.

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A CHINESE GHOST 
STORY 1
(SINNUI YAUMAN)

Hongkong 1987
Regie: Ching Siu Tung
Darsteller: Leslie Cheung, Joey Wang, Wu Ma, Lau Siu-Ming
DVD, e-m-s, ca. 92 min., FSK ab 16

Den jungen Schuldeneintreiber Ling Choi Sin (Leslie Cheung) verschlägt es nach einer ausgeprägten Pechsträhne in eine alte Klosterruine, wo er die Nacht verbringen will. Dort trifft er zunächst auf Yin Chek Hsia (Wu Ma), einen in der Kunst des Kung Fu bewanderten Mönch, der ihm dringend rät, diesen Ort wieder zu verlassen. Doch Ling bleibt davon unbeeindruckt und in der Nacht begegnet ihm die geheimnisvolle schöne Lit Sin Seen (Joey Wang), in die er sich sofort verliebt.

Er ahnt jedoch noch nicht, daß es sich bei ihr um einen Geist handelt, daß sie im Auftrag eines Dämons Männer töten muß und außerdem dem Herrscher des Totenreichs als Braut versprochen ist. Es dauert nicht lang und Ling wird mit den übernatürlichen Mächten konfrontiert, wobei ihm Yin Chek Hsia mit seinen Kampfkünsten zur Seite steht...

Lange Zeit assoziierte man im Westen mit Kino made in Hongkong nur - von der Kritik meist ignorierte bzw. verrissene - Kung Fu-Produktionen im Stile der Shaw Brothers (deren Reiz man in unseren Gefilden ja übrigens auch erst mit runden zwei Jahrzehnten Verspätung entdeckte). Diese Sichtweise änderte sich erst Mitte der 80er Jahre, als sich in der damaligen britischen Kronkolonie eine neue Generation von Filmemachern etablierte, zu denen auch der Regisseur und Produzent Tsui Hark gehörte, der u. a. mit Peking Opera Blues internationale Erfolge erzielen konnte.

Übertroffen wurden diese jedoch noch von dem 1987 in der Regie von Ching Siu Tung gedrehtem und von Hark sorgfältig produziertem Geistermärchen A Chinese Ghost Story 1


Der Film fasziniert mit einer wahren Flut kunstvoller Bilder: Traumhaft romantische, verspielte Bildkompositionen wechseln sich mit irrwitzig rasanten Actionsszenen ab und Farben sind hier keine nebensächliche Selbstverständlichkeit, sondern werden zu lebendigen, eigenständigen Stilmitteln, ja zu einer eigenen Sprache. Abgerundet wird dieser Augenschmaus durch einen wunderbar kitschigen Soundtrack - denn was wäre Hongkong-Fantasykino ohne die dazugehörigen Songs? Und auch die Besetzung des Films überzeugt ohne Abstriche, vor allem das Zusammenspiel zwischen Joey Wang und Leslie Cheung. Für Hauptdarsteller Cheung (der 2003 tragischerweise durch Selbstmord aus dem Leben schied) bedeutete die Rolle des naiven Ling Choi Sin den Durchbruch und er wurde in den folgenden Jahren zu einem Superstar im asiatischen Raum. Cheung gelang es perfekt, den schüchternen Ling als glaubhafte Figur lebendig werden zu lassen; in seiner Darstellung schaffte er es, die Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Komik zu wahren, ohne seinen Part jemals in Klamaukuntiefen abgleiten zu lassen.

A Chinese Ghost Story 1 gilt heute zu Recht als Klassiker und Meilenstein des Hongkong-Kinos - ein zeitlos schöner Film, der den Betrachter auch heute noch verzaubert und als eine Art Quintessenz des asiatischen Fantasyfilms betrachtet werden kann.

Daß dieses Meisterwerk nun in der Cine Magic Asia-Reihe von e-m-s auf DVD erschien, ist Grund zur Freude und das Ergebnis ist keinesfalls entäuschend: Das Bild (Widescreen 1.78:1) erfreut mit Klarheit, Kontrastreichtum und schönen kräftigen Farben. Auch die Tonabmischung (DD 5.1, Deutsch und Kantonesisch, Untertitel vorhanden) ist sehr gelungen, wobei die deutsche Fassung in den Höhen noch etwas besser abschneidet. Der wirklich einzige Kritikpunkt ist hier der magere Bonusteil, denn außer dem Originaltrailer wird leider nichts geboten.

Übrigens erschienen zeitglich auch die beiden Sequels A Chinese Ghost Story 2 und A Chinese Ghost Story 3 bei e-m-s, die zwar gute Unterhaltung bieten, qualitativ aber nicht im mindesten an Teil 1 heranreichen.
 

©Thomas Wagner